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27. Januar 2026
Wohin geht es auf dem Markt für Handelsimmobilien?
Wohin geht es auf dem Markt für Handelsimmobilien?

Wohin geht es auf dem Markt für Handelsimmobilien?

Wie entwickelt sich der Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien zwischen Innenstadt und Stadtrand? Liegen lebensmittelgeankerte Fachmärkte bei Investoren weiterhin im Fokus? In welche Richtung weisen die Preise? Diese Fragen haben mehrere Marktexperten beleuchtet.

Auf dem Markt für Einzelhandelsimmobilien ist nach wie vor eine deutliche Polarisierung erkennbar: Klassische innerstädtische 1a-Lagen und etliche Einkaufszentren befinden sich vielerorts noch in der Preisfindung. Dagegen bilden lebensmittelgeankerte Fachmärkte und Fachmarktzentren weiterhin den resilienten Kern des Investmentmarkts. Zu diesem Schluss kam eine Expertenrunde im Rahmen Online-Pressekonferenz.

Laut Colliers betrug das Transaktionsvolumen für Einzelhandelsinvestments 2025 in Deutschland rund 5,8 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahreswert von 5,0 Mrd. Euro hat es somit wieder klar die Marke von 5 Mrd. Euro überschritten. Am Gesamtmarkt der Gewerbeimmobilien machte der Einzelhandel 2025 einen Anteil von rund 23% aus und damit ein ähnliches Niveau wie Büro und Industrie/Logistik.

Resilienz von Fachmärkten

„Der systemrelevante Einzelhandel hat seine Resilienz bereits während der Corona-Jahre unter Beweis gestellt und bestätigt diese Rolle auch aktuell. Investoren honorieren die Kombination aus planbaren Cashflows, langfristigen Mietverträgen und einer hohen Alltagsrelevanz der Nutzungen. Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass Fachmärkte und Fachmarktzentren im Jahr 2025 einen Großteil des gesamten Einzelhandels-Transaktionsvolumens auf sich vereinten“, erklärt Nicole Römer, Head of Retail Germany bei Colliers.

Auf Fachmärkte und Fachmarktzentren entfielen 2025 rund 48% des Einzelhandels-Transaktionsvolumens. Bei Netto-Anfangsrenditen zeigte sich im Segment Lebensmitteleinzelhandel und Fachmärkte zuletzt eine Stabilisierung. Im Vergleich zur zehnjährigen Bundesanleihe lag der Renditeabstand laut Colliers bei rund 240 bis 270 Basispunkten. 

Stabile Nachfrage im Bereich Nahversorgung

Hauck Aufhäuser Lampe setzt 2026 im Einzelhandel unverändert auf lebensmittelgeankerte Objekte mit Manage-to-core-/Value-add-Ansatz. „Insbesondere großflächig genehmigte SB-Warenhäuser eignen sich, um sie durch Flächenaufteilungen und Ergänzungsmieter, wie zum Beispiel Vollsortimenter, Discounter und Drogerien, zu modernen Nahversorgungszentren zu entwickeln“, berichtet Patrick Brinker, Head of Real Estate Investment Management bei Hauck Aufhäuser Lampe. Brinker zufolge sei die Nachfrageseite im Nahversorgungssegment stabil. Die Expansion des Lebensmitteleinzelhandels und der Drogerien sorge weiterhin für eine solide Flächennachfrage. Gerade an etablierten Standorten gebe es eine hohe Vermietungssicherheit – für Investoren ein zentraler Faktor.

Interesse an europäischen Investments wächst wieder

Die HIH Invest setzt ebenfalls weiter auf Nahversorgungsimmobilien und will ihr Anlageuniversum ausbauen – auch geografisch. Jens Nagelsmeier, Head of Transaction Retail & Healthcare bei HIH Invest, verweist auf eine wieder anziehende Nachfrage nach europäischen Investments: „Wir beobachten, dass sich das Interesse institutioneller Anleger wieder stärker in Richtung Europa bewegt. In einzelnen europäischen Märkten ist der Immobilienzyklus bereits weiter fortgeschritten als in Deutschland und bietet entsprechend attraktive Renditechancen.“

Innerstädtische Geschäftshäusern bei privaten Investoren gefragt

Bei innerstädtischen Geschäftshäusern und 1a-Lagen zeigen insitutionelle Investoren zwar Interesse, bleiben aber angesichts ausstehender Mietanpassungen, Insolvenzen und Umnutzungserfordernissen zurückhaltend. Käufer bleiben überwiegend private Investoren und Family Offices.

Seitwärtsbewegung bei Preisen erwartet

Für das laufende Jahr erwarten die Marktexperten ein moderates Wachstum der Transaktionsmärkte, vor allem durch ein größeres Angebot aus Portfoliobereinigungen sowie durch wieder steigende Aktivitäten auf der Finanzierungsseite. Was die Preisentwicklung betrifft, gehen sie eher von einer Seitwärtsbewegung aus als von starken Korrekturen. Zusätzliche Impulse könnten einzelne großvolumige Shopping-Center-Transaktionen geben, sofern Betreiber- und Vermietungskonzepte die notwendige Stabilität und Transparenz liefern. (tik)

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