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27. September 2026
Update KI: Was für die Assekuranz jetzt relevant ist

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Update KI: Was für die Assekuranz jetzt relevant ist

Update KI: Was für die Assekuranz jetzt relevant ist

Kein Thema weist derzeit eine so rasante Dynamik auf wie künstliche Intelligenz. Welche aktuellen Entwicklungen für die Versicherungsbranche von Bedeutung sind und warum Unternehmen KI neu bewerten sollten, zeigt der folgende Überblick von Prof. Dr. Patrick Glauner von der TH Deggendorf.

KI ist längst kein Zukunftsthema mehr. Vereinfacht gesagt ermöglicht KI die Automatisierung oder Unterstützung menschlicher Entscheidungsprozesse. Kaum ein Thema entwickelt sich derzeit jedoch dermaßen rasant. Allein in den vergangenen Monaten haben sich neue KI-Modelle, leistungsfähigere Open-Source-Lösungen und neue regulatorische Rahmenbedingungen etabliert. Für Unternehmen in der Versicherungsbranche bedeutet dies: Wer KI lediglich als Werkzeug zur Effizienzsteigerung betrachtet, unterschätzt ihr strategisches Potenzial. Es lohnt sich daher, einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen des Jahres 2026 zu werfen.

AI Agents: Vom Chatbot zum digitalen Mitarbeiter

Der wohl wichtigste Trend ist die Entwicklung von sogenannten AI Agents. Während klassische Chatbots auf einzelne Fragen reagieren, können Agenten anschließend in einem Workflow mehrstufige Aufgaben bearbeiten. Beispielsweise kann ein Agent Schadenmeldungen entgegennehmen, Dokumente anfordern, externe Datenquellen auswerten, Rückfragen formulieren und schließlich einen Entscheidungsvorschlag erstellen. Gerade in Versicherungen entstehen dadurch erhebliche Potenziale – beispielsweise im Underwriting, in der Schadenbearbeitung oder bei internen Compliance-Prozessen. Wichtig ist jedoch: Diese Workflows müssen weiterhin von Menschen definiert werden, dies geschieht nicht von alleine. Zunehmend gibt es jedoch abstraktere Baukästen dafür, die nicht notwendigerweise tiefergehende Programmierkenntnisse erfordern, was mehr Mitarbeitern erlaubt, eigene AI Agents zu bauen.

Mit zunehmender Autonomie steigt jedoch auch die Bedeutung der Orchestrierung. Wer entscheidet, welcher Agent welche Aufgabe übernimmt? Welche Informationen dürfen zwischen Agenten ausgetauscht werden? Wann muss ein Mensch eingreifen? Erfolgreiche Unternehmen werden daher nicht nur leistungsfähige Agenten entwickeln, sondern durch vernünftige Governance insbesondere robuste Kontrollmechanismen etablieren. Menschliche Freigaben, Rollen- und Rechtekonzepte sowie vollständige Protokollierung werden zu zentralen Bestandteilen professioneller KI-Systeme, wie dies schon lange beim Einsatz von klassischer Software der Fall ist.

Kleine Modelle schaffen digitale Souveränität

Lange Zeit dominierten große cloudbasierte Modelle wie ChatGPT den Markt. Inzwischen stehen leistungsfähige Open-Source-Modelle zur Verfügung, die lokal sogar auf modernen Laptops betrieben werden können. Gerade für regulierte Branchen wie die Versicherungsbranche eröffnet dies neue Möglichkeiten: Sensible Kunden- oder Gesundheitsdaten müssen nicht zwangsläufig in externe Cloud-Dienste fließen. Unternehmen gewinnen dadurch mehr Kontrolle über Daten, Kosten und Verfügbarkeit ihrer Systeme. Diese Entwicklung stärkt zugleich die europäische und deutsche digitale Souveränität. Statt vollständig von wenigen internationalen Plattformanbietern abhängig zu sein, können Unternehmen zunehmend eigene KI-Lösungen betreiben und an ihre individuellen Anforderungen anpassen.

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