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8. Oktober 2021
Unternehmensinsolvenzen in Deutschland weiter rückläufig

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland weiter rückläufig

Die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland haben in der ersten Jahreshälfte 2021 erneut einen deutlichen Abwärtstrend gezeigt. Für 2022 ist allerdings wieder mit einem moderaten Anstieg zu rechnen.

Nach einem Bericht der Alliance Research sind die die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland weiter rückläufig. Allein in der ersten Jahreshälfte 2021 schrumpfte ihre Zahl um weitere 18%, sodass binnen Jahresfrist lediglich mit etwa 15.300 Insolvenzen zu rechnen ist. Ähnliche niedrige Fallzahlen gab es zuletzt in den Jahren 1992 (10.920) und 1993 (15.582) im Zusammenhang mit dem Konjunkturboom zur Wendezeit. Vor der Pandemie waren es 2019 noch deutlich über 18.000 Fälle; 2020 sind diese dann im Zuge der staatlichen Hilfsprogramme um 16 % auf 15.840 Fälle gesunken.

Starker Anstieg bei den durchschnittlichen Schäden pro Insolvenz

Allerdings bedeuten rückläufige Zahlen nicht automatisch geringere wirtschaftlichen Schäden. Im Gegenteil: Während 2020 im 1. Halbjahr 2020 die erwarteten Schäden pro Insolvenz durchschnittlich noch bei 1,8 Mio. Euro lagen, kletterten sie im gleichen Zeitraum im laufenden Jahr auf 4,3 Mio. Euro und waren damit mehr als doppelt so hoch.

Der Blick auf einzelne Branchen liefert ein uneinheitliches Bild: In der Industrie, im Nahrungsmittelbereich sowie im Hotelsektor waren die Insolvenzen auch 2021 im Vergleich zu 2019 weiter rückläufig. Eine Stabilisierung der Zahlen zeichnet sich am Bau und im Handel ab. Im Vergleich dazu stiegen die Insolvenzen in der Informations- und Kommunikationsbranche zum zweiten Mal hintereinander an.

Aussichten für 2022 verhalten optimistisch

Die künftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hängt nach Einschätzung der Alliance Research u.a. von der Konjunkturdynamik, der Rückführung staatlicher Unterstützungsprogramme sowie ausländischen Risiken zum Beispiel durch anfällige Großunternehmen ab. Insgesamt sorgt die gegenwärtige konjunkturelle Ausgangslage zusammen mit den aufgelegten, staatlichen Wirtschaftsprogrammen für verhaltenen Optimismus. Ungeachtet dessen wird ein geringer Anstieg auf etwa 16.300 Insolvenzen prognostiziert. (as)

Bild: ©Marco2811 – adobe.stock.com