Das endgültige Aus der Zinshoffnungen | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Das endgültige Aus der Zinshoffnungen
19. Juli 2019

Das endgültige Aus der Zinshoffnungen

Im Schatten der Diskussion um die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wurden in Brüssel an anderer Stelle relativ unbemerkt wichtige Weichen gestellt. So wurde unter anderem das endgültige Aus der Hoffnungen auf eine Zinswende besiegelt. Ein Kommentar von AssCompact-Redakteur Michael Herrmann.


Im Schatten der Diskussion um die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wurden in Brüssel an anderer Stelle relativ unbemerkt wichtige Weichen gestellt. So wurde unter anderem das endgültige Aus der Hoffnungen auf eine Zinswende besiegelt. Ein Kommentar von AssCompact-Redakteur Michael Herrmann.


Das endgültige Aus der Zinshoffnungen
Kommentar von Michael Herrmann, AssCompact

Während Deutschland munter über die neue EU-Kommissionspräsidentin streitet, sind an anderer Stelle bereits relativ unbemerkt die Weichen für die Zukunft gestellt worden. Waren zuletzt noch leise Hoffnungen auf eine neue Zinspolitik im Euroraum aufgekeimt, sind diese nun vom Tisch. Der Hoffnungsträger der Zinswendenanhänger, Bundesbankpräsident Jens Weidmann, ist raus aus dem Rennen um die EZB-Präsidentschaft. Er wird nicht Nachfolger des scheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi.

Stattdessen wird Christine Lagarde am 01.11.2019 die Nachfolge von Mario Draghi antreten. Jene Christine Lagarde, die schon als Chefin des Internationalen Währungsfonds eine ultralockere Geldpolitik und eine expansive Fiskalpolitik zur Krisenbekämpfung in Europa forderte. Christine Lagarde steht für Kontinuität. Für Kontinuität auf dem Weg der ultraniedrigen Zinsen. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Personalie gaben denn auch die Renditen für griechische, italienische und spanische Staatsanleihen deutlich nach. Auch Marktbeobachter sind sich also sicher, dass Lagarde die ultralockere Geldpolitik Draghis mindestens fortführen wird. Wenn, steht eher eine Ausweitung denn eine Straffung bevor. Für die südeuropäischen Mitgliedsstaaten sind das hervorragende Aussichten.

Die Rechnung zahlen mal wieder die Sparer. Spätestens jetzt sollte ihnen klar sein, dass mit Tages- und Festgeldern auch in den nächsten Jahren nicht viel zu holen sein wird. Absolut schon nicht und real schon gleich gar nicht. Absolute Sicherheit wird auch unter der neuen EZB-Präsidentin ein teurer Spaß bleiben, den sich gerade die deutschen Sparer angesichts der massiven Vorsorgelücken nicht leisten können. Sie müssen dringender denn je die Kapitalmärkte für sich arbeiten lassen – egal ob als Direktinvestment, Fonds oder im Versicherungsmantel.

Bild: © MichaelJBerlin – stock.adobe.com


Michael Herrmann Michael Herrmann


Kommentare

von Jan Lanc am 04.08.2019 um 12:10 Uhr
Die niedrigen Zinsen die wir haben werden ganz sicher die nächsten Jahre bleiben und vielleicht sogar die nächsten Jahrzehnte. Japan macht es vor.


Ähnliche News

Die Höhe der weltweiten Dividendenzahlungen hat im zweiten Quartal 2019 einen neuen Rekordstand erreicht. Das zeigt der aktuelle Janus Henderson Global Dividend Index. In Deutschland sind die Ausschüttungen allerdings um mehr als ein Zehntel gesunken. weiterlesen
Schroders hat für seine Frankfurter Niederlassung die Portfoliomanagement-Lizenz erhalten und verwaltet ab sofort auch von Deutschland aus aktiv Investmentfonds und Mandate. Zum Start hat der britische Investment-Manager bereits zwei Multi-Asset-Fondsmanager eingestellt. weiterlesen
5 Bio. Dollar haben allein die Unternehmen des S&P 500 in den vergangenen zehn Jahren in Aktienrückkäufe gesteckt. Das zeigt eine Analyse von Flossbach von Storch. Die Experten geben darin auch eine Einschätzung dazu, wie problematisch Aktienrückkäufe in einer solchen Höhe sind. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.