Wie weit ist die deutsche Arbeitswelt im Jahr 2026 in den Bereichen Gleichberechtigung, Transparenz und Mitarbeiterbindung? Das hat HiBob, Anbieter von HR-Technologie, gemeinsam mit Pollfish untersucht. Eine Wahrnehmungslücke zeigt sich z. B. in Sachen Gleichstellung: 65% der männlichen Befragten bewerten die Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten hierzulande positiv. Doch lediglich 47% der Frauen sind derselben Meinung. Auf Unternehmensebene empfinden 56% der Männer die Entwicklung in ihrer eigenen Organisation als besser, bei den Frauen sind es 42%.
Schlechter gestellt nach Elternzeit?
65% der Frauen, die in den vergangenen fünf Jahren Elternzeit genommen haben, geben an, dass es danach mindestens eine negative berufliche Veränderung gab. 35% kehrten ohne Konsequenzen zurück. Bei Männern haben 49% keine beruflichen Folgen nach der Elternzeit gespürt. Weitere Auswirkungen für Frauen waren z. B. weniger Sichtbarkeit im Unternehmen (25%), eine veränderte Rolle (25%) und Verzögerung bei Gehalt oder Beförderung (21%). Zudem weist HiBob darauf hin, dass die Vereinbarkeit von Care-Arbeit und beruflicher Entwicklung häufig ein Problem darstellt, das Unternehmen nicht ignorieren dürfen.
Frauen halten Führungsposition nicht immer für lohnenswert
Was das Thema Beförderung und Führung angeht, trauen sich 67% der Frauen eine Führungsrolle zu. Jedoch meint nur die Hälfte, dass sich Führung für sie unter den aktuellen Rahmenbedingungen lohnt. Bei den Männern beträgt dieser Wert 63%. Hier sieht HiBob den Unterschied nicht im Selbstbild, sondern im Systemvertrauen. Unter den Personen, die eine Beförderung konkret angestrebt haben, waren 57% der Männer erfolgreich, bei den Frauen waren es 53%.
Folgen der Ungleichheit
Gehaltsungleichheit, intransparente Beförderungskriterien, die Nachteile nach der Elternzeit und das mangelnde Systemvertrauen von Frauen ergeben zusammen ein Bild struktureller Ungleichheit, folgert HiBob. Wenn Unternehmen diese Themen nicht beachten, können hohe Fluktuation und Produktivitätsverlust die Folge sein. Dazu hat der HR-Technologie-Anbieter weitere Zahlen: 25% der Beschäftigten denken ernsthaft über einen Jobwechsel nach, weitere 28% sind unentschieden. Weiteres Umdenken und konsequente Umsetzung in Unternehmen könnte also auch zu höherer Mitarbeiterbindung führen.
Über die Studie
Über ein zufälliges Sample wurden 2.000 Mitarbeiter von Unternehmen befragt, je zur Hälfte Frauen und Männer. Die Studie ging quer durch alle Branchen, Unternehmensgrößen und Hierarchieebenen. Die gesamten Ergebnisse können hier nachgelesen werden. (lg)
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Grafiken: © HiBob
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