Interview mit Enrico Fernitz, Fachwirt für Versicherungen und Finanzen IHK und CEO von „Der Anker Makler“
Hi, Enrico, du bist gelernter Schwimmmeister – und jetzt schon seit geraumer Zeit Makler. Erläutere doch mal, wie das passiert ist ;)
Ich fang damit an, dass wir „Moin“ sagen. Also moin an alle Leser! ;) Das hat ganz klassisch mit der Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe („Schwimmmeister“ – bitte nicht „Bademeister“) an der Universität Göttingen angefangen. Damals – 2001 – war noch nicht mal dran zu denken, irgendwas in der Finanz- und Versicherungsbranche zu machen. Was waren Versicherungen? Da kommt doch immer so ein komischer Kerl zu meinen Eltern mit einem großen Auto …
Das ging erst ca. 2009 los. Ich war bei der Marine und habe durch zwei Auslandseinsätze gutes Geld gehabt, aber nach fünf Jahren gemerkt, dass es Zeit war für etwas Neues. Mein damaliger Kumpel und „Noch-nicht-Chef“ der Kanzlei de Braý hat mich gefragt, was ich nach der Bundeswehrzeit machen möchte und ob ich mir vorstellen könnte, etwas mit Menschen zu machen. So war der erste Berührungspunkt da. Und dann kam der 01.08.2010 und die Ausbildung/Umschulung bei der Kanzlei de Braý – Helvetia Generalagentur in Göttingen begann.
Du warst 15 Jahre bei der Kanzlei de Braý – und hast jetzt doch dein eigenes Unternehmen gegründet. Was war deine Motivation?
Die Corona-Situation hat mir als damaliger Untervermittler der Kanzlei so ein bisschen die Augen geöffnet. Ich habe, bis auf Annahme des Telefons und Urlaubsvertretung, alles selber gemacht. Neben der hohen Miete für ein verhältnismäßig großes Büro musste ich außerdem ein Drittel meiner Einnahmen immer an die Kanzlei abgeben. Das Ergebnis: Nichts im Gegenzug für die Abgabe dieses Drittels. An einem Strang gezogen haben wir auch nicht länger – es war schlichtweg kein Miteinander.
Als im November 2024 ein befreundeter Coach, bei dem ich ein Coaching gebucht hatte, fragte, warum die Rechnungen noch über de Braý kommen und nicht von mir selber, konnte ich es nicht wirklich beantworten. Da dachte ich mir so langsam: Stopp mal, was wird das hier? Allein nur das Nachdenken hat mein jetziger Vermieter meines neuen Büros, der auch in besagtem Coaching saß, als beiderseitige Chance und Möglichkeit genutzt. Wir sind noch am selben Abend in die neuen Räumlichkeiten gefahren. Ab dem Moment ging ALLES bergauf.
Was ist dein konkreter Plan mit deinem Unternehmen?
Im Moment schaue ich, dass ich die ganzen Bestände in Verbindung mit den Pools zeitnah übertragen bekomme. Da ich alle meine Kunden mitnehmen durfte, ist dies auch ein wesentlicher Schritt zwecks MVP, Einordnung der Daten, Gewichtung an privaten sowie gewerblichen Kunden.
Ich will mich zukünftig auf Familien unter 40 Jahren spezialisieren. Erste eigene Wohnung, das erste Kind, das Haus … die erste Scheidung.
Da ich 2021 meine Baufinanzierer-Zulassung bei der IHK Hannover gemacht habe, stelle ich mich in dem Feld breit auf und die Kunden können davon profitieren. Auch hier soll eine professionelle Abwicklung in Zukunft möglich sein.
Du bist auch recht aktiv in der Jungmakler-Community unterwegs. Profitierst du hier auch für deinen weiteren Weg?
Die Jungmakler-Community hat mit den größten Anteil daran, warum es sich lohnt, Versicherungsmakler zu werden. Alle haben ihr eigenes Business, alle profitieren von diesem Netzwerk. Es ist Wahnsinn, was man schaffen kann, wenn kleine Ideen in der Runde besprochen werden.
Wenn du dir eine Sache von der Jungmakler-Community wünschen könntest – was wäre es?
Nutzt es für euer Business und kommt zu den Veranstaltungen (online oder Präsenz). Wir dürfen gerne zeigen, wer wir sind :) Und lasst uns gemeinsam die Finanz- und Versicherungswelt besser machen. Die Zeiten der „alten grauen Männer“ sind vorbei!
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