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31. August 2021
Verbraucherschützer fordern Provisionsverbot und mehr

Verbraucherschützer fordern Provisionsverbot und mehr

Die Bürgerbewegung Finanzwende hat ihre Forderungen an die nächste Bundesregierung vorgelegt. Einige Punkte davon betreffen auch Vermittler. Die Verbraucherschützer fordern in dem Papier unter anderem ein Verbot der Provisionsvergütung, die endgültige Beerdigung der Riester-Rente sowie eine Stärkung der BaFin.

Einen knappen Monat vor der Bundestagswahl hat die Bürgerbewegung Finanzwende e.V. ihre Forderungen zur Bundestagswahl 2021 vorgestellt. Die an die nächste Bundesregierung adressierte To-do-Liste umfasst Maßnahmen im Kampf gegen Finanzkriminalität, die Forderung nach einem stabilen Finanzsystem, mehr Gerechtigkeit an den Finanzmärkten, Verbraucherschutz, nachhaltige Finanzmärkte und eine Einhegung der übermächtigen Finanzlobby. Gerade unter dem Oberbegriff Verbraucherschutz finden sich auch einige Maßnahmen, die für Vermittler relevant sind.

Provisionsverbot

In dem Abschnitt mit dem Titel „Bessere Bedingungen für Anlegerinnen und Anleger!“ fordert die Bürgerbewegung vier konkrete Maßnahmen. Zum einen soll die provisionsbasierte Finanzberatung komplett abgeschafft werden, da Provisionsvergütung nach Überzeugung der Verbraucherschützer nämlich falsche Anreize setze und Interessenkonflikte schaffe. Den Anlegern würden auf diesem Wege immer wieder ungeeignete oder überteuerte Finanzprodukte vermittelt.

Ende der Riester-Rente

Des Weiteren fordert Finanzwende einen klaren Schlussstrich unter die Riester-Rente – der ohnehin von keiner Partei mehr die Stange gehalten wird. Typischerweise fließe bei Riester-Versicherungen fast jeder vierte eingezahlte Euro in die Kosten. Das Konzept habe dementsprechend als zusätzliche Altersvorsorge versagt und müsse durch ein günstiges und einfaches Altersvorsorgeprodukt nach schwedischem Vorbild ersetzt werden. Wenngleich laufende Riester-Verträge weiter gefördert werden sollten.

Die Bürgerbewegung Finanzwende hatte bereits im Frühjahr, anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Riester-Rente, mit einer Demonstration und einer Petition für Furore gesorgt. Damals forderte eine Allianz aus drei Verbraucherschutzorganisationen einen Neustart in der privaten Altersvorsorge (AssCompact berichtete).

Keine Zertifikate für Privatkunden

Außerdem besteht die Bürgerbewegung rund um den Mitinitiator und geschäftsführenden Vorstand Dr. Gerhard Schick auch auf das grundsätzliche Vertriebsverbot von Zertifikaten an Privatkunden. Derart komplexe Derivate dürften den Verbrauchern überhaupt nicht mehr angeboten werden, da sie für die meisten Menschen nicht nachvollziehbar seien.

Stärkung der BaFin

Als vierten Unterpunkt fordert die Bürgerbewegung Finanzwende eine Finanzaufsicht, die für bessere Finanzprodukte sorgt. Demzufolge soll innerhalb der BaFin ein eigener Geschäftsbereich für Verbraucherschutz installiert werden. Die Finanzaufsichtsbehörde soll mithilfe des neuen Geschäftsbereichs dafür sorgen, dass schädliche Produkte schneller vom Markt verschwinden. Für Finanzprodukte wünschen sich die Verbraucherschützer strengere Vorgaben vonseiten der nächsten Bundesregierung. (tku)

Bild: © Hurca! – stock.adobe.com