Unfallversicherung zahlt nicht bei Lautsprecherdurchsage im Möbelhaus | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Unfallversicherung zahlt nicht bei Lautsprecherdurchsage im Möbelhaus
02. Mai 2019

Unfallversicherung zahlt nicht bei Lautsprecherdurchsage im Möbelhaus

Skurril anmutendes Urteil aus der Unfallversicherung: Kann eine Lautsprecherdurchsage in einem Möbelhaus einen Tinnitus hervorrufen? Von der Antwort auf diese nicht ganz alltägliche Frage hängt es ab, ob der Hörgeschädigte einen Versicherungsanspruch hat. Das hat das Sozialgericht Dortmund in einem aktuellen Fall geurteilt.


Skurril anmutendes Urteil aus der Unfallversicherung: Kann eine Lautsprecherdurchsage in einem Möbelhaus einen Tinnitus hervorrufen? Von der Antwort auf diese nicht ganz alltägliche Frage hängt es ab, ob der Hörgeschädigte einen Versicherungsanspruch hat. Das hat das Sozialgericht Dortmund in einem aktuellen Fall geurteilt.


Unfallversicherung zahlt nicht bei Lautsprecherdurchsage im Möbelhaus

Das Sozialgericht Dortmund hat zu einem skurril erscheinenden Fall entschieden, in dem es um Ansprüche aus der gesetzlichen Unfallversicherung ging. Ein Möbelverkäufer machte sie geltend, weil er einen Tinnitus erlitten hatte. Schuld für den Ton im Ohr war nach seiner Meinung, dass er während seiner versicherten Tätigkeit mehrfach mittels einer Lautsprecheranlage im Möbelhaus ausgerufen worden sei. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung eines Arbeitsunfalles ab.

Lautsprecher kann selbst bei lautem Sprechen keinen Hörschaden verursachen

Das Gericht gab der Genossenschaft Recht. Zwar sei bei dem Kläger ein Schaden des Hörapparates diagnostiziert. Dieser sei jedoch laut Befund auf einen stressbedingten Hörsturz zurückzuführen. Das Gericht schließt aus, dass dieser wiederum von Lautsprecherdurchsagen herrührte. Der Arbeitgeber bestätigte, dass die Lautsprecheranlage am Tag des Ereignisses nicht mit einem Mangel behaftet gewesen war. Das Gericht hielt es auch für ausgeschlossen und nicht lebensnah, dass eine Lautsprecheranlage selbst bei sehr lautem Einsprechen zu einem nachhaltigen Hörschaden führen kann. Der Kopf des Betroffenen war im vorliegenden Fall etwa 2 bis 2,50 Meter unterhalb des Lautsprechers, als die Durchsagen eingesprochen wurden. (tos)

Sozialgericht Dortmund, Urteil vom 29.03.2019 – S 17 U 1169/16




Ähnliche News

Ein Jahr nach dem Start der EU-Datenschutzgrundverordnung hat bereits jeder 25. Mittelständler eine Datenpanne gemeldet. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Befragung im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). weiterlesen
Im Anlegerskandal rund um die Picam-Gruppe wurde ein Urteil gefällt. Demnach muss ein Anlagevermittler Schadensersatz zahlen, weil die Werbeunterlagen, die in der Beratung verwendet wurden, Mängel aufwiesen. Das hat das Landgericht Kleve entschieden. weiterlesen
Die Krankenversicherung muss in bestimmten Fällen für ein Echthaarteil anstelle einer Perücke aufkommen. Dies hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen entschieden. Allerdings muss das Haarteil aus medizinischen Gründen erforderlich sein. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.