Für die Studie „Generative KI in der deutschen Wirtschaft 2026“ hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG 30 Versicherungsunternehmen befragt. Demnach haben alle Gesellschaften eine KI-Strategie. 83% haben hierfür auch klare unternehmensweite Vorgaben festgelegt. Die KI-Strategie wird bei nahezu allen Versicherern, die an der Umfrage teilgenommen haben, dabei maßgeblich durch Partnerschaften und strategische Allianzen geprägt. 53% der befragten Unternehmen setzen übrigens auf ChatGPT, 50% auf Microsoft Copilot.
KI-Einsatz gewinnt an Reife
Wie die Studie weiter zeigt, beobachten die Versicherer erste wirtschaftliche Effekte. So berichten 57% von Umsatzsteigerungen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. 47% weisen höhere Prozessautomatisierungsgrade auf. Jeweils 40% sehen Verbesserungen bei der Datenanalyse und der Kundeninteraktion.
Nutzen für Wertschöpfung ausbaufähig
Laut KPMG belegen die Zahlen, dass KI bei Versicherern kein Experiment mehr darstellt, doch ihr Nutzen für die Wertschöpfung verteilt sich bislang noch ungleich. Besonders deutlich werde diese Lücke, wenn man sich die Einsatzfelder betrachtet. Bei 47% der befragten Gesellschaften kommt KI derzeit insbesondere im Frontend an der Schnittstelle zum Kunden zum Einsatz, vor allem im Vertrieb und im Beschwerdemanagement. 60% betrachten die KI-Umsetzung als starken Treiber für die operationelle Transformation, 50% für die Transformation von Schlüsselbereichen wie aktuarielle Aufgaben sowie das Finanz- und Risikomanagement.
Hier sehen die Versicherer das größte Potenzial
Das größte Veränderungspotenzial versprechen sich die Gesellschaften allen voran in der Schaden- und Leistungsbearbeitung. Hier erwarten 83% starke Effekte. 63% gehen von spürbaren Auswirkungen auf den Kundenservice aus und 40% im Bereich Risikomanagement.
„Die entscheidende Transformation findet nicht im nächsten Chatbot statt, sondern in den komplexen Kernprozessen der Versicherer“, erklärt Stefan Heyers, Partner im Bereich Financial Services bei KPMG. „Wer Schadenbearbeitung, Vertrieb und Kundenservice Ende-zu-Ende neu denkt, kann mit KI gleichzeitig Geschwindigkeit, Effizienz und Kundenerlebnis verbessern.“
Weiterhin Herausforderungen bei der Umsetzung
Doch nach wie vor stellt die KI-Implementierung die Gesellschaften vor Herausforderungen. 50% der Befragten geben unklare Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit- oder Compliance als größten Hemmschuh. Jeweils 53% betrachten die Integration in Arbeitsprozesse und die Bereitstellung benutzerfreundlicher Anwendungen als Hürde. 40% sehen in der Qualifizierung der Mitarbeiter eine Herausforderung.
Laut KPMG geben alle befragten Versicherer an, grundsätzlich gute Voraussetzungen für den produktiven KI-Einsatz ihrer Beschäftigten geschaffen zu haben, aber erst 57% würden auf unternehmensweite Weiterbildungsprogramme setzen.
„Eine KI-Strategie allein verändert noch keinen Prozess“, unterstreicht Heyers. „Versicherer müssen Technologie, Governance, Qualifizierung und operative Abläufe gemeinsam gestalten. Erst dann wird aus einzelnen Anwendungen ein skalierbares Geschäftsmodell.“ (tik)
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