Trade Republic will es wohl wissen. Nachdem man zuerst ausschließlich als Broker agierte, mit dem Schwerpunkt auf ETF-Sparplänen, holte man sich 2023 die Lizenz zur Vollbank und konnte seitdem gewöhnliche Bankdienstleistungen seinen Kunden bieten. Jetzt steigt das Unternehmen allerdings in einen weiteren Markt ein, und zwar in das Versicherungsgeschäft. Das macht Trade Republic aber nicht im deutschen Markt, sondern in Liechtenstein.
Neuer Lebensversicherer von Trade Republic
Der Versicherungsmonitor hatte zuerst darüber berichtet und bezog sich dabei auf eine Mitteilung der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein vom vergangenen Donnerstag, 15.10.2026. Darin heißt es, dass die Justinian Versicherungs AG mit Hauptsitz in der Hauptstadt Vaduz nun als Versicherungsunternehmen nach dem liechtensteinischen Versicherungsaufsichtsgesetz bewilligt wurde. Die Bewilligung wurde für die Versicherungszweige 1 (Lebensversicherung) und 3 (Anteil- bzw. fondsgebundene Lebensversicherung) erteilt.
Kurz vor der Lizenzierung hieß das Unternehmen noch Trade Republic Assurance AG. Personell ist das Unternehmen sowohl mit Vertretern von Trade Republic als auch mit erfahrenen Neuzugängen aus der Versicherungsbranche besetzt, berichtet der Monitor. Der Vorstand besteht aus Andreas Torner, Co-Geschäftsführer von Trade Republic, und Francis Blumberg, früher u. a. Swiss Re und Howden Re. Im Verwaltungsrat tätig sind Kirsten Donner, Director bei Trade Republic, Thomas Pischke, Co-Gründer des Neobrokers, und der frühere VHV-Aufsichtsratschef Peter Lütke-Bornefeld.
Was plant Trade Republic?
Von offizieller Seite gibt es von Trade Republic derzeit noch keine Informationen, warum man den Schritt ins Lebensversicherungsgeschäft gegangen ist. Eine AssCompact Anfrage blieb bis zur Veröffentlichung des Artikels unbeantwortet. Naheliegend ist aber natürlich, dass das Unternehmen sich vor dem Hintergrund des Altersvorsorgedepots noch etwas breiter aufstellen möchte.
Erst letzte Woche hat Trade Republic verkündet, dass es ein kostenloses Altersvorsorgedepot starten wird, gänzlich ohne Gebühren. Jedoch kann das Unternehmen als Neobroker und Bank bisher „nur“ ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie anbieten. Die Produktwelt mit Garantie im Versicherungsmantel bleibt Trade Republic vorerst verwehrt. Mit einem Lebensversicherer in der Hinterhand könnte sich das nun ändern. (mki)
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