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28. Februar 2018
Tierversicherung: Eine für Makler durchaus lukrative Nische

Tierversicherung: Eine für Makler durchaus lukrative Nische

Tierversicherungen haben ein ungeahntes Potenzial für Makler. Das meint auch Dr. Eberhard Riesenkampff, Geschäftsführer von Covomo, einem Vergleichsportal für Spezial- und Zusatzversicherungen. Im AssCompact Interview erklärt er, welche Produkte neben der Tierhalterhaftplicht für Makler besonders interessant sind.

Herr Dr. Riesenkampff, Covomo bietet auch einen Online-Vergleich im Bereich Tierversicherungen an. Wie schätzen Sie hier den Markt ein?

Nach Angaben des größten deutschen Marktforschungsinstitutes GfK lebt jeder zweite Deutsche mit mindestens einem Haustier zusammen. Vor diesem Hintergrund verspricht das Thema Tierversicherung natürlich ein enormes Potenzial. Das spiegelt sich auch in konkreten Zahlen wider: Gemäß einer aktuellen Untersuchung haben die Suchanfragen bei Google nach Tierversicherungen im vierten Quartal 2017 im Vergleich zum vierten Quartal 2016 um 21% zugenommen. Für Makler kann es sich demnach als äußerst lukrativ erweisen, diese vermeintliche Nische zu besetzen.

Welche Tarife haben Sie auf dem Portal? Und von wie vielen Anbietern?

Im Bereich der Tierversicherung decken wir über unser Partnerportal alles ab, was der Markt für Hunde, Katzen und Pferde hergibt: von der Pferdehaftpflicht- über die Katzen-OP- bis hin zur Hundekrankenversicherung. Dank der großen Auswahl mit mehr als 70 Tarifen von knapp einem Dutzend Versicherern finden unsere Partner mit Hilfe unser Online-Vergleichsrechner innerhalb weniger Minuten den passenden Schutz für ihre Kunden. Damit bieten wir eine elegante Lösung für ein Problem, das die meisten Makler gut kennen. Bei Tierversicherungen handelt es sich in der Regel um Produkte, mit denen der durchschnittliche Makler nicht jeden Tag konfrontiert wird. Dementsprechend hoch ist der Rechercheaufwand, den sich viele Vermittler nicht aufbürden wollen. Das kann schnell zum Bumerang werden, da dem Kunden dann meist keine Wahl bleibt, als sich im Internet nach einem passenden Schutz für den geliebten Vierbeiner umzuschauen – mit Blick auf die Kundenbindung fatal.

In welchen Tierversicherungen sehen Sie für Makler das meiste Potenzial?

Auf den ersten Blick fällt hier natürlich die Hundehaftpflichtversicherung ins Auge, die in einigen Bundesländern wie zum Beispiel Berlin, Hamburg oder Niedersachsen Pflicht ist. Aber auch bei der Tier-OP- oder Tierkrankenversicherung handelt es sich um interessante Produkte, da sie Tierhaltern einen effektiven Schutz vor hohen Tierarztkosten bieten. So wird zum Beispiel die Behandlung einer nicht allzu ungewöhnlichen Verletzung – wie zum Beispiel einem Kreuzbandriss – bei Hunden gemäß Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) mit 1.300 Euro abgerechnet. Das ist ein Vielfaches dessen, was eine Hundekranken- oder OP-Versicherung kostet.

Ein wichtiges Thema für Hundebesitzer ist ja auch der Urlaub mit Hund. Was gilt es denn in puncto Versicherungsschutz im Ausland zu beachten?

Hundebesitzer sollten sich vor dem gemeinsamen Urlaub mit ihrem Vierbeiner rechtzeitig über das Urlaubsland ihrer Wahl informieren, um bösen Überraschungen bei der Einreise oder beim Aufenthalt aus dem Weg zu gehen: Gibt es ein Einreiseverbot für bestimmte Hunderassen? Sind spezielle Impfungen notwendig? Ist eine Hundehaftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben? Letzteres ist beispielsweise in Italien der Fall.

Neben der Hundehaftpflichtversicherung kommt mitunter ja auch eine Hundekrankenversicherung in Frage. Ist sie in manchen Ländern sogar Pflicht?

Zwingend vorgeschrieben ist eine Hundekrankenversicherung in keinem der von uns untersuchten europäischen Ländern. Eine in Deutschland abgeschlossene Hundekranken- oder OP-Versicherung ist jedoch auch im Ausland gültig. Das kann sich lohnen, denn anders als in Deutschland sind die Kosten, die Tierärzte für ihre Dienste in Rechnung stellen dürfen, nicht in allen europäischen Ländern einheitlich geregelt. Hier lauern Kostenfallen, die dem Urlaubsglück schnell einen herben Dämpfer versetzen können.

In einem Ranking haben Sie die hundefreundlichsten Länder Europas gelistet. Was macht Österreich zum Spitzenreiter?

In Österreich gilt weder eine Leinen- noch eine Maulkorbpflicht, bei der Einreise mit Hund gibt es zudem außer den gängigen EU-Einreisebestimmungen keine verbotenen Hunderassen oder Ähnliches zu beachten. Dazu ist die Auswahl an möglichen Freizeitaktivitäten mit dem Vierbeiner sehr groß. All das trägt dazu bei, dass sich die Alpenrepublik in unserem Ranking den ersten Platz sichern konnte.

Wie schneidet Deutschland in Sachen Hundefreundlichkeit ab?

Deutschland landet in unserem Ranking hinter Österreich, Belgien und den Niederlanden auf einem sehr guten 4. Platz. Abzüge gab es zum Beispiel aufgrund der regional unterschiedlich gehandhabten Regelungen zur Versicherungs- und Leinenpflicht. (tk)

Die März-Ausgabe der AssCompact widmet sich der Tierversicherung in einem Sonderthema.