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14. Juni 2021
Spitzenrenditen von Büro- und Logistikimmobilien im Sinkflug
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Spitzenrenditen von Büro- und Logistikimmobilien im Sinkflug

Die Immobilienberatung Savills hat den europäischen Markt für Büro- und Logistikimmobilien analysiert. Die Spitzenrenditen erreichen demnach in diesem Jahr ein neues Rekordtief. Der anhaltende Bieterwettstreit dürfte zudem zu einem weiteren Rückgang führen.

Den Experten von Savills zufolge werden in diesem Jahr in Europa die Spitzenrenditen für Büros neue Tiefstände erreichen. In zentralen Lagen dürften die Bürospitzenrenditen im weiteren Jahresverlauf um durchschnittlich zehn Basispunkte auf dann nur noch rund 3,5% sinken. Bei Logistikimmobilien rechnet Savills mit einem durchschnittlichen Rückgang um 25 Basispunkte auf 4,0%.

Breite Renditekompression bei Büroimmobilien

Im ersten Quartal 2021 gingen die Spitzenrenditen für innerstädtische Büros in Europa bereits um vier Basispunkte auf durchschnittlich 3,58% zurück. Die stärkste Renditekompression gab es auf Jahressicht in Oslo, wo die Bürospitzenrendite um 40 Basispunkte sank. In Brüssel, Mailand sowie London-West End gingen die Renditen um 30 Basispunkte und in Hamburg um 20 Basispunkte zurück. Die Renditen für Pariser Innenstadtbüros blieben im ersten Quartal 2021 stabil bei 2,75%. Berlin zeigte sich ebenfalls mit 2,6% nahezu unverändert, da deutsche Investoren weiterhin auf Core-Produkte setzen würden.

Starker Renditerückgang bei Logistikimmobilien

Der stärkste Renditerückgang war im Logistiksektor zu verzeichnen, hier traf hoher Anlagedruck auf limitiertes Angebot. Die durchschnittlich erzielbaren Spitzenrenditen bei Logistikimmobilien lagen im ersten Quartal 2020 noch bei 4,5%, sanken bis Jahresende auf 4,3% und schlossen im ersten Quartal 2021 bei 4,25%. Auch Mehrfamilienhäuser, die mittlerweile rund 20% des gesamten europäischen Investitionsvolumens ausmachen, verteuerten sich Savills zufolge weiter. Seit dem Jahr 2020 verzeichneten sie eine Renditekompression von 120 Basispunkten auf ein Rekordtief von 3,24% im Jahr 2020. Im ersten Quartal 2021 bewegten sich die Nettoanfangsrenditen von Mehrfamilienhäusern zwischen 2,4% in Berlin und 5,0% in Warschau, wobei im Gros der Märkte Netto-Spitzenrenditen zwischen 3,0 und 3,5% erzielt wurden.

Bieterwettstreit drückt weiter auf die Renditen

„Die Nachfrage der Investoren nach Core-Immobilien in allen Sektoren wird bestehen bleiben und der Bieterwettstreit zu einem weiteren Rückgang der Spitzenrenditen führen“, sagt Marcus Lemli, CEO Germany und Head of Investment Europe bei Savills, und führt aus: „Wir erwarten, dass erstklassige Logistikimmobilien und Mehrfamilienhäuser besonders gefragt bleiben, ebenso wie Büros in Top-Lagen und mit guter ESG-Bilanz.“ Gleichzeitig dürfte es zunehmend schwieriger werden, ältere Objekte, die erhebliche Investitionen zur Modernisierung oder Umnutzung erfordern, zu Spitzenpreisen zu verkaufen, denn immer mehr Investoren preisen diese Kosten ein. „Nach unserer Einschätzung wird sich die Investitionstätigkeit auf dem europäischen Immobilienmarkt in den nächsten Quartalen weiter beleben“, fügt Eri Mitsostergiou, Director European Research bei Savills, hinzu. Voraussetzung dafür sei, dass die Impfprogramme weiter voranschreiten und damit Reisen und Besichtigungen vor Ort ermöglicht werden. Da es nicht an Kapital mangele, könnte das Immobilientransaktionsvolumen das Vorjahresniveau von 248,3 Mrd. Euro erreichen. (mh)

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