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19. März 2026
Warum viele Steuerberater Jungmakler ausbremsen

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Warum viele Steuerberater Jungmakler ausbremsen

Warum viele Steuerberater Jungmakler ausbremsen

Der Weg des Selbstständigen

Wer sich bewusst als Selbstständiger versteht und weiterhin selbst beraten möchte, für den sind steueroptimierte Vermögensinvestitionen der logische nächste Schritt, um das hohe Einkommen zu langfristigem Vermögen zu wandeln. Vermietete Immobilien bieten hier attraktive Möglichkeiten: Abschreibungen reduzieren die Steuerlast, Wertsteigerungen bauen Vermögen auf, und die Mieteinnahmen schaffen ein zweites Standbein neben dem aktiven Geschäft.

Der Weg des Unternehmers

Wer hingegen als Unternehmer denkt und sein Maklergeschäft mit einem Vertriebsteam skalieren will, sollte über eine steueroptimierte Unternehmensstruktur nachdenken. Eine GmbH mit vorgeschalteter Holding kann erhebliche Vorteile bieten – von der reduzierten Steuerlast auf einbehaltene Gewinne bis zur verbesserten Exit-Strategie. Auch die Einstellung von Mitarbeitern, die Beteiligung von Geschäftspartnern oder eine spätere Unternehmensübergabe lassen sich so deutlich eleganter gestalten.

Für beide Wege gilt: Ohne aktive Beratung und einen Steuerberater, der die Branche versteht, werden diese Entscheidungen entweder gar nicht getroffen – oder falsch. Und falsche Entscheidungen in dieser Phase kosten nicht Hunderte, sondern Zehntausende Euro.

Steuerberatung als Dienstleistung und Coaching

Was Jungmakler wirklich brauchen, geht über klassische Steuerberatung hinaus. Die besten Mandanten­beziehungen sind eine Mischung aus Eins-zu-eins-Dienstleistung und unternehmerischem Coaching.

Gute Steuerberatung endet nicht bei der Deklaration. Sie hilft dem Mandanten, selbst zum besseren Unternehmer zu werden. Das bedeutet: Zusammenhänge erklären, Entscheidungen gemeinsam durchdenken, statt nur abzunicken. Den Blick für die eigenen Zahlen schärfen, statt Abhängigkeit zu erzeugen.

Ein Makler, der seine betriebswirtschaftliche Auswertung lesen und interpretieren kann, trifft bessere Entscheidungen. Ein Makler, der versteht, warum eine bestimmte Struktur sinnvoll ist, setzt sie konsequenter um. Das ist der Unterschied zwischen einem Steuerberater, der Arbeit abnimmt, und einem, der seinen Mandanten weiterbringt.

Fazit

Die Empfehlung für jeden Jungmakler lautet: den Steuerberater nicht als notwendiges Übel betrachten, sondern als strategischen Partner. Jemanden suchen, der die Branche versteht, der unternehmerisch denkt und der nicht nur betreut, sondern auch fordert. Denn am Ende entscheidet nicht nur die Qualität der eigenen Beratung über den Erfolg als Makler, sondern auch die Qualität der Beratung, die man selbst in Anspruch nimmt.

Über den Autor

Ken Keiper ist Steuerberater und Gründer von T84, einer auf Versicherungsvermittler spezialisierten Steuerkanzlei. Er begleitet Makler von der Gründung bis zur Skalierung und verbindet steuerliche Expertise mit unternehmerischer Erfahrung. Außerdem betreibt er einen YouTube-Kanal mit über 14.000 Abonnenten, auf dem er Selbstständigen und Unternehmern zeigt, wie Steuern und Vermögensaufbau zusammenhängen.

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Ein Artikel von
Ken Keiper