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23. November 2016
Zur ganzheitlichen Beratung gehört die Immobilie
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Zur ganzheitlichen Beratung gehört die Immobilie

Die Generationenberatung macht es unumgänglich, dass sich Finanz- und Versicherungsmakler auch dem Thema Immobilen nähern. Während lange die Lebensversicherung Hauptträger der langfristigen Beratungsstrategie war, wird es nun zwingend erforderlich, sich auch mit Sachwertstrategie zu beschäftigen. Die Problematik, die sich hier in Zukunft stellt, liegt natürlich schon in den unterschiedlichen Regelungen der Berufszulassungen. Von Jürgen Engelberth, BVFI

Ganzheitliche Beratungsansätze werden in Zukunft wohl kaum mehr von nur einer Person realisierbar sein. Die Märkte sind im Wandel, die Gesetze sind im Wandel und auch der digitale Wandel fordert seinen Tribut. Und im Rahmen der Berufszulassung – egal ob Sachkundenachweis 34c, 34i, 34f oder in Zukunft eben 34xyz – wird es unmöglich werden, ganzheitliches Wissen und Marktkompetenz an den Kunden und den Verbraucher zu bringen.

Aber gerade eine umfassende Marktkompetenz wird bei den immer schnelleren Marktbewegungen immer unverzichtbarer, wollen die Generationen am Ende nicht mit leeren Händen dastehen.

Lebenslanges Lernen gefragt

Was ist also zu tun? Ausbildung und Kooperationen sind hier wohl als Hauptstichworte zu nennen. Jemand, der sich für einen Beruf in unseren Branchen der Finanz- und Immobilienwirtschaft entscheidet, entscheidet sich auch für lebenslanges Lernen. Aber auch damit ist es heute und in Zukunft einfach nicht mehr getan.

Die hohen Anforderungen, insbesondere an die umfangreiche Generationenberatung, werden in Zukunft nicht mehr von Einzelmaklern bedient werden können, sondern vielleicht von Sozietäten nach dem Vorbild amerikanischer Rechtsanwaltssozietäten.

Eine solche Finanz- und Beratungssozietät könnte ein Zusammenschluss sein aus hoch qualifizierten und gut ausgebildeten Finanzmaklern, Versicherungsberatern, Immobilienmaklern, Hausverwaltern, Gutachtern, Fachanwälten und Steuerberatern. Solche Sozietäten werden das Zeug dazu haben, die bisherige „Beratungsvormacht” der Banken, die da auch nicht hingehört, zu brechen. Aber der „Tante-Emma-Makler“ hat in Zukunft definitiv ausgedient.

Ganz nebenbei würden die Branchen dadurch natürlich einen erheblichen Reputationsschub erhalten und ihr soziales Ansehen in der Gesellschaft um ein Vielfaches steigern können. So kann man den erheblichen gesetzlichen Einschnitten am Ende doch auch immer etwas Gutes abgewinnen.

Und was die Produkte für die Generationenberatung angeht: Als Immobilienmann kann ich zu den Finanzprodukten natürlich nicht wirklich viel sagen, außer dass wir den Verfall der Lebensversicherungen, der Bausparverträge, der Zinsmärkte oder auch der Derivate-Geschäfte (oder sonstiger wilder Marktprodukte) gesehen haben. Weiterhin wird wohl davon auszugehen sein, dass die Banken und deren Dienstleistungen in den nächsten fünf Jahren durch den digitalen Wandel weitere zig Millionen Kunden verlieren werden. Sie alle benötigen Beratung, insbesondere auch in Immobilienprodukten. Als BVFI bieten wir hier insbesondere auch den Finanzmaklern entsprechende Werkzeuge und gemeinsam mit der Deutsche Makler Akademie auch die Ausbildungen dazu.

Wir alle können uns auf diese Veränderungen freuen, denn es entstehen ganz neue Märkte und Kundenströme, deren Größenordnung wir nicht abschätzen können. Zu beachten aber bleibt, dass daraus auch eine immer größere Verantwortung und auch Haftung dem Kunden gegenüber entsteht.

Autor: Jürgen Engelberth, Vorstand des BVFI – Bundesverband für die Immobilienwirtschaft e. V.