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9. Juli 2026
Wenn der Innendienst im Maklerbüro keine KI nutzen will
Wenn der Innendienst im Maklerbüro keine KI nutzen will

Wenn der Innendienst im Maklerbüro keine KI nutzen will

Leona Spauszus ist Trainerin und Speakerin für KI im Versicherungsvertrieb. Als KI-Pionierin zeigt sie, wie KI den Arbeitsalltag von Vermittlern und Führungskräften im Vertrieb effizienter macht. Für AssCompact gibt sie in ihrer Kolumne praxisnahe KI-Tipps für Makler.

Künstliche Intelligenz kann Maklerbüros im Alltag entlasten, Prozesse beschleunigen und die Kundenkommunikation verbessern. Aber nicht alle Mitarbeitenden reagieren begeistert, wenn im Büro plötzlich KI eingesetzt werden soll. Dann fallen Sätze wie: „Das haben wir bisher auch ohne KI geschafft“ oder „Ich habe keine Zeit, mich jetzt auch noch damit zu beschäftigen“. Dahinter stehen selten reine Technikprobleme. Häufig geht es um Unsicherheit, Überforderung oder die Sorge, an Bedeutung zu verlieren.

Widerstand ist selten reine Ablehnung

Petra (der Name ist frei erfunden) arbeitet seit vielen Jahren im Maklerbüro, kennt die Bestände in- und auswendig und weiß genau, welche Gesellschaft bei welchen Vorgängen zuverlässig reagiert. Als im Büro erstmals KI eingesetzt wird, entsteht für sie eine zentrale Frage: Welche Rolle spielt ihre Erfahrung künftig noch? Wird die eigene Arbeit ersetzt oder entwertet? Makler sollten diese Perspektive ernst nehmen. Wer lange mit funktionierenden Routinen gearbeitet hat, braucht einen nachvollziehbaren Grund, diese zu verändern.

KI richtig einordnen

Ein häufiger Einstieg in KI im Maklerbüro sind Effizienz, Zeitersparnis und schnellere Abläufe. Diese Effekte sind real und oft zuerst spürbar. Gleichzeitig reicht diese Perspektive allein nicht aus, um im Team echte Akzeptanz zu schaffen. Mitarbeitende wollen verstehen, wie sich ihre Arbeit konkret verändert und welche Rolle ihre Erfahrung künftig spielt. KI übernimmt vor allem strukturierende und wiederkehrende Aufgaben. Dadurch entsteht mehr Raum für fachliche Prüfung, Kundenkontakt und komplexe Fälle. Für das Maklerteam bedeutet das weniger Routinearbeit und mehr Zeit für die Fälle, in denen die menschliche Erfahrung den Unterschied macht.

Mitarbeitende einbeziehen statt überrollen

Makler sollten KI nicht nur einführen und per Rundmail ankündigen. Sinnvoller ist es, gemeinsam im Büro zu prüfen, welche Aufgaben besonders zeitintensiv, wiederkehrend oder fehleranfällig sind.

Die erfahrenen Kräfte im Team spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie erkennen im Alltag schnell, wo Prozesse unnötig kompliziert sind oder wo Standardisierung möglich ist. Gleichzeitig weisen sie auf Risiken und sensible Abläufe hin.

Unterschiedliche Lerntypen berücksichtigen

Nicht jeder im Maklerbüro nähert sich neuer Technik auf dieselbe Weise. Die einen probieren Tools direkt aus, andere beobachten lieber zuerst, und wieder andere müssen erst die Logik dahinter verstehen. Entscheidend ist nicht, dass alle denselben Weg wählen, sondern dass jeder Mitarbeiter die Unterstützung bekommt, die zu seinem persönlichen Lerntyp passt.

Klare Regeln schaffen Sicherheit

Unsicherheit entsteht auch dort, wo keine klaren Leitplanken existieren. Welche Anwendungen sind erlaubt? Welche Informationen dürfen verarbeitet werden? Und welche Ergebnisse müssen geprüft werden? Ohne klare Regeln entstehen zwei Extreme. Einige nutzen KI gar nicht, andere experimentieren unkontrolliert mit verschiedenen Anwendungen, ohne zu wissen, welche rechtlichen Auswirkungen das für den Makler am Ende haben kann.

Maklerbüros brauchen deshalb klare Leitlinien: Welche Tools genutzt werden dürfen, welche Daten geschützt bleiben und wo menschliche Kontrolle zwingend erforderlich ist. Klare Regeln bremsen nicht. Sie schaffen Sicherheit und ermöglichen eine professionelle Nutzung.

KI nicht einfach an den „Nerd“ im Team delegieren

KI lässt sich im Maklerbüro nicht einfach „einführen und delegieren“. Auch nicht an einzelne technikaffine Mitarbeitende. Wenn erwartet wird, dass das Team KI nutzt, ohne selbst ein grundlegendes Verständnis zu haben, entsteht schnell ein Glaubwürdigkeitsproblem. Mitarbeitende merken sehr genau, ob KI verstanden wird oder nur als Schlagwort dient.

Es braucht kein technisches Expertenwissen. Entscheidend ist, dass im Maklerbüro verstanden wird, was KI leisten kann, wo sie unterstützt und wo Grenzen liegen. Nur so entsteht Vertrauen in den Alltagseinsatz.

Nicht jeder im Team wird ein KI-Fan werden

Nicht jeder Mitarbeiter wird zum KI-Enthusiasten. Wichtig ist etwas anderes: Wenn eine Kraft im Innendienst mithilfe eines freigegebenen Systems schneller arbeitet, Routineaufgaben reduziert und mehr Zeit für anspruchsvolle Kundenfälle gewinnt, ist der entscheidende Nutzen erreicht. Eine KI-Einführung ist kein Softwareprojekt. Sie ist ein Veränderungsprozess im Maklerbüro. Erfolg entsteht nicht durch Tools allein, sondern durch konkrete Anwendungsfälle, klare Regeln und die Einbindung der Menschen, die täglich damit arbeiten. Am Ende ist es entscheidend, ob das gesamte Team versteht, welchen konkreten Vorteil es im eigenen Arbeitsalltag davon hat, wenn künstliche Intelligenz im Maklerbüro eingesetzt wird.

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