Der Kaufmarkt für Wohnimmobilien in Deutschland erweist sich als preisstabil. Dies zeigen Ergebnisse des aktuellen WohnBarometers für das dritte Quartal 2026, die ImmoScout24 vorgestellt hat. Demnach entwickelten sich die Kaufpreise im bundesweiten Durchschnitt weiter stabil bis leicht positiv. Dies gilt sowohl für Häuser und Wohnungen im Bestand als auch im Neubau.
Höhere Finanzierungskosten hinterlassen Spuren
Doch zugleich wirken sich die mittlerweile höheren Finanzierungskosten dämpfend auf die Nachfrage aus. Kaufinteressierte würden laut ImmoScout24 auf Baufinanzierungszinsen von über 4% reagieren. Die Nachfrage nach Kaufimmobilien ist in den Metropolen im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal gesunken. Das Interesse verlagert sich auf den Mietmarkt.
„Die höheren Finanzierungskosten verschieben die Nachfrage spürbar: Gerade in den Metropolen orientieren sich Kaufinteressierte wieder stärker Richtung Mietmarkt. Gleichzeitig ziehen die Angebotspreise bundesweit leicht an. Umso wichtiger ist es für Kaufinteressierte, regional genau hinzuschauen und die eigene Finanzierung realistisch zu bewerten“, erklärt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24.
Weniger Kaufanfragen
In den acht Metropolen lag die Nachfrage zuletzt 9% unter dem Niveau des zweiten Quartals, im Umland der größten Städte 8% unter dem Wert des Vorquartals. In kreisfreien Städten ist eine Verringerung um 6% festzustellen, im ländlichen Raum um 2%. In allen Regionsklassen bewegte sich die Nachfrage noch über dem Niveau des dritten Quartals 2023.
Gleichzeitig hat die Nachfrage am Mietmarkt angezogen. Wie ImmoScout24 weiter mitteilt, haben sich die Kaufanfragen im bundesweiten Durchschnitt zwischen Mai und September um 7% verringert. Die Mietanfragen hingegen haben um 12% zugenommen. Im gleichen Zeitraum sind die Baufinanzierungszinsen gestiegen und lagen Anfang Oktober bei etwa 4,3%, so die Daten von ImmoScout24.
Bestandspreise legen bundesweit zu, sinken aber in fünf Metropolen
Bei den Angebotspreisen für Bestandswohnungen zeigt sich im dritten Quartal 2026 bundesweit ein Anstieg um 0,3% auf 2.653 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich liegen sie somit 4,1% höher. Bei Häusern im Bestand haben die Preise gegenüber dem Vorquartal um 0,5% auf 2.955 Euro pro Quadratmeter zugelegt. Sie lagen zuletzt 3,6% über dem Vorjahresniveau.
In den Metropolen ist im Quartalsvergleich eine unterschiedliche Entwicklung zu beobachten: Während die Preise im zweiten Quartal noch in allen acht Städten gewachsen sind, haben sie im dritten Quartal bei Bestandswohnungen in fünf Metropolen nachgegeben. Die stärksten Preisrückgänge gab es in Berlin und Hamburg mit einem Minus von jeweils 1,5%, gefolgt von Frankfurt am Main mit einem Minus von 1,0%. München und Stuttgart weisen einen Rückgang um jeweils 0,4% auf. In Düsseldorf hingegen haben die Preise um 1,0% zugenommen, in Leipzig um 0,7% und in Köln um 0,3%.
Im Jahresvergleich bewegen sich die Preise für Bestandswohnungen in sieben der acht Metropolen weiterhin über dem Vorjahresniveau, wobei München nach wie vor mit deutlichem Abstand das teuerste Pflaster bleibt vor Frankfurt am Main auf Rang 2. München bleibt mit 8.309 Euro pro Quadratmeter mit deutlichem Abstand die teuerste Metropole; Frankfurt am Main folgt als zweitteuerster Standort mit 5.385 Euro pro Quadratmeter. Leipzig weist mit 3.074 Euro das niedrigste Preisniveau unter den Metropolen auf.
Neubaupreise ziehen bundesweit weiter an
Die Angebotspreise für Neubauwohnungen sind im dritten Quartal 2026 bundesweit um 0,7% auf 4.196 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Im Jahresvergleich liegen sie somit 2,5% höher. Die Preise für Neubauhäuser weisen ein Plus von 0,6% auf. Der Quadratmeterpreis kommt auf 3.975 Euro, das sind 2,5% mehr als im Vorjahr.
Der Blick auf Neubauwohnungen in den Metropolen ergibt ein geteiltes Bild: In vier Städten haben sich die Preise verteuert, in vier haben sie sich leicht verringert. Die stärksten Zuwächse gab es in Frankfurt am Main und Köln mit einem Plus von jeweils 1,0%. Es folgen Stuttgart mit einer Zunahme um 0,9% und Düsseldorf mit 0,5%. Leichte Rückgänge verzeichneten Hamburg mit einem Minus von 1,0% sowie Berlin und Leipzig mit einem Minus von jeweils 0,6% sowie München mit einem Rückgang um 0,4%.
Im Jahresvergleich lagen die Neubaupreise in allen acht Metropolen über dem Vorjahresniveau. Wie auch bei den Bestandspreisen rangiert München mit deutlichem Abstand in der Rangliste der teuersten Städte weiterhin vorne.
Informationen zur Auswertung gibt es im Medienbereich von ImmoScout24. (tik)
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