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Trotz Hürden ein gutes Jahr für die deutschen Versicherer
30. Januar 2019

Trotz Hürden ein gutes Jahr für die deutschen Versicherer

Die Beitragseinnahmen der deutschen Versicherer überschritten 2018 erstmals die Marke von 200 Mrd. Euro. Wachstum gab es in allen drei Sparten – Leben, Kranken und Sach. Zudem: Riester überrascht, Sturmschäden treiben quer, Ausblick bleibt stabil.


Die Beitragseinnahmen der deutschen Versicherer überschritten 2018 erstmals die Marke von 200 Mrd. Euro. Wachstum gab es in allen drei Sparten – Leben, Kranken und Sach. Zudem: Riester überrascht, Sturmschäden treiben quer, Ausblick bleibt stabil.

Trotz Hürden ein gutes Jahr für die deutschen Versicherer

Die deutschen Versicherer haben im Jahr 2018 über alle drei Sparten hinweg um 2,1% zugelegt. Erstmals überschritten dabei die Beitragseinnahmen die Marke von 200 Mrd. Euro. „Angesichts der vielschichtiger gewordenen Risikolandschaft war 2018 ein gutes Jahr für die Branche“, kommentierte der GDV-Präsident Wolfgang Weiler die Geschäftsergebnisse des vergangenen Jahres am Dienstag vor Journalisten in Berlin.

Neugeschäft: Plus bei Riester-Rente, Minus bei Basis-Rente

In der Lebensversicherung inklusive Pensionskassen und Pensionsfonds nahmen die Beitragseinnahmen um 1,4% auf 91,9 Mrd. Euro zu. Die Zahl der Verträge im Bestand allerdings ist dagegen leicht zurückgegangen.

Das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag verbesserte sich um 1,9%, das Einmalbeitragsgeschäft um 3,7%. Überraschend entwickelte sich mit einem Plus von 5,1% das Neugeschäft der Riester-Rente. 10,6 Millionen Verträge stehen hier nun gesamt zu Buche. Dagegen entwickelte sich das Neugeschäft bei der Basis-Rente mit einem Minus von 6,2% schlechter. In der bAV gab es einen kleinen Zuwachs von 0,5% auf 15,9 Millionen Verträge.

PKV einigermaßen stabil

Die Beitragseinnahmen der PKV-Unternehmen erhöhten sich 2018 um 1,7% auf 39,7 Mrd. Euro. Der Bestand aus Voll- und Zusatzversicherungen nahm um fast 300.000 auf 34,6 Millionen zu. Im Einzelnen stieg die Zahl der Zusatzversicherungen um 1,2% auf 25,8 Millionen, während die Zahl der Vollversicherungen bei knapp 8,8 Millionen blieb. Einen Anstieg gab es bei den Auszahlungen: Die Versicherungsleistungen kletterten um 5,5%.

Sachversicherung: Hohe Leistungsausgaben trüben Wachstumsstimmung

Für die Schaden- und Unfallversicherung geben die Versicherer einen Beitragsanstieg um 3,3% auf 70,6 Mrd. Euro bekannt. Das Wachstum durchzieht relativ gleichmäßig alle Bereiche. Allerdings trüben hohe Leistungsausgaben das Wachstumshoch: Die Leistungen nahmen mit einem Plus von 6,8% auf 53,5 Mrd. Euro zu. Schuld daran tragen insbesondere die schweren Stürme im Jahr 2018. Den größten Leistungsanstieg (plus 30%) verzeichnete der Bereich Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft. Die Wohngebäudeversicherung verbuchte nach einem der schwersten Sturmjahre der vergangenen beiden Dekaden einen Leistungsanstieg um 20%.

Schwarze Zahlen schrieben die Schaden- und Unfallversicherer mit 2,6 Mrd. Euro aber dennoch. Die Schaden-Kosten-Quote wird auf 96% taxiert. „Damit war 2018 ein gerade noch zufriedenstellendes Jahr für die Schaden- und Unfallversicherer“, ordnet GDV-Präsident Weiler die Entwicklung ein.

Ausblick für das laufende Jahr

Die Prognose für das Jahr 2019 ist unspektakulär. Die gesamte Branche erwartet ein stabiles Beitragswachstum von etwa 2%. Aufgeschlüsselt nach Sparten rechnen die Lebensversicherer mit einem Plus von rund 1% und die Unternehmen der Schaden- und Unfallversicherung mit einem Beitragszuwachs von 3%. (bh)




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