Wie viel darf ein Bestandsverkauf eigentlich kosten? | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Wie viel darf ein Bestandsverkauf eigentlich kosten?
05. April 2018

Wie viel darf ein Bestandsverkauf eigentlich kosten?

Über Jahrzehnte hat die Finanzindustrie Vertriebspartner kostenlos mit Nebenleistungen versorgt. Dies hat die Erwartungshaltung vieler Marktteilnehmer geprägt. Viele Berater reden deshalb nicht offen über Honorare, weil sie Angst haben, Makler zu verschrecken, berichtet Andreas W. Grimm in der Bestandsmarktplatz-Kolumne.


Über Jahrzehnte hat die Finanzindustrie Vertriebspartner kostenlos mit Nebenleistungen versorgt. Dies hat die Erwartungshaltung vieler Marktteilnehmer geprägt. Viele Berater reden deshalb nicht offen über Honorare, weil sie Angst haben, Makler zu verschrecken, berichtet Andreas W. Grimm in der Bestandsmarktplatz-Kolumne.


Wie viel darf ein Bestandsverkauf eigentlich kosten?

„Ich brauche von Ihnen eine Bestandsbewertung. Wenn das Ergebnis passt, können Sie ihn auch gerne vermitteln. […] Aber kosten darf Ihre Leistung nichts!“ So begann ein E-Mail Anfang dieses Jahres. Eine neue Kollegin fragte mich daraufhin, wie der Makler zu dieser Erwartungshaltung gekommen sei. „Steuerberater und Rechtsanwalt bezahlt er. Seine eigene Beratungsleistung will er doch auch entlohnt sehen.“

Unrealistische Erwartungshaltung

Die Lösung fand ich eine Woche später. Der Vorstand eines Clubs für Nachfolgen hielt einen Vortrag vor Führungskräften. Auf die Frage, was denn eine Nachfolgeplanung bei ihm kosten würde, antwortete er: „150 Euro einmaliger Clubbeitrag.“ Auf die Nachfrage, ob da alles mit drin sei, antwortete er: „Ja!“ Die kostenlose Bestandsbewertung und ein kostenloser Notfallordner seien da auch gleich mit dabei.

Die wichtige Information, dass die Beratungs- und Vermittlungsleistungen in der Regel nicht der Verein selbst, sondern – gegen Honorar – fast ausschließlich die Netzwerkpartner erbringen, wäre sicherlich hilfreich gewesen. Auch dass die Vereinsvorstände sich mit ihren Unternehmen wohl auch als Netzwerkpartner einbringen. Aber so erklärt sich immerhin, warum viele Makler erwarten, Nachfolgeplanung sei quasi kostenlos.

Langfristige Planung mit seriösen Beratern

Wer seine Nachfolge sinnvoll planen will und sich nicht von Geschäftemachern einlullen lassen möchte und wer nicht versehentlich riskante oder nachteilige Nachfolge- oder Rentenmodelle unterschreiben will, der sollte seinen Bestandsverkauf langfristig planen und auf seriöse, sachkundige Berater setzen. Gängige Excel- oder Online-Tools können die möglichen Übertragungs- und Bewertungsoptionen nicht darstellen und sind aus Sicht von Sachverständigen nicht mehr als Spielzeuge – gefährliche Spielzeuge, weil viele Ergebnisse zu katastrophalen Fehlentscheidungen führen können.

Nicht an falscher Stelle sparen

Makler sparen da meist an der falschen Stelle. Nachfolgeberatung wird oft zu 50% oder mehr staatlich gefördert. Makler nutzen diese Option viel zu selten. Zudem ist die Beratung steuerlich abzugsfähig. So bleiben auch bei umfangreicheren Beratungen und Bewertungen selten Kosten von mehr als 1.000 bis 3.000 Euro. Hinzu kommt später bei erfolgreichem Verkauf die Vermittlungsgebühr im niedrigen, einstelligen Prozentbereich. Die Ergebnisse sehen dafür aber meist viel besser aus.

So bleibt abschließend festzuhalten: Kostenlose Nachfolgeplanung gibt es nicht. Eine gute bringt bei der Bestandsübergabe so viele Mehrwerte, dass das Beratungs- und Vermittlungshonorar eigentlich keine Rolle spielt. Eine schlechte dagegen kostet unglaublich viel Geld und manchmal sogar die Existenz.

Den Artikel lesen Sie auch in AssCompact 04/2018, Seite 116.

Der Bestandsmarktplatz ist eine gemeinsame Initiative von AssCompact und dem Resultate Institut. Resultate-Gründer Andreas Grimm beleuchtet an dieser Stelle regelmäßig Aspekte zur Nachfolgeplanung.

www.bestandsmarktplatz.de, Kontakt per E-Mail: info@bestandsmarktplatz.de Direkt zur Bestandsbewertung geht es hier


Andreas W. Grimm Andreas W. Grimm


Kommentare

von Thomas Suchowee... am 13.04.2018 um 15:53 Uhr
Liebe Leserinnen, Leser, Maklerinnen und Makler,

Wir möchten an dieser Stelle weder die Arbeit von Herrn Grimm noch die Dienstleistung von seinem Resultate Institut (was immer auch mit Institut gemeint ist) bewerten.
Einige Punkte sollten wir dennoch klarstellen. Zunächst sollte man die Bewertung von einem Bestand/Maklerunternehmen, die Nachfolgeplanung und eine Notfallplanung für Makler von einem Bestandsverkauf durch einen externen Käufer oder Nachfolger klar voneinander trennen. Es handelt sich hierbei um unterschiedliche Dienstleistungen, die auch unterschiedlich honoriert werden. In der Tat bieten wir im Makler Nachfolge Club e.V. unseren Mitgliedern eine kostenlose Bestandsbewertung, unterstützen sie bei ihrer Nachfolgeplanung und stellen ihnen einen kostenlosen Makler Notfallordner zur Verfügung. Darüber hinaus bietet unser Verein weitere kostenfreie Dienstleistungen wie: Treuhandvertrag, E-Books, telefonische Beratungsgespräche und finanzielle Vorteile bei unseren Netzwerkpartnern. Wir haben uns sogar entschieden jedem Versicherungsmakler in Deutschland einen kostenlosen Notfallordner zur Verfügung zu stellen. Überzeugen Sie sich selbst unter makler-notfallordner.de

Auch wenn es Herrn Grimm nicht passt, wir bieten unseren Mitgliedern eine kostenlose Nachfolgeplanung an und verlangen auch keine 1.500 -3.000,- € für eine Bestandsbewertung oder 200,- für eine Stunde am Telefon. Wir sind eben keine GmbH sondern ein eingetragener Verein.

Der Vorstand vom Makler Nachfolger Club e.V.

von Christian Mülle... am 14.04.2018 um 20:15 Uhr
Guten Tag,

netter Versuch des Ambush Marketing. Mal nachgefragt...Haben Sie inhaltlich nachgebesert? https://www.versicherungsbote.de/id/4815222/Bestandsverkauf-Versicherungsmakler-Suchoweew/

Gruss
Christian Müller

von Andreas W. Grimm am 17.04.2018 um 15:01 Uhr
Wenn es denn unbedingt kostenlos sein soll, dann gäbe es da eine kostengünstigere Alternative:

Kostenlose Indikation des Bestandswerts online vom Spezialisten: www.bestandswerte.de

Kostenlose Erstberatung in der Nachfolgeplanung: www.resultate-institut.de/kontakt/

Notfallordner vom Notfall-Ordner-Profi für 29 EUR: www.notfall-ordner.de

Und alle Informationen, die man sonst so braucht mit Links zu wichtigen Dienstleistern und Anwälten: www.bestandsmarktplatz.de

Vorteile:
1. Keine Mitgliedschaft erforderlich,
2. keine 150 EUR ausgegeben
3. keine versteckten Folgekosten
4. keine Bindung an irgendwen
5. keine Verpflichtung gegenüber irgendwem

Und wer schon einen Notfallplan hat, der spart sich auch das Geld für den Notfall-Ordner.

Was soll man sonst noch dazu sagen? Einfach ausprobieren: www.bestandswerte.de


Ähnliche News

„Was zahlt man eigentlich für einen Bestand, der nicht so wirklich richtig digitalisiert ist?“, fragte vor einiger Zeit ein Versicherungsmakler in einer Facebook-Gruppe. Will heißen: Ist ein nicht digitalisierter Bestand eigentlich weniger wert als ein digitalisierter? Andreas Grimm vom Bestandsmarktplatz erklärt. weiterlesen
Es ist immer wieder faszinierend, wie viele Kolumnen man schreiben muss, um wenigstens ein bisschen die Erkenntnis durchzusetzen, dass die Kaufpreisermittlung für einen Maklerbestand über einen sogenannten „Umsatz-Multiple“ nicht der richtige Weg ist, wundert sich Andreas Grimm vom Bestandsmarktplatz. weiterlesen
Stellen Sie sich vor, Sie sind ein 73-jähriger Versicherungsmakler, Sie fühlen sich immer noch fit und denken noch lange nicht ans Aufhören. Ihnen ist klar, dass Sie „irgendwann“ einen Nachfolger brauchen. Und plötzlich stellen Sie fest, dass das mit der Suche gar nicht so einfach ist, sagt Andreas Grimm in der Bestandsmarktplatzkolumne. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.