Die Sterbegeldversicherung gehört nicht zu den Themen, die Versicherungsmakler in der Beratung üblicherweise an erster Stelle ansprechen. Entsprechend fristet sie eher ein Nischendasein. Wer jedoch erlebt hat, welche finanzielle Entlastung sie im Todesfall bieten kann, misst ihr schnell größere Bedeutung bei – auch vor dem Hintergrund steigender Bestattungskosten, individueller Wünsche rund um die letzte Ruhestätte und der demographischen Entwicklung. Das Analysehaus Franke und Bornberg hat die Sparte daher erstmals umfassend untersucht. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Kein einziger Tarif erreicht die Höchstnote FFF+ („hervorragend“).
„Die Sterbegeldversicherung ist ein Produkt, das gesellschaftlich gebraucht wird. Umso wichtiger ist es, dass Verbraucher und Vermittler wissen, was die Tarife wirklich leisten – und was nicht“, sagt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.
Unterscheidung: laufender Beitrag und Einmalbeitrag
Für das Rating hat Franke und Bornberg sowohl klassische Leistungsmerkmale als auch Assistance-Angebote und Zusatzleistungen berücksichtigt. In die Bewertung flossen unter anderem Wartezeiten und Leistungsausschlüsse, Bestattungsberatung und digitale Nachlassverwaltung, die Übernahme von Überführungskosten bei Tod im Ausland sowie eine mögliche Beitragsbefreiung bei Pflegebedürftigkeit ein. Unterschieden wurde dabei zwischen Tarifen mit laufender Beitragszahlung und Angeboten gegen Einmalbeitrag.
„Sehr gut“ nur für Tarife der Allianz und der ERGO
Insgesamt wurden 59 Tarife anhand von 24 Bewertungskriterien analysiert. Für eine Topbewertung und der Höchstnote FFF+ müssen Tarife zudem bestimmte Mindeststandards erfüllen. Das betrifft vor allem den Bereich der Leistungsausschlüsse. Die Bestnote wurde allerdings nicht vergeben. Ein FFF (sehr gut) erreichte in der Kategorie Sterbegeldversicherung mit laufendem Beitrag der BestattungsSchutzbrief der Allianz Leben, in der Kategorie mit Einmalbeitrag erneut das Angebot der Allianz als auch die Sterbevorsorge Premium der ERGO Leben.
Mangel an Assistance-Leistungen
Die größten Qualitätsdefizite macht Franke und Bornberg bei den Assistance-Leistungen aus. Viele Tarife bieten nur eingeschränkte Unterstützung bei Organisation, Beratung oder digitalem Nachlassmanagement. Auch Leistungen für Überführungen aus dem Ausland oder bei Pflegebedürftigkeit weisen häufig Lücken auf. „Assistance-Leistungen sind heute das wichtigste Differenzierungsmerkmal in diesem Segment – und gleichzeitig die größte Schwachstelle vieler Tarife“, sagt Philipp Wedekind, Leiter Ratings Vorsorge und Nachhaltigkeit bei Franke und Bornberg. Der Markt reagiere mit neuen Angeboten. Doch die Qualität halte bislang nicht Schritt, so die Schlussfolgerung. Gerade Leistungen, die Angehörige im Ernstfall konkret entlasten könnten, blieben häufig unzureichend geregelt. (bh)
Die Ratingergebnisse finden sich auf der Website von Franke und Bornberg.
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