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23. April 2026
VEMA und BCA bilden Alternative zu investorendominierten Maklerpools
VEMA beteiligt sich an BCA: Das sind die Hintergründe

VEMA und BCA bilden Alternative zu investorendominierten Maklerpools

Die BCA hat einen neuen Investor. Die VEMA aus dem oberfränkischen Heinersreuth zählt nun mit zum Kreis der Aktionäre. Aus der Zusammenarbeit soll für VEMA-Makler ein besserer Zugriff auf Investmentangebote resultieren. Das sind die Hintergründe

Franken und Hessen – zwei Regionen, die historisch betrachtet nicht nur geographisch nicht weit auseinander liegen, sondern anscheinend auch wirtschaftlich: Denn die VEMA Versicherungsmakler Genossenschaft eG mit Sitz im oberfränkischen Heinersreuth übernimmt 9,9% der Anteile an der BCA AG mit Sitz im hessischen Oberursel.

Die anderen Anteile an BCA halten mehrere Versicherer, die mit jeweils 9,99% an dem Maklerpool beteiligt sind: BarmeniaGothaer, Die Bayerische, Die Haftpflichtkasse, IDEAL, SIGNAL IDUNA, die Stuttgarter, die SDK und der VOLKSWOHL BUND. Zuletzt war der Versicherer VHV im Januar 2025 zum Kreis der Aktionäre gestoßen.

So stehen VEMA und BCA im Poolmarkt da

Für die bei der VEMA angebundenen Versicherungsmakler kann so der Zugriff auf Investmentangebote gesichert und erweitert werden. Gleichzeitig ermöglicht die BCA, dass Versicherungs- und Investmentlösungen integriert betrachtet und beraten werden können. So ist es in der gemeinsamen Pressemitteilung der Unternehmen zu lesen, die am Donnerstagvormittag veröffentlicht wurde.

Es ist auch nicht die erste Marktbewegung zwischen zwei Verbünden bzw. Pools, in denen die Anteile am Investmentgeschäft im Fokus stehen. Erst im März wurde bekannt, dass sich blau direkt und Netfonds unter dem blau-direkt-Investor Warburg Pincus zusammenschließen.

Wirtschaftlich betrachtet zählt die VEMA neben INFITECH – darunter firmieren die Fonds Finanz, der DEMV und verticus –, blau direkt, und JDC laut der aktuellen AssCompact Trendstudie „Play-offs im Markt der Maklerpools und -verbünde 2025“ zu den vier größten Maklerpools in Deutschland. Das Courtagevolumen der VEMA 2024 wird darin mit rd. 461 Mio. Euro beziffert. Das Volumen des Maklerpools BCA betrug der Studie zu Folge 2024 rd. 64 Mio. Euro. Im Versicherungspooling spielte die BCA damit bisher nicht in der ersten Liga mit.

Für die Unabhängigkeit

Entscheidender als die Zahlen ist allerdings das Signal, die mit der VEMA-Beteiligung an der BCA in den Markt gesendet wird: Die Stärkung der Unabhängigkeit der Versicherungsmakler. Denn sowohl die VEMA als auch die BCA betonen, dass beide durch die vertiefte Zusammenarbeit den offenen Marktzugang für freie Makler erhalten werden. Gleichzeitig stehen die Türen allen unabhängigen Dienstleistern der Branche für eine Kooperation offen.

BCA-Vorstand Roman Schwarze äußerte sich am Donnerstag auf seinem LinkedIn-Account: "Unabhängigkeit ist unser Fundament! Ich freue mich sehr, dass wir mit der VEMA eG einen starken Partner als neuen Aktionär an Bord haben. Dieser Schritt ist mehr als nur eine Beteiligung – es ist ein klares Bekenntnis zum Erhalt des freien Maklermarktes."

Damit positionieren sich die beiden Maklerpools explizit als Gegenentwurf zu den Wettbewerbern, die von Private-Equity-Investoren dominiert werden. Fonds Finanz wurde vom britischen Investor Hg Capital übernommen, gleiches gilt mittlerweile auch für den DEMV sowie verticus. Und der US-amerikanische Kapitalgeber Warburg Pincus ist wie oben bereits erwähnt bei blau direkt und jüngst beim Investmentpool Netfonds eingestiegen. Die investorendominierten Maklerpools wiederum setzten jüngst ihren strategischen Schwerpunkt vor allem bei Technologiethemen wie KI und Maklerverwaltungsprogrammen.

Stimmen zum Einstieg

VEMA-Vorstand Johannes Neder erläutert, dass mit der Beteiligung ein Zeichen gesetzt werde, den offenen Marktzugang für freie Makler zu erhalten und der Verbund außerdem angebundenen Maklern den Zugriff auf leistungsfähige Investmentlösungen sichere. Weiterhin teilen die beiden Unternehmen das Ziel, ungebundene und eigenständige Vermittler zu stärken und deren Lebenswerk zu erhalten, so Neder. Hintergrund hierfür ist der Rückhalt der BCA durch die Anteilseigner aus Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit mit Wurzeln im Maklermarkt sowie die VEMA als genossenschaftliche Organisation der Makler.

Die Beteiligung sei laut Neder für die VEMA eine langfristige strategische Entscheidung, die der Marktentwicklung Rechnung trage und die Wettbewerbsfähigkeit ausbaue.

Auch BCA-Vorstand Frank Ulbricht erklärt: „Die VEMA überzeugt mit ihrem genossenschaftlichen Konzept viele Makler, die Wert auf ihre unternehmerische Unabhängigkeit legen. Daraus ergibt sich ein außerordentlich starkes Wachstum. Die BCA steuert dazu den immer wichtiger werdenden Zugriff auf Investmentlösungen bei.“

BCA-Aufsichtsratsvorsitzender Ralf Berndt erklärt, dass das Geschäftsmodell der freien Investment- und Versicherungsmakler die qualitativ hochwertige, langfristige Beratung der Kunden des Pools sichere. Die BCA wolle entsprechend dieses Modell stützen und ausbauen und sei offen für eine vertiefte Zusammenarbeit und Kooperation mit weiteren unabhängigen Dienstleistern im Markt, die daran interessiert sind, langfristig dafür aktiv zu bleiben – und abhängig von kurz- oder mittelfristigen Kapitalmarktinteressen.

Weiteres im Lauf des Jahres

Im Rahmen der Kooperation planen beide Partner einen weiteren Ausbau der Zusammenarbeit. Konkrete Beispiele werde es im Laufe des Jahres geben, heißt es.

Im Zuge der Transaktion erwirbt die VEMA Versicherungsmakler Genossenschaft eG alle bislang von der Knörrer GmbH bzw. der bbg Betriebsberatungs GmbH gehaltenen Anteile. Über weitere Details haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. (mki/as)