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Immobilienbranche entdeckt Kitas als nachhaltiges Anlageprodukt
26. Mai 2020

Immobilienbranche entdeckt Kitas als nachhaltiges Anlageprodukt

Deutschland braucht bis 2030 mehr als 400.000 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder. Entsprechend groß ist der Investitionsbedarf. Darüber hinaus gewinnen Kitas aufgrund von ESG-Kriterien speziell für institutionelle Investoren an Attraktivität.


Deutschland braucht bis 2030 mehr als 400.000 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder. Entsprechend groß ist der Investitionsbedarf. Darüber hinaus gewinnen Kitas aufgrund von ESG-Kriterien speziell für institutionelle Investoren an Attraktivität.

Immobilienbranche entdeckt Kitas als nachhaltiges Anlageprodukt

In Deutschland werden bis 2030 rund 417.000 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder bis sechs Jahre benötigt. Bei Kindern unter drei Jahren beträgt der Bedarf in den kommenden zehn Jahren 279.000 Betreuungsplätze und bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren sind es 138.000 zusätzliche Betreuungsplätze. Das ergibt eine aktuelle Prognose von Wüest Partner Deutschland.

Betreuungsanteil vergleichsweise niedrig

„Knapp 34% der unter 3-Jährigen Kinder befanden sich 2019 in einer Betreuung in Kitas oder bei einer Tagespflege. Damit ist der Betreuungsanteil von Krippenkindern sehr viel geringer als bei der Gruppe der 3 bis unter 6-Jährigen. Hier besuchten im März 2019 rund 93% einen Kindergarten. Wir rechnen damit, dass in den nächsten zehn Jahren auch bei den Kleinkindern der Anteil deutlich ansteigen wird”, kommentiert Karsten Jungk, Geschäftsführer von Wüest Partner Deutschland.

Großes regionales Gefälle

Ein großes Gefälle besteht zwischen West- und Ostdeutschland. Während in Ostdeutschland die Betreuungsquote für die unter 3-Jährigen bei 52% liegt, beträgt sie in den westdeutschen Bundesländern rund 30 Prozent. „Im internationalen Vergleich liegt Deutschland hinsichtlich der Betreuungszahlen der Kinder unter 3 Jahren nur im Mittelfeld. Das bescheinigt eine Studie von Unicef. Dänemark beispielsweise weist mit 70% den höchsten Betreuungsanteil auf, auch in den Niederlanden, Norwegen und Schweden ist dieser deutlich höher als in Deutschland”, sagt Jungk.

Fonds bedient gestiegenes Interesse

Aufgrund der großen Bedarfslücke und der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten bei Immobilieninvestments von institutionellen Investoren sind Kitas zunehmend im Fokus von Immobilieninvestoren. „Für rund 70% unserer Fondskunden, bei denen es sich um verschiedene institutionelle Investoren handelt, spielen ESG-Kriterien bei Immobilieninvestments eine wichtige Rolle. Daher haben wir einen Fonds aufgelegt, der in Kitas investiert. Umweltfreundliche Kitaobjekte sowie der Fokus auf die Erziehung und Bildung von Kindern sind eine gute Grundlage für nachhaltige Immobilieninvestitionen”, sagt Hans-Joachim Lehmann, Geschäftsführer der Warburg-HIH Invest.

Auch CR investiert in Kitas

Auch der strategische Investor und Asset Manager CR Investment Management (CR) investiert seit Anfang 2020 in Kitas. CR hat zusammen mit KinderHut, einem auf Bau und Betrieb von Kitas spezialisierten Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, die Gesellschaft CR Bildungsräume GmbH gegründet. Das Joint Venture plant und errichtet Kindertagesstätten im gesamten Bundesgebiet. Die Kindertagesstätten werden für den Betrieb durch KinderHut entwickelt. Geplant sind zunächst bis zu vier neue Standorte pro Jahr.

Social Impact gewinnt an Bedeutung

„CR fokussiert sich unter anderem auf die Entwicklung urbaner Stadträume. Bildung ist ein bedeutender Bestandteil davon und die Errichtung von Kitas entsprechend auch ein wichtiger gesellschaftlicher Beitrag“, erläutert Claudius Meyer, Geschäftsführer von CR. „Wir sind davon überzeugt, für diese Investitionen interessierte und auch sozial engagierte institutionelle Investoren als Partner zu gewinnen.“ Schließlich spiele für Investoren der „Social Impact“ eine immer größere Rolle. (mh)

Bild: © Oksana Kuzmina – stock.adobe.com




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