Bei der im Frühjahr 2020 gegründeten Initiative Micro-Living (IML) handelt es sich um eine Plattform für Eigentümer, Betreiber und Verwalter von Apartmenthäusern. Die Initiative vereint mehrere Player des wohnwirtschaftlichen Apartmentwohnens in Deutschland. Gemeinsam wollen die Mitgliedsunternehmen die Transparenz in diesem noch recht jungen Marktsegment verbessern. Der Initiative gehören derzeit mit aam2core, berlinovo, City Pop, Commerz Real, Cube Life, DEMIWO, FU.Life, Greystar, HanseMerkur Grundvermögen, i Live, Krams Immobilien, REOS, talyo. und Union Investment 14 Unternehmen an, die auf dem deutschen Markt für Apartmentwohnen aktiv sind. IML steht allen professionellen Eigentümern, Betreibern und Verwaltern von wohnwirtschaftlich betriebenen Apartmenthäusern offen.
Wie aus dem neuen Marktreport der Initiative Micro-Living hervorgeht, behauptet sich das Micro-Living-Segment in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Die Nachfrage nach flexiblem Wohnraum in urbanen Zentren bleibt stabil. Zum Stichtag 15.10.2025 lag die durchschnittliche All-In-Miete bei 605 Euro pro Monat. Dies bedeutet einen Anstieg um 3,6% gegenüber dem Herbst 2024. Bereinigt um Mieten städtischer Wohnungsunternehmen beträgt die Durchschnittsmiete privatwirtschaftlicher Apartments 702 Euro monatlich. In Apartmenthäusern mit Baujahr ab 2014 liegt die durchschnittliche Neubaumiete bei 664 Euro pro Monat.
Konstante Auslastung von 95%
„Das Micro-Living-Segment zeigt sich trotz gestiegener Kosten und regulatorischer Unsicherheit robust. Die konstante Auslastung von 95% belegt die anhaltend hohe Nachfrage nach flexiblen Wohnkonzepten in urbanen Lagen“, erklärt André Adami, Head of Residential beim Analyseunternehmen bulwiengesa. Als wesentliche Preistreiber werden die gestiegenen Energiekosten genannt, die anhaltende Nachfragesituation sowie Anpassungseffekte infolge der vorangegangenen Inflationsperioden. Der Marktbericht hat 128 Apartmenthäuser mit rund 28.300 Wohneinheiten ausgewertet – schwerpunktmäßig in den deutschen A-Städten, die rund 70% des Gesamtportfolios ausmachen.
Bewirtschaftungskosten deutlich gestiegen
Neben Miet- und Auslastungsdaten analysiert die Studie auch die Betriebskostenentwicklung, die mit einem Anstieg um 7,5% auf 7,76 Euro pro Quadratmeter deutlich zugelegt hat. „Die Bewirtschaftungskosten sind seit Frühjahr 2020 kontinuierlich gestiegen und haben mit 7,76 Euro pro Quadratmeter einen neuen Höchststand erreicht“, führt Lena Schwesinger aus, Consultant im Bereich Wohnen. Rund 90% der befragten Experten würden eine vollständige Umlegung auf die Mieterschaft planen, was mittelfristig steigende Netto- und All-In-Mieten zur Folge hätte, so Schwesinger. Bei den Mietpreisen ist erheblich nach Lage- und Ausstattungsqualität zu unterscheiden: Die Bandbreite reicht von 300 Euro monatlich im teilgeförderten Segment bis hin zu 1.490 Euro für hochwertig ausgestattete Apartments in A-Städten in stark nachgefragten Wohnlagen.
Vermietung unterschiedlich herausfordernd
Bei der Vermarktung von Micro-Living ist der Aufwand unterschiedlich: Die Vermietung an inländische sowie EU-Studierende erfolgt im Rahmen effizienter Prozesse. Anders ist die Situation bei international Studierenden von außerhalb der EU, die deutlich mehr Aufwand kostet. Besonders die Vermietung im oberen Preissegment ist laut 75% der Befragten herausfordernd. Zum Erhebungsstichtag entfielen 36% der vermieteten Apartments auf Studierende, während sich 64% auf diverse Mietergruppen wie Single-Haushalte, Young Professionals sowie Pendler verteilen.
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