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9. Dezember 2022
Spezialfondsvolumen bricht ein

Spezialfondsvolumen bricht ein

Das Volumen von deutschen Spezialfonds ist im laufenden Jahr deutlich eingebrochen. Besonders hart erwischte es die Fonds der Versicherungswirtschaft. Fast die Hälfte des Gesamtrückgangs müssen die Versicherer verschmerzen. Dabei sah es bei den Mittelflüssen bisher sogar gut aus.

Seit Ende Januar ist das Spezialfondsvolumen um 239 Mrd. Euro auf 1,878 Mrd. Euro eingebrochen – und das trotz nicht unerheblicher Nettomittelaufkommen. Das geht aus dem „Spezialfondsmarkt Quarterly“ des Beratungsunternehmens Kommalpha hervor. Im gleichen Zeitraum ist die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen um 2,10 Prozentpunkte auf 2,12% per Ende September angestiegen.

Versicherer am härtesten getroffen

Spezialfonds von Versicherungen sind mit Abstand am heftigsten vom zinsbedingten Rückgang der Volumina betroffen. Sie nahmen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 117 Mrd. Euro ab. „Kein Wunder, wenn man sich die teilweise sehr langen Durationen der Bonds-Bestände von Versicherungsmandaten ansieht“, meint Clemens Schuerhoff, Vorstand der Kommalpha AG.

Verschiedene Spezialfondsvolumina

Das Spezialfondsvolumen von Altersvorsorgeeinrichtungen verlor derweil 57 Mrd. in den ersten drei Quartalen 2022. Das Spezialfondsvolumen von Sozialversicherungen und öffentlichen/kirchlichen Zusatzversorgungseinrichtungen sank um 16 Mrd. Euro, das von Corporates um 14 Mrd. Euro, jenes von Kreditinstituten um 9 Mrd. Euro. Auf sonstige Investoren entfiel ein Rückgang von immerhin noch 6 Mrd. Euro.

Nettomittelzuflüsse von über 61 Mrd. Euro

In Bezug auf die Mittelzuflüsse ist das laufende Jahr trotz alledem erfolgreich für die deutschen Spezialfonds. Per Ende des dritten Quartals wurden 61,1 Mrd. Euro netto eingesammelt, was knapp eine Milliarde über dem Vergleichswert aus dem bereits sehr erfolgreichen Jahr 2021 liegt.

In puncto Zuflüsse bisher erfolgreiches Jahr

Die Zuflüsse an frischer Liquidität per Ende des 3. Quartals von 204 Mrd. Euro liegen rund 32 Mrd. Euro über dem Vergleichswert von 2021. Es ist somit noch mehr Liquidität aufseiten der institutionellen Investoren vorhanden als im Vorjahr und die entsprechende Dynamik im Spezialfondsgeschäft ist im Jahresvergleich angestiegen.

Spezialfonds von Altersvorsorgeeinrichtungen mit hohen Mittelzuflüssen

Nachdem die Spezialfonds von Versicherungen im Jahr 2021 ordentlich Federn lassen mussten, werden sie im laufenden Jahr deutlich besser abschneiden. Ihr Nettomittelaufkommen beträgt per Ende des dritten Quartals 17,6 Mrd. Euro und liegt somit rund 14,5 Mrd. Euro über dem Vergleichswert aus 2021. Spitzenreiter beim Nettomittelaufkommen sind allerdings Altersvorsorgeeinrichtungen mit 19,4 Mrd. Euro per Ende September 2022 – was jedoch 1 Mrd. Euro unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres liegt.

Die Auswertung von Kommalpha erfolgt auf Basis von Daten der Deutschen Bundesbank vom Datenstichtag 30.09.2022. (tku)

Bild: © pixelmaxl – stock.adobe.com