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„Der Goldpreis hat Nachholbedarf“
09. September 2019

„Der Goldpreis hat Nachholbedarf“

Der Goldpreis kam trotz jahrelanger Niedrigzinsen lange Zeit nicht in Schwung. Das ist nun aber vorbei. Das Edelmetall befindet sich seit Anfang Juni im Rallyemodus. Ob das so weitergehen kann und wie Anleger sich jetzt verhalten sollten, erläutert Dominik Lockmann, Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG.


Der Goldpreis kam trotz jahrelanger Niedrigzinsen lange Zeit nicht in Schwung. Das ist nun aber vorbei. Das Edelmetall befindet sich seit Anfang Juni im Rallyemodus. Ob das so weitergehen kann und wie Anleger sich jetzt verhalten sollten, erläutert Dominik Lockmann, Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG.


„Der Goldpreis hat Nachholbedarf“
Herr Lochmann, warum steigt der Goldpreis momentan so stark an?

Zum einen hat der Goldpreis schlicht Kursnachholbedarf gegenüber anderen Sachwerten: Während der Wert von Aktien und Immobilien in den letzten Jahren bereits stark anstieg, fristete Gold als Investment eher ein Schattendasein. Zum anderen führen die aktuelle Iran-Krise und der Handelsstreit zwischen den USA und China zu einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis der Anleger.

Warum ist Gold in Krisenzeiten so beliebt?

Gold hat als Investment und Wertaufbewahrungsmittel eine jahrtausendealte Tradition. Es bietet anders als andere Anlageprodukte einen tatsächlich greifbaren Gegenwert und stellt ein regierungs- und bankenunabhängiges Investment dar. In unsicheren Zeiten vertrauen viele Anleger vorzugsweise Sachwerten, die sich notfalls schnell und unkompliziert umsetzen lassen.

Wie sollten sich Anleger nun verhalten?

Die meisten Anleger nutzen Gold nicht als Spekulationsobjekt, sondern zur Diversifizierung des Vermögens und als Notfallreserve. Diese Investoren verkaufen ihr Edelmetall erst, wenn sie tatsächlich Geld benötigen, und nicht um spontan Kursmitnahmen zu realisieren. Ihre Devise lautet, unabhängig vom Kurs stetig Gold nachzukaufen. Wer sich hingegen sowieso früher oder später von seinen Barren trennen will, kann nun natürlich den hohen Goldpreis nutzen. Auch einige reine Investmentkunden, die in den letzten Jahren aufgrund von fehlenden Anlagealternativen und wegen des Zinstiefes bei 30 bis 35 Euro pro Gramm Gold eingestiegen sind, verkaufen nun einen Teil ihrer Bestände, um Kursgewinne zu realisieren.

Beobachten Sie bei der ESG momentan einen Unterschied im Kaufverhalten?

Trotz der hohen Kurse kaufen Anleger momentan viel Gold. Wir beobachten vor allem eine Zunahme bei Standardprodukten wie 1-oz-Goldmünzen, 1-oz- und 100-g-Goldbarren sowie den sogenannten CombiBars. Dabei handelt es sich um Goldbarren, die sich über Sollbruchstellen verlustfrei in kleinere Barren teilen lassen. Family Offices fragen zudem verstärkt 1-kg-Barren nach.

Wie wird sich der Preis Ihrer Meinung nach in Zukunft entwickeln?

Kurzfristig wird der Preis aufgrund des gerade aufgenommenen Schwungs und der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit noch etwas steigen. Durch Gewinnmitnahmen von Fonds und Großbanken kommt es irgendwann zu einer kleinen Konsolidierung. Diese fällt vermutlich weich aus, da sowohl Russland als auch asiatische Länder ihre Goldreserven erhöhen möchten. Dies dient auch als Abstrafung des Dollars, um von Dollar- in Goldreserven umzuschichten. Da diese Länder an einem langfristigen Edelmetallinvestment Interesse haben, ist langfristig mit langsam, aber stetig steigenden Goldkursen zu rechnen. (mh)

Bild: © Petrovich12 – stock.adobe.com


Dominik Lochmann Dominik Lochmann



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