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So (un)zufrieden sind Deutschlands Mieter
10. Juli 2019

So (un)zufrieden sind Deutschlands Mieter

Laut einer Allensbach-Umfrage ist hierzulande die Zufriedenheit der Mieter gesunken, und zwar nicht nur aus finanziellen Gründen. Mieter hadern vor allem mit dem technischen Zustand ihrer Wohnung. Betrachtet man dagegen allein die Metropolen Deutschlands zeigt sich ein anderes Bild: Hier hat die Zufriedenheit zugenommen.


Laut einer Allensbach-Umfrage ist hierzulande die Zufriedenheit der Mieter gesunken, und zwar nicht nur aus finanziellen Gründen. Mieter hadern vor allem mit dem technischen Zustand ihrer Wohnung. Betrachtet man dagegen allein die Metropolen Deutschlands zeigt sich ein anderes Bild: Hier hat die Zufriedenheit zugenommen.

So (un)zufrieden sind Deutschlands Mieter

Im Auftrag der WERTGRUND Immobilien AG hat das Institut für Demoskopie Allensbach zum zweiten Mal nach 2016 die Zufriedenheit der Mieter in Deutschland erhoben. Wie die Ergebnisse aus dem aktuellen Mieterzufriedenheitsindex zeigen, ist die Zufriedenheit insgesamt zurückgegangen. So geben in der aktuellen Umfrage etwa drei Viertel der Mieter (74%) an, zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Wohnsituation zu sein, unabhängig von der sozialen Zugehörigkeit. Damit zeigen sich 5% der Befragten weniger zufrieden als noch 2016.

Instandhaltung und Parkplatzsituation sorgen für Unmut

Schuld an diesem Rückgang ist laut Erhebung aber überraschenderweise nicht in erster Linie die finanzielle Belastung. Denn am deutlichsten hat sich die Mieterzufriedenheit in puncto technischem Zustand der Wohnung oder Instandhaltung verringert. Dies betrifft auch die Frage, wie schnell Mängel behoben werden, sowie die allgemeine Leistung des Hausmeisters. Die Zahl der Befragten, die unzufrieden damit sind, wie schnell Mängel beseitigt werden, stieg von 6 auf 12%. Vor allem auch das Thema Parken sorgt für Unmut. So zeigen sich 17% aller Befragten ausdrücklich unzufrieden mit der Parkplatzsituation. In der ersten Erhebung 2016 betrug dieser Anteil lediglich 12%. Dr. Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach erklärt: „Angesichts dieses Ergebnisses lässt sich vermuten, dass die Ansprüche zumindest einiger Mieter an die Wohnung und vor allem an die Qualität der Serviceleistungen zu ihrer Instandhaltung gewachsen sind.“

Zufriedenheit in Großstädten – zeigt Mietpreisbremse Wirkung?

In der Einzelbetrachtung der Regionen zeigt die Studie für Deutschlands Metropolen ein anderes Bild: Vor allem in den fünf größten deutschen Städten stieg die Zufriedenheit relativ deutlich: Gaben sich 2016 insgesamt 81% aller Mieter zufrieden bis sehr zufrieden, waren es in der aktuellen Umfrage 86%. Darüber hinaus fühlen sich lediglich 37% der Befragten aus den Top-5-Städten durch ihre Kaltmiete stark bis sehr stark belastet. Deutlich höher liegt dieser Wert in städtischen und ländlichen Gebieten mit 39% bzw. 45%. Abseits der Metropolen äußerten sich die Mieter grundsätzlich auch unzufriedener. „Für mich liegt unter anderem der Schluss nahe, dass die Mietpreisbremse als regulatorisches Mittel in den Großstädten Wirkung zeigt. Denn die Miete, welche die Befragten bezahlen, ist im Durchschnitt weniger stark gestiegen als die Inflation“, erklärt Thomas Meyer, Vorstand WERTGRUND Immobilien AG.

Stabilität bei Bestandsmieten

Laut Umfrage weist der Mietmarkt nach wie vor Kontinuität auf. So sprechen Bestandsmieter, die seit mehr als fünf Jahren ihre Wohnung mieten, von nur gering steigenden Mietbelastungen – auch in den Metropolen. Dies zeigen auch aktuelle Zahlen, wonach die durchschnittliche Gesamtwarmmiete in Deutschland von 673 auf 690 Euro gestiegen ist, also um 2,5%. Sie liegt damit deutlich unter dem Inflationswert von zusammengenommen 3,3% in den beiden vergangenen Jahren.

Weder im ländlichen noch im städtischen Gebiet seien deutliche Mieterhöhungen zu verzeichnen. Im Gegenteil: 84% der Mieter berichten von gar keinen bis moderaten Mieterhöhungen im Zeitraum der vergangenen fünf Jahre. Auch die Zahl der Mieter, die mit einer Mieterhöhung rechnen, ist geschrumpft. Die Studienautoren gehen davon aus, dass der Preisdruck auf die Mieter künftig geringer werden könnte. „Auf dem deutschen Wohnungsmarkt ist eine Zweiteilung zu beobachten. Auf der einen Seite gibt es die Bestandsmieter mit erträglichen Mieten, die mit ihrer Situation größtenteils zufrieden sind. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die in den Ballungsgebieten auf Wohnungssuche sind und tatsächlich Probleme haben, eine für sie bezahlbare Wohnung zu finden“, so Meyer.

Mieters Liebling: Der Private Vermieter

Aus der Umfrage geht außerdem hervor, dass Mieter von Wohnungen im Eigentum einer Privatperson oder eines privaten Immobilienunternehmens besonders zufrieden sind. Zwar ist die durchschnittliche Mieterzufriedenheit gegenüber der Umfrage 2016 sowohl bei privaten Vermietern als auch bei Immobilienunternehmen und kommunalen Vermietern gesunken, doch an der Rangliste hat sich nichts geändert: Weiterhin sind Privatpersonen als Vermieter mit einer Zufriedenheitsrate von 78% bei Mietern am beliebtesten, gefolgt von Immobilienunternehmen mit 74% und kommunalen Vermietern auf Rang 3 (67%). „Hier zeigt sich, dass die Höhe der Miete nicht alleinig ausschlaggebend für die Zufriedenheit der Mieter ist. Kommunale Wohnungen sind mit 585 Euro Warmmiete durchschnittlich 100 Euro günstiger. Defizite gibt es hingegen bei dem Verhältnis zum Vermieter, bei der Hausverwaltung oder der Ausstattung“, erläutert Petersen.

Vermieter sollten auch selbstkritisch sein

Mit einem Zufriedenheitswert von 67 von möglichen 100 Punkten fällt auch die zweite Erhebung im Auftrag der WERTGRUND Immobilien AG insgesamt positiv aus. Demnach sind zwei Drittel der Mieter in Deutschland mit ihrer Wohnsituation zufrieden. „Der Zufriedenheitswert ist zwar von 72 auf 67 Indexpunkte gesunken, das negative Image, welches dem deutschen Mietmarkt vor allem in den Medien anhaftet, ist aber teilweise unbegründet“, betont Petersen. „Für alle Vermietertypen ist auch Selbstkritik angebracht“, ergänzt Meyer. Die Befragung zeige, dass Vermieter die Leistung der Hausverwaltung und der Hausmeister verbessern sollten. (tk)

Bild: © Rawpixel.com – stock.adobe.com




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