In der aktuellen Folge des Digital Insurance Podcast spricht der KI-Experte Thomas Fröhlich mit Dr. Josef Adersberger, Managing Director und Co-Founder von QAware, darüber, wie sich künstliche Intelligenz und Automatisierung heute wirklich pragmatisch und profitabel im Unternehmensalltag verankern lassen.
Die beeindruckende Zahl des Monats dieser Podcast-Episode lautet 30.401. Dies entspricht der Menge an Codeänderungen, die das KI-Unternehmen Anthropic mittlerweile pro Tag mit eigenen Systemen erzeugt. Im Vergleich zum Juni desselben Jahres stellt dies eine Verzehnfachung dar. Diese exponentielle Produktivitätssteigerung durch sogenannte agentische Softwareentwicklung zeigt einen klaren Trend für die Zukunft. Der eigentliche Programmieraufwand wird drastisch minimiert, wodurch sich der Flaschenhals in der IT-Entwicklung künftig von der reinen Code-Erstellung hin zur Entscheidungsfindung und zum Anforderungsmanagement verschiebt. Zukünftige Arbeitsweisen werden in der Assekuranz zunehmend aus kleinen, agilen Tandems bestehen, in denen Produktmanager und Ingenieure gemeinsam mit KI-Agenten agieren.
Praxisbeispiel zeigt extremes Einsparpotenzial bei Regulatorik
Dass diese technologischen Quantensprünge bereits in der harten Realität der Versicherer angekommen sind, belegt ein im Podcast diskutiertes Projekt eines großen deutschen Versicherers. Ein aus lediglich zwei Personen bestehendes Team konnte mithilfe von sieben KI-Agenten innerhalb von nur zehn Wochen eine produktionsreife und regulatorikkonforme Lösung für das hochkomplexe Solvency-2-Reporting (SFCR) entwickeln. Diese Software bewältigt Vorgaben aus 3.200 Seiten Regulatorik, umfasst über eine halbe Million Zeilen Code und erzielt eine Aufwandsersparnis von 80 Prozent bei der Erstellung der Reports. Ein derartiger Erfolg verdeutlicht, dass mit direkten Vorstandsmandaten, mutigen Hypothesen und dem temporären Verzicht auf langwierige Unternehmensprozesse Innovationssprünge möglich sind, die auf konventionellem Weg schätzungsweise das Zehn- bis Zwanzigfache an Zeit beansprucht hätten.
Digitale Souveränität und die europäische KI-Alternative
Neben der reinen Effizienzsteigerung widmet sich die Episode intensiv der Frage der Datensicherheit und der strategischen Unabhängigkeit. Mit neuen Modellen des europäischen Anbieters Mistral stehen leistungsstarke Alternativen zur Verfügung, die sich ideal für datensensible Automatisierungen von Massenprozessen in der Versicherungswirtschaft eignen und dabei helfen, teure Token-Kosten von US-amerikanischen Modellen zu vermeiden. Dies ist entscheidend für eine zentrale Zukunftsfrage der Branche, nämlich wer künftig das digitale Betriebssystem der Versicherer kontrolliert. Während große Tech-Konzerne, IT-Dienstleister und etablierte Kernsystem-Anbieter versuchen, ihre Plattformen tief in den Unternehmen zu verankern, bietet die künstliche Intelligenz den Versicherern nun die greifbare Chance, eigene, souveräne Systeme aufzubauen und sich aus potenziellen Abhängigkeiten zu befreien.
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Hier geht es zur Folge: KI-Update Oktober
Über den Podcast
Jonas Piela berät die Versicherungswirtschaft hinsichtlich der digitalen Transformation in seiner Rolle als Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants. Außerdem betreibt er den Digital Insurance Podcast, für den er mit Managern aus der Branche über die Herausforderungen der Digitalisierung spricht. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.
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