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27. Juni 2016
Studie: Drei von vier Bundesbürgern unzufrieden mit der Qualität von Hilfsmitteln
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Studie: Drei von vier Bundesbürgern unzufrieden mit der Qualität von Hilfsmitteln

Die Frage „Wie berurteilen Sie die Versorgung mit Hilfsmitteln?“ stand im Mittelpunkt einer Umfrage der Schwenninger Krankenkasse. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten ist überzeugt, dass es immer schwieriger werde, Hilfsmittel von der Krankenversicherung bezahlt zu bekommen. Außerdem würden die Zuschüsse der Krankenversicherung sukzessive weniger und die Qualität lasse zu wünschen übrig.

Die Bundesbürger zeigen sich wenig zufrieden mit der Hilfsmittelversorgung durch die Krankenversicherungen. 74% sind der Meinung, es werde immer schwieriger, Bandagen, Einlagen oder Hörhilfen so wie beantragt auch bewilligt zu bekommen. Jeder Zweite gibt an, Hilfsmittel schon selbst bezahlt zu haben, obwohl sie nach eigener Einschätzung medizinisch notwendig waren. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Schwenninger Krankenkasse unter rund 1.000 Teilnehmern.

Die Unzufriedenheit mit der Hilfsmittelversorgung zieht sich dabei durch alle Altersklassen. Selbst bei den Befragten zwischen 18 und 34 Jahren, die im Regelfall weit seltener auf Hilfsmittel angewiesen sind, kritisieren rund zwei Drittel die sinkende Bereitschaft der Krankenkassen, qualitativ hochwertige Produkte zu genehmigen. Auch die Höhe der Leistungen sorgt für Missstimmung bei den Versicherten. 76% der Befragten glauben, dass die Kassen immer weniger für Hilfsmittel bezahlen. Fast jedem Zweiten fällt die höhere Eigenbeteiligung finanziell schwer.

70% meinen: Qualität kommt vor Preis

Hinzu kommt, dass in Ausschreibung oft der Preis das ausschlaggebende Kriterium ist. Die qualitativen Anforderungen spielten eine untergeordnete Rolle, so Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstandes der Schwenninger. Die derzeitige Ausschreibungspraxis führe dazu, dass Anbieter von Hilfsmitteln oft sehr niedrig kalkulieren müssen, um den Zuschlag zu erhalten, was unter Umständen Abstriche bei der Qualität zur Folge habe. Die jedoch ist für Patienten ausschlaggebend, wie die Umfrage der Schwenninger ergab: Für 70% der Befragten hat die Qualität Vorrang vor dem Preis. Daher leisten viele Patienten selbst eine Zuzahlung für Produkte, die nicht komplett von der Kasse getragen werden, beispielsweise für aufsaugende Inkontinenzhilfen.

Gesetzesänderung soll Versorgungsqualität erhöhen

Mit dem Referentenentwurf für ein Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz hat das Bundesgesundheitsministerium vergangenen Donnerstag einen Vorschlag für eine Gesetzesänderung vorgelegt. Geplant sind unter anderem die Stärkung der Beratungs- und Informationsrechte der Versicherten sowie eine schnellere Anpassung des Hilfsmittelverzeichnisses an den medizinisch-technischen Fortschritt. Außerdem soll bei Ausschreibungsverfahren künftig die Produkt- und Dienstleistungsqualität stärker gewichtet werden. „Wir begrüßen die Reform der Hilfsmittelversorgung. Viele der geplanten Verbesserungen haben wir bereits in unseren Verträgen mit Leistungserbringern vorweggenommen“, sagt Siegfried Gänsler. (sg)