AssCompact suche
Home
Immobilien
3. Februar 2026
Unsanierte Wohnungen büßen an Wert ein, Häuser stabiler
Unsanierte Wohnungen büßen an Wert ein, Häuser stabiler

Unsanierte Wohnungen büßen an Wert ein, Häuser stabiler

Während energieeffiziente Eigentumswohnungen seit 2021 im Wert steigen, verlieren unsanierte Wohnungen. Einfamilienhäuser sind nicht so stark betroffen und erweisen sich als preisstabiler, selbst mit geringerem Energiestandard. Dies geht aus einer Analyse von ImmoScout24 hervor.

Über 40% Prozent aller Wohnungen und Häuser in Deutschland haben Energieeffizienzklasse E oder schlechter. Dies hat Auswirkungen auf den Preis, wie eine aktuelle Auswertung des Immobilienportals ImmoScout24 zeigt. Die Preise für energieeffiziente Immobilien sind nicht nur deutlich höher als die Preise für weniger effiziente Immobilien, sie legen auch stärker zu. Energieeffiziente Eigentumswohnungen der Klasse A sind bundesweit 13% im Wert gestiegen – gemessen vom ersten Quartal 2021 bis zum vierten Quartal 2025. Unsanierte Wohnungen der Klassen G und H haben dagegen im gleichen Zeitraum jeweils 12% an Wert eingebüßt. Einfamilienhäuser sind von der Entwicklung weniger stark betroffen.

„Der Sanierungsdruck trifft Eigentumswohnungen härter als Einfamilienhäuser. Unsanierte Wohnungen verlieren an Wert, während Häuser preisstabiler sind – selbst mit schlechter Energieeffizienz“, erklärt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24. „Das hat einen einfachen Grund: Einfamilienhäuser lassen sich häufig in Eigenregie sanieren. Wohnungseigentümer hingegen können nicht allein entscheiden – sie brauchen die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft. Das bremst Sanierungen und schlägt sich in den Preisen nieder.“

 

Unsanierte Wohnungen büßen an Wert ein, Häuser stabiler

 

Wohnungspreise stark von Energieeffizienzklasse geprägt

Laut Analyse hat sich sich der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen mit Energieeffizienzklasse A bundesweit von 5.371 Euro im ersten Quartal 2021 auf 6.095 Euro im vierten Quartal 2025 erhöht. Das bedeutet eine Zunahme um 13%. Im gleichen Zeitraum haben sich die Preise für die niedrigen Energiestandards G und H von 4.065 Euro auf 3.558 Euro bzw. von 3.679 Euro auf 3.222 Euro verringert. Dies ist ein Minus von 12%. Somit zeigt sich eine Spreizung bei der Wertentwicklung von 25 Prozentpunkten zwischen bester und schlechtester Klasse.

Einfamilienhäuser wertstabiler

Ein anderes Bild ergibt sich bei Einfamilienhäusern, die eine stabilere Preisentwicklung aufweisen. Alle Energieeffizienzklassen verzeichnen zwischen dem ersten Quartal 2021 und dem vierten Quartal 2025 Wertsteigerungen: Häuser der Klasse A haben sich bundesweit von durchschnittlich 4.170 Euro auf 4.836 Euro pro Quadratmeter verteuert, legen also 16% zu. Auch die Preise für Häuser der schlechtesten Klasse H haben im Vergleich von 2021 zu 2025 von 2.419 Euro auf 2.600 Euro pro Quadratmeter angezogen – eine Zunahme von 7% im Bundesdurchschnitt.

Seit 2023 sind die Preise aber auch hier rückläufig. Einfamilienhäuser sind überwiegend im ländlichen Raum und in Randlagen zu finden, wo das Preisniveau insgesamt niedriger und der Verhandlungsspielraum größer ist. Käufern haben deshalb oft mehr Budget für die Sanierung. Zudem lässt sich ein Einfamilienhaus in Eigenregie und nach eigenem Zeitplan sanieren. (tik)

Lesen Sie auch:
Das könnte Sie auch interessieren: