AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Youtube

So sehen sich die Versicherer in Sachen Digitalisierung selbst
20. Januar 2020

So sehen sich die Versicherer in Sachen Digitalisierung selbst

Zwei Fünftel der Versicherer haben im vergangenen Jahr keine oder aus ihrer Sicht nur unzureichende Digitalisierungsinitiativen umgesetzt. Außerdem halten es zwei Drittel der Branchenführungskräfte für unwahrscheinlich, dass Tech-Giganten oder internationale Plattformen bis Ende 2021 signifikant im deutschen Versicherungsmarkt aktiv sein werden. Das hat eine Umfrage im Rahmen eines EY Innovalue Versicherungs-Roundtable ergeben.


Zwei Fünftel der Versicherer haben im vergangenen Jahr keine oder aus ihrer Sicht nur unzureichende Digitalisierungsinitiativen umgesetzt. Außerdem halten es zwei Drittel der Branchenführungskräfte für unwahrscheinlich, dass Tech-Giganten oder internationale Plattformen bis Ende 2021 signifikant im deutschen Versicherungsmarkt aktiv sein werden. Das hat eine Umfrage im Rahmen eines EY Innovalue Versicherungs-Roundtable ergeben.

So sehen sich die Versicherer in Sachen Digitalisierung selbst

Dass InsurTechs und etablierte digitale Player wie Amazon die neuen technologischen Möglichkeiten perfekt nutzen, steht außer Frage. Dass sie damit das Versicherungsgeschäft nachhaltig verändern werden, auch. Dennoch halten es im Moment zwei Drittel der Vorstände und Führungskräfte in der Versicherungsbranche es für unwahrscheinlich oder sogar sehr unwahrscheinlich, dass Tech-Giganten oder internationale Plattformen bis Ende 2021 signifikant – direkt oder über Beteiligungen – im deutschen Versicherungsmarkt aktiv sein werden. Das ergibt eine Umfrage im Rahmen des EY Innovalue Versicherungs-Roundtables, der Ende 2019 stattgefunden hat.

Demnach haben über zwei Fünftel der Versicherer im Jahr 2019 keine oder aus ihrer Sicht nur unzureichende Digitalisierungsinitiativen umgesetzt und vergeben damit viel Potenzial mit Blick auf neue Geschäftsmodelle, Vertriebswege oder Arbeitsweisen. Ein gutes Drittel der befragten Versicherungsführungskräfte sehen sich besser aufgestellt, da sie nach eigenen Angaben ihre Digitalisierungspläne im vergangenen Jahr wie geplant und erwartet umsetzen konnten. Jeder fünfte Versicherer hat der Umfrage zufolge seine Erwartungen mit den gestarteten Digitalisierungsprojekten übertroffen.

Plattformen und Ökosysteme flächendeckend ins Vertriebsmodell integrieren

„Zunehmender Wettbewerb durch internationale Tech-Giganten und ausgewählte InsurTechs in Verbindung mit unzureichenden eigenen Digitalstrategien sind weiterhin die größten Herausforderungen der Versicherungsbranche. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Versicherer, aber auch Broker oder Finanzvertriebe, schnellstmöglich noch kundenzentrierter aufstellen und Kundenbedürfnisse in Vertriebs-, Produkt- oder Pricingstrategie erfüllen“, kommentiert Christian Mylius, Partner und Managing Director bei EY Innovalue. Für problematisch im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit hält Mylius insbesondere das fehlende Angebot digitaler Produkte und Services von Versicherern auf Plattformen oder in Ökosystemen. Zwar nutze bereits die Hälfte der Versicherer Plattformen oder Ökosysteme für ihre Produkte und Services, allerdings habe jeder Vierte diese Kanäle noch immer nicht in sein Vertriebsmodell integriert.

Kooperationen statt Verdrängungsszenarien – aber Innovationsmuffel?

Als positives Zeichen wird gewertet, dass laut dem Versichrungs-Roundtable Kooperationen statt Verdrängungsszenarien das Verhältnis zwischen etablierten Versicherern und InsurTechs bestimmen: Rund zwei Fünftel der befragten Versicherer halten demnach strategische Partnerschaften für das erfolgversprechendste Kooperationsmodell, etwas über ein Drittel bevorzugen eine selektive Zusammenarbeit.

Beteiligungen mit Wagniskapital bzw. Mitwirkung bei Innovationsinitiativen wie dem InsurLab dagegen halten nur rund 15% bzw. rund 9% der Befragten für Erfolgsmodelle.

Über den EY Innovalue Versicherungs-Roundtable

Der EY Innovalue Versicherungs-Roundtable ist ein seit 2003 etablierter Think-Tank. Bei der Veranstaltung zum Thema Digitalisierung kamen im November 2019 rund 80 Vorstände und Geschäftsführer von deutschen Versicherern sowie von führenden Maklerhäusern, Maklerpools und Finanzvertrieben zusammen. Erstmals haben 2019 auch Start-ups daran teilgenommen. (ad)

Bild: © ilkercelik – stock.adobe.com




Ähnliche News

Je nachdem, mit welchen Herausforderungen die Versicherungsgesellschaften für 2021 rechnen, setzen sie unternehmensintern ihre Produkt- und Dienstleistungsschwerpunkte. Welche dies jeweils sind, hat AssCompact bei einigen Vorständen erfragt. Eine Zusammenfassung zu 14 Versicherer-Statements gibt es hier in Form einer Bildergalerie (in umgekehrter alphabetischer Reihenfolge). weiterlesen
Die Zahl der Versicherungsvermittler ist laut aktuellen Daten des DIHK im Jahresverlauf 2020 erneut geschrumpft. Vor allem bei den gebundenen Vertretern hat sich der Schwund aber deutlich verlangsamt. Betrachtet man das Schlussquartal, sind die Vermittlerzahlen sogar erstmals seit Langem wieder gestiegen. weiterlesen
Das Analysehaus MORGEN & MORGEN verwendet künftig das Nachhaltigkeitslabel der Zielke Research Consult, um besonders nachhaltig wirtschaftende Assekuranzen zu kennzeichnen. So können Makler noch vor der gesetzlichen Verpflichtung den Kundenwunsch nach nachhaltigen Produkten berücksichtigen. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.