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Wie problematisch sind Aktienrückkäufe?
11. August 2019

Wie problematisch sind Aktienrückkäufe?

5 Bio. Dollar haben allein die Unternehmen des S&P 500 in den vergangenen zehn Jahren in Aktienrückkäufe gesteckt. Das zeigt eine Analyse von Flossbach von Storch. Die Experten geben darin auch eine Einschätzung dazu, wie problematisch Aktienrückkäufe in einer solchen Höhe sind.


5 Bio. Dollar haben allein die Unternehmen des S&P 500 in den vergangenen zehn Jahren in Aktienrückkäufe gesteckt. Das zeigt eine Analyse von Flossbach von Storch. Die Experten geben darin auch eine Einschätzung dazu, wie problematisch Aktienrückkäufe in einer solchen Höhe sind.

Wie problematisch sind Aktienrückkäufe?

Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege bei Flossbach von Storch, hat sich in einer aktuellen Analyse mit den in der Kritik stehenden Aktienrückkäufen großer Konzerne beschäftigt. Dem Experten zufolge haben die Unternehmen des amerikanischen S&P 500 in den vergangenen zehn Jahren fast 5.000 Mrd. Dollar in Aktienrückkäufe gesteckt. Diese Programme stoßen bei einigen Marktbeobachtern auf Kritik, da sie den Markt verzerren und die Aktienkurse künstlich in die Höhe treiben würden.

Haltlose Vorwürfe

Lehr hält Kritik oder gar Panikmachen aufgrund der massiven Aktienrückkäufe jedoch weitestgehend für unbegründet. Sie seien vielmehr eine absolut legitime Unternehmensstrategie. Von einem konstruierten Börsenboom, könne keine Rede sein. Vielmehr sei die hohe Zahl der Aktienrückkäufe eine logische Folge der US-Steuerreform. Hatten viele Unternehmen ihre Gewinne zuvor im Ausland geparkt, würden sie diese nun in die USA zurückholen und nicht zuletzt mangels lohnender Investitionsprojekte in Aktienrückkäufe investieren.

Amerikanische Besonderheit

Wenn die Unternehmen keine lohnendere Verwendung für ihre Barmittel fänden, ist es laut Lehr legitim, sie an die Eigentümer, sprich Aktionäre, zurückzugeben. Das könne zwar auch in Form einer Dividende geschehen wie es in Europa üblich ist, sei aber in der USA unüblich und für Anleger zudem steuertechnisch oft nachteiliger als Aktienrückkäufe. Aktienrückkäufe wegen dieser nationalen Eigenheit zu verdammen, ist in Lehrs Augen nicht gerechtfertigt. Der Vorwurf der Schuldenfinanzierung sei ohnehin haltlos, da der Anteil, den Unternehmen von ihren Gewinnen in Aktienrückkäufe stecken, seit der Jahrtausendwende in etwa stabil sei. (mh)

© m.mphoto – stock.adobe.com




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