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Versicherer verschenken viel Potenzial bei fondsgebundenen Produkten
01. April 2019

Versicherer verschenken viel Potenzial bei fondsgebundenen Produkten

Die f-fex AG hat die Fondsqualität fondsgebundener Rentenversicherungen analysiert. Demnach ist sie weiterhin unbefriedigend. Rating und Performance im Anlagestock fallen allenfalls durchschnittlich aus. Versicherer könnten bei der Fondsqualität daher mehr tun.


Die f-fex AG hat die Fondsqualität fondsgebundener Rentenversicherungen analysiert. Demnach ist sie weiterhin unbefriedigend. Rating und Performance im Anlagestock fallen allenfalls durchschnittlich aus. Versicherer könnten bei der Fondsqualität daher mehr tun.

Versicherer verschenken viel Potenzial bei fondsgebundenen Produkten

Immer noch wird bei der fondsgebundenen Renten- und Lebensversicherung laut einer aktuellen Analyse von f-fex viel Potenzial verschenkt. Der jüngsten Studie der Frankfurter Fondsexperten zufolge, findet die Fondsanlage bei vielen Versicherern und Beratern weiter zu wenig Beachtung. Im schwierigen Börsenjahr 2018 haben sich demnach Rating und Performance für den gesamten Anlagestock der deutschen Versicherer weiter verschlechtert.

Große Streuung unter den Anbietern

Die Streuung der Fondsqualität im Anlagestock ist dabei beträchtlich. Bei den großen Anbietern mit einem Volumen von über 1 Mrd. Euro schneiden Zurich und R+V mit Abstand am besten ab. Generali, Gothaer und Nürnberger haben laut f-fex hingegen den größten Nachholbedarf. Bei den kleineren Häusern liegen Münchner Verein und Barmenia vorne.

Fortschritte beim Neugeschäft

Beim Neugeschäft stellt f-fex eine Verbesserung im Vergleich zum Bestand fest. Unter den großen Versicherern besetzen R+V, Cosmos und AXA die vordersten Plätze, bei den kleineren Versicherern mit nennenswerten Mittelzuflüssen und hinreichend vielen Fonds sind es Targo, Hannoversche Versicherung und MyLife. Der Trend zur besseren Fondsqualität im Neugeschäft ist jedoch längst nicht bei allen Versicherern festzustellen. Insgesamt kommen die deutschen Versicherer daher auch beim Neugeschäft nicht über das Mittelmaß hinaus.

Große Unterschiede bei den Fondsgesellschaften

Auch unter den Fondsgesellschaften ist die Qualitätsspanne des im Anlagestock deutscher Versicherer liegenden Fondsvolumens groß. Unter den Gesellschaften mit größerem Volumen von mehr als 1 Mrd. Euro tun sich insbesondere Fidelity und – mit etwas Abstand – DWS und Union hervor. Bei den mittleren bis kleinen Volumina stehen Flossbach von Storch, DJE Investment und Commerz Fund Solutions an der Spitze.

Hauseigene Fondsgesellschaften oft im Nachteil

Auffallend ist laut f-fex darüber hinaus, dass konzerneigene Fondsgesellschaften in den wenigsten Fällen einen positiven Outperformance-Beitrag im Anlagestock des betreffenden Versicherers liefern. Ausnahmen bildeten 2018 die Union Investment für die R+V, die Alte Leipziger Trust für die Alte Leipziger Versicherung und Allianz Global Investors für Allianz Leben. Bei den übrigen konzerneigenen Gesellschaften lag der Performancebeitrag für die hauseigene Versicherung in der Regel unter dem Beitrag der extern mandatierten Fondsgesellschaften.

Rating und Performance allenfalls durchschnittlich

„Das Angebot der deutschen Versicherer bei fondsgebundenen Rentenversicherungen bleibt deutlich hinter seinen Möglichkeiten“, erklärt Dr. Tobias Schmidt, CEO der f-fex AG. Wenn man das nach wie vor am Markt vorhandene Renditepotenzial wirklich ausschöpfen will, bedürfe es eines deutlich besseren Fondsangebots und einer regelmäßigen, kompetenten Betreuung der Policen-Portfolios. „Auch wenn es vermehrt Bemühungen gibt, diesen Zustand zu ändern, sind viele Versicherer und die von ihnen mandatierten Vertriebsgesellschaften davon noch weit entfernt“, so Schmidt. Nur etwa ein Drittel des Anlagestocks der deutschen Versicherer ist der Studie zufolge in gut bis sehr gut geratete Fonds investiert. Der Rest verteilt sich auf durchschnittliche bis schwache Ratings.

Kunden brauchen mehr Unterstützung

Insgesamt wird das Renditepotenzial des Anlagestocks fondsgebundener Lebensversicherungen laut f-fex bei weitem nicht ausgeschöpft. Versicherer könnten hier deutlich mehr tun, auch wenn die Entscheidung über die Portfoliozusammensetzung und deren Veränderung während der Vertragslaufzeit letztlich Sache des Policeninhabers ist. „Ohne qualitativ bessere Fonds, aussagefähigeres Berichtswesen und kompetente, laufende Beratung wird sich an der gegenwärtigen Situation wenig ändern“, so Schmidt. „Der Kunde braucht hier mehr Unterstützung durch den Versicherer.“ (mh)

Über die Studie

Die Studie richtet sich an Versicherer, Finanzvertriebe und Fondsgesellschaften und kann gegen Gebühr bei der f-fex AG, einem Anbieter für das digitale Management von Fondspolicen (www.f-fex.de), bezogen werden.




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