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12. August 2026
So werden Makler vom KI-Anwender zum KI-Unternehmer
So werden Makler vom KI-Anwender zum KI-Unternehmer

So werden Makler vom KI-Anwender zum KI-Unternehmer

Leona Spauszus ist Trainerin und Speakerin für künstliche Intelligenz im Versicherungsvertrieb. Als KI-Pionierin zeigt sie, wie KI den Arbeitsalltag von Vermittlern und Führungskräften im Vertrieb effizienter macht. Für AssCompact gibt sie in ihrer KI-Kolumne praxisnahe KI-Tipps speziell für Makler.

Wer sich aktuell als Makler mit künstlicher Intelligenz beschäftigt, erlebt vor allem eines: eine Flut an Angeboten. Für nahezu jede Aufgabe gibt es ein neues KI-Tool. Doch die entscheidende Frage ist nicht, wie viele KI-Anwendungen ein Makler nutzt. Entscheidend ist, ob KI sinnvoll in das gesamte Unternehmen integriert wird. Denn einfach nur KI anzuwenden, macht noch keinen Wettbewerbsvorteil. Der Unterschied entsteht dort, wo aus einzelnen Anwendungen eine strategische Unternehmenslösung wird.

Der erste Reflex: Ein KI-Tool-Abo nach dem anderen

Auf der Suche nach KI-Unterstützung greifen viele Makler zunächst zu Einzellösungen für konkrete Aufgaben: eine KI für Telefonate, KI-Unterstützung für die Beratungsdokumentation, ein WhatsApp-KI-Bot oder ein Tool für Social Media. Schnell entsteht eine Sammlung einzelner KI-Anwendungen. Gleichzeitig steigen die monatlichen Kosten für verschiedene Abonnements. Doch genau hier liegt eine häufige Fehleinschätzung: Nur weil ein Makler immer mehr KI-Anwendungen nutzt, bedeutet das nicht automatisch, dass KI sinnvoll im Unternehmen integriert wurde.

Die entscheidende Frage lautet:

Wie kann künstliche Intelligenz als neue Kerntechnologie und nicht nur als weiteres Tool sinnvoll und nachhaltig in das gesamte Unternehmen integriert werden, sodass sie das Team spürbar entlastet und gleichzeitig Wachstum ermöglicht?

Genau hier liegt der Unterschied zwischen einem Makler mit vielen KI-Tools und einem Maklerunternehmen, das KI als festen Bestandteil seiner Arbeitsweise integriert hat.

KI-Integration statt KI-Insellösungen

Die Zukunft gehört nicht den Maklern mit den meisten KI-Tools. Sie gehört den Unternehmen, die künstliche Intelligenz als festen Bestandteil ihrer Prozesse und ihrer täglichen Arbeit verstehen.

Genau hier entsteht aktuell ein neuer Ansatz im Maklermarkt. Statt einzelne KI-Anwendungen unverbunden nebeneinanderzustellen, betrachten innovative KI-Start-ups das Maklerunternehmen als Ganzes. Im Fokus steht dabei die Frage, wie Prozesse, bestehende Systeme und das gesamte Team durch künstliche Intelligenz gemeinsam leistungsfähiger werden.

Die KI-Technologie wird in die vorhandene IT-Infrastruktur integriert und nahtlos mit den täglichen Arbeitsschritten der Mitarbeiter verbunden. Denn der größte Nutzen entsteht erst im Zusammenspiel aus KI, Prozessen, Systemen und den Mitarbeitern im Maklerbüro, die täglich damit arbeiten.

Was KI-Unternehmer anders machen

Ein KI-Unternehmer sucht nicht nach dem nächsten Hype-Tool. Er betrachtet das eigene Unternehmen ganzheitlich und analysiert, wo KI den größten Mehrwert schaffen kann.

Dabei geht es nicht darum, jede Aufgabe durch KI zu ersetzen. Es geht darum, Mitarbeiter zu entlasten, Kunden besser zu betreuen und neue Kapazitäten für Wachstum zu schaffen.

Dafür braucht es fünf zentrale Fähigkeiten:

  • Chancen erkennen: Wo kann KI einen echten und messbaren Mehrwert schaffen?
  • Prozesse analysieren: Welche Abläufe können schneller, einfacher oder kundenfreundlicher gestaltet werden?
  • Mitarbeiter mitnehmen: Wie gelingt es, Berührungsängste abzubauen und KI als Unterstützung im Arbeitsalltag zu etablieren?
  • KI-Kompetenzen aufbauen: Welche Fähigkeiten müssen intern entwickelt werden und wo ist externe Unterstützung sinnvoll?
  • Ergebnisse messen: Welche KI-gestützten Prozesse bringen tatsächlich Zeitersparnis und zahlen auf das Unternehmenswachstum ein?
Sollen Makler die KI-Integration selbst umsetzen?

Früher oder später stehen Makler vor der Grundsatzfrage: Setzen Betriebe die KI-Integration komplett aus eigener Kraft um oder nutzen sie spezialisierte Partner? Grundsätzlich ist beides möglich, entscheidend ist das vorhandene Know-how im eigenen Haus. Für eine erfolgreiche KI-Integration müssen vier Kernkompetenzen abgedeckt sein:

  • Technologische Kompetenz: Die rasanten Entwicklungen im KI-Sektor müssen kontinuierlich beobachtet, bewertet und technisch sauber integriert werden.
  • Branchenverständnis: Die Versicherungsbranche hat spezifische Prozesse, Schnittstellen und Hürden. KI-Systeme müssen diese Branchenlogik von Grund auf verstehen.
  • Datenschutz & Regulatorik: Der Umgang mit sensiblen Kunden- und Finanzdaten unterliegt strengen Vorgaben (DSGVO, IDD, EU AI Act). KI-Lösungen müssen lückenlos rechtssicher, transparent und datenschutzkonform aufgebaut sein, um Haftungsrisiken auszuschließen.
  • Unternehmerischer Blick: KI einzuführen bedeutet nicht, ein weiteres Programm zu installieren. Es bedeutet, Prozesse, Führung und Arbeitsweisen zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Fazit

Makler müssen keine KI-Experten werden. Sie müssen KI-Unternehmer werden. Denn der Wettbewerbsvorteil entsteht nicht dadurch, wer die meisten KI-Tools besitzt. Er entsteht dort, wo künstliche Intelligenz ein fester Bestandteil des Unternehmens wird und Menschen, Prozesse und Technologie optimal zusammenspielen.

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