Künstliche Intelligenz gilt als Treiber für Produktivität und Intelligenz. Vor allem in der Arbeitswelt sind Veränderungen bereits deutlich spürbar. Auch wenn zunächst nur einige Tätigkeiten durch die neue Technologie komplett ersetzt werden, werden viele Jobs durch die Ankunft der KI doch neu zugeschnitten.
Der ManpowerGroup Global Workforce Trendreport 2026 „Der Faktor Mensch“ zeigt die aktuellen Entwicklungen auf und zeichnet ein Bild von einer Arbeitswelt im Wandel: Während Unternehmen ihre Investitionen in Automatisierung ausbauen, wächst unter den Beschäftigten gleichzeitig die Unsicherheit. Dabei ist es vor allem die digitalaffine Generation Z, die sich Gedanken um ihre berufliche Zukunft macht.
Kernkompetenzen werden sich deutlich wandeln
Laut der Studie planen 61% der Unternehmen weltweit, ihre Investitionen in Automatisierung weiter zu erhöhen. Diese Automatisierung konzentriert sich vor allem auch standardisierbare Aufgaben und repetitive Tätigkeiten. Das bedeutet einen Wandel in den Jobprofilen vieler Arbeitnehmer: Bis zum Jahr 2030 werden sich laut der Studie 39% der Kernkompetenzen von Mitarbeitenden an neue Anforderungen anpassen müssen. Vor allem in den Bereichen der Technologie, der Produktion und im Vertrieb und Marketing wird Automatisierung in den nächsten fünf Jahren den größten Wandel auslösen.
Jeder zweite Gen-Z-Beschäftigte fürchtet um seinen Job
Vor allem für jüngere Beschäftigte bringt der KI-getriebene Wandel neue Unsicherheiten. Die Generation Z steht neuen Technologien grundsätzlich zwar offen gegenüber. Trotzdem befürchtet mehr als die Hälfte dieser Generation, dass Automatisierung ihre Rolle in den nächsten zwei Jahren ersetzen könnte. Die Unsicherheit betrifft vor allem Einstiegspositionen; hier gilt das Potenzial zur Automatisierung als besonders hoch.
Menschliche Fähigkeiten weiter wichtig
Zentrale menschliche Fähigkeiten bleiben trotz aller technischen Fortschritte unverzichtbar, wie es in dem Report heißt. Unter Arbeitgebern herrsche Konsens, dass ethisches Urteilsvermögen die Kompetenz ist, die sich am schwersten automatisieren lässt. Weitere Aufgaben, die sich nicht einfach so durch KI ersetzen lassen, sind Kundenservice und Teamführung. Diese Anforderungen bleiben fester Bestandteil vieler Rollenprofile, auch in stärker automatisierten Arbeitsumgebungen. Für Führungskräfte steht künftig zudem die Fähigkeit im Fokus, das Zusammenspiel von Mensch und Technik optimal zu orchestrieren.
Fazit: KI ist kein reines Effizienzthema
Die Studie macht deutlich: KI birgt Potenziale für Unternehmen, doch auch Risiken. Diese sind nicht nur von technologischer, sondern auch von sozialer Natur. Unternehmen müssen Beschäftigte aktiv mitnehmen, Qualifizierung fördern und neue Karrierewege schaffen. Andernfalls droht eine wachsende Kluft zwischen gut ausgebildeten Fachkräften und jenen, die den Anschluss verlieren. (js)
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