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18. März 2021
So verändert Corona die Geldanlage der Deutschen
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So verändert Corona die Geldanlage der Deutschen

Die LBBW hat eine Umfrage zum Anlageverhalten der Deutschen in Auftrag gegeben. Sie wollte darin wissen, wie die Corona-Krise die Geldanlage der Bundesbürger verändert. Demnach hat die Pandemie das Vertrauen der Deutschen bei der Geldanlage erschüttert und zu einigen gravierenden Fehleinschätzungen geführt.

Die Corona-Krise hat das Vertrauen der Deutschen bei der Geldanlage erschüttert. Laut einer exklusiv von der LBBW in Auftrag gegebenen aktuellen Umfrage sehen drei Viertel der Befragten eine Zunahme der Unsicherheitsfaktoren bei allen Formen der Geldanlage. Sie vertrauen deshalb am ehesten noch den sogenannten Real Assets – also Sachwertanlagen wie Immobilien und Gold, aber auch Aktien.

Sicherheitsbedürfnis noch weiter gestiegen

Gerade in Corona-Zeiten gilt für die Deutschen, dass sie eine „hohe Sicherheit für das Kapital“ wünschen. Jeder Zweite machte davon seine Geldanlage abhängig. Auf Platz 2 landet mit 39% der „Inflationsschutz“ – und damit ein weiteres Sicherheitskriterium. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass klassische und vermeintlich sichere Sparprodukte wie das Sparbuch, Tagesgeld- oder Festgeldkonten bei Deutschen als Geldanlage weiter besonders beliebt sind. „Die neusten Entwicklungen haben das ohnehin starke Sicherheitsbedürfnis der Bundesbürger nochmals verstärkt“, erklärt Antje Laschewski, die zusammen mit Uwe Streich die Studie „Reale Assets in der Niedrigzinswelt: Es gibt Nachholbedarf“ der LBBW verantwortet hat, für die 1.000 Bundesbürger repräsentativ befragt wurden.

Gravierende Fehleinschätzungen

Mit ihren Einschätzungen liegen die Deutschen laut der LBBW jedoch in einigen Punkten falsch. „Für fast die Hälfte der Bundesbürger haben Immobilien und Gold angesichts der Corona-Pandemie an Attraktivität gewonnen. Aus Sicht von einem guten Drittel haben auch Aktien als attraktive Geldanlage gepunktet“, sagen Laschewski und Streich. „Gerade selbstgenutzte Immobilien sind beliebt, weil die Investoren sie im wahrsten Sinne des Wortes täglich mit Händen greifen können.“ Grundsätzlich sei dieser Ansatz der Verbraucher nicht falsch. Jedoch habe die Umfrage dabei auch deutliche Fehleinschätzungen zutage gefördert.

Anleger überschätzen das Risiko bei Aktien

Beispielsweise schätzten die Deutschen die Sicherheit von Gold und Immobilien gegenüber Aktien oft zu hoch ein. „Dementsprechend wird das Potenzial von Aktien oftmals nicht ausgeschöpft“, warnt Uwe Streich. „Das Edelmetall schützt jedoch vor Totalverlust. Mit einer Goldbeimischung können zudem die Risiken in einem Portfolio gut gestreut werden.“ Überrascht habe die Autoren der Studie, dass vor allem jüngere Menschen eine Anlage in Gold präferieren.

Immobilien zu Recht beliebt

In der Umfrage nannten die Befragten Immobilien als zweitwichtigste Anlageform – und liegen damit nach Ansicht der Experten goldrichtig. Immobilien seien ein wichtiger Baustein in der Altersvorsorge. Aber auch jenseits der eigenen vier Wände locken trotz des Negativzinsumfelds sogar attraktive Renditen, zum Beispiel bei einer Investition in Logistik- und Wohnimmobilien. (mh)

Die vollständige Studie ist hier zu finden.

Bild: © Andrey Popov – stock.adobe.com