AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Youtube

Weniger Cyberangriffe, aber steigende Kosten für Schadenfälle
23. Juni 2020

Weniger Cyberangriffe, aber steigende Kosten für Schadenfälle

Der Hiscox Cyber Readiness Report 2020 zeigt rückläufige Angriffszahlen, aber stark gestiegene Kosten im Schadenfall. Insbesondere in Deutschland sind die Kosten pro Cyberschaden hoch. Viele Unternehmen wollen deshalb mehr Geld für die IT-Sicherheit ausgeben. Fraglich nur, ob es tatsächlich so kommt.


Der Hiscox Cyber Readiness Report 2020 zeigt rückläufige Angriffszahlen, aber stark gestiegene Kosten im Schadenfall. Insbesondere in Deutschland sind die Kosten pro Cyberschaden hoch. Viele Unternehmen wollen deshalb mehr Geld für die IT-Sicherheit ausgeben. Fraglich nur, ob es tatsächlich so kommt.


Weniger Cyberangriffe, aber steigende Kosten für Schadenfälle

Der Spezialversicherer Hiscox hat zum vierten Mal seinen Cyber Readiness Report erstellt und dazu in einer internationalen Umfrage Einschätzungen und Erfahrungen von über 5.500 Unternehmen eingeholt. Der Report liefert unter anderem Erkenntnisse darüber, welchen Kenntnisstand Unternehmen zu Cybergefahren haben.

Demnach ist vielen Unternehmen mittlerweile bewusst, wie wichtig Cybersicherheit ist. Dem Bewusstsein folgen aber auch Taten, sodass Firmen nach einer Attacke immer häufiger Gegenmaßnahmen ergreifen und die Ausgaben für IT-Sicherheit erhöhen. Mit der Folge, dass in Deutschland 2020 nur noch 41% der befragten Unternehmen berichteten, Opfer eines Cyber-Zwischenfalls geworden zu sein. 2019 waren es noch 61%. Für eine Entwarnung sei es allerdings noch zu früh, warnt Hiscox. Cyberkriminelle würden sich schneller als die Mehrheit der Unternehmen professionalisieren. Dass sie mit dieser Strategie Erfolg haben, würden nicht zuletzt die bis ums Sechsfache gestiegenen Kosten im Schadenfall zeigen.

Deutsche Unternehmen besonders von Cyberverlusten betroffen

Aktuell zahlen Unternehmen zur Behebung der Folgen von Attacken laut internationaler Befragung im Mittel 51.200 Euro, im Vorjahresreport lag dieser Wert noch bei 9.000 Euro. Deutsche Firmen mussten mit knapp 72.000 Euro im Schnitt eine deutlich höhere Summe begleichen und wurden darüber hinaus im internationalen Vergleich besonders häufig angegriffen. Deshalb verzeichnen deutsche Firmen auch die größten kombinierten Cyberverluste im Ländervergleich: 363 Mio. Euro bei 389 betroffenen Unternehmen.

Deutlich mehr Cyber-Anfänger als Cyber-Experten

Trotz der anfangs genannten positiven Signale, was das Risikobewusstsein angeht, scheint es bei der Gewandtheit im Umgang mit Cybergefahren Rückschritte zu geben. So konnten deutsche Firmen ihre Spitzenpositionierung im Cyber Readiness Ranking nicht verteidigen: Gemessen an den Kriterien Strategie, Ressourcen, Technologie und Prozesse zählt nach wie vor die Mehrheit (66%) der befragten deutschen Unternehmen zu den sogenannten Cyber-Anfängern, 18% gelten als Fortgeschrittene und 17% als Experten. Damit landet Deutschland auf Platz sechs vor den Schlusslichtern Spanien und den Niederlanden. An der Spitze liegen Unternehmen aus den USA und aus Irland.

Mit Blick auf die Branchen finden sich nach eigener Management-Einschätzung die meisten Experten in der verarbeitenden Industrie und im Finanzdienstleistungssektor. Je größer die Unternehmen sind, umso sicherer fühlen sie sich hinsichtlich ihres Cyberwissens.

Ausgaben für IT-Sicherheit und Cyberpolice

Insgesamt geben die Unternehmen mehr Geld für die Cyberabwehr aus. 84% der Cyber-Experten sichern sich aber nicht nur durch Sicherheitsvorkehrungen und die eigene Expertise, sondern auch durch eine – eigene oder integrierte – Cyberversicherung ab. Im Vergleich dazu waren es 2019 nur 59%. Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sieht es aber immer noch anders aus. Dort liegt der Anteil der Unternehmen mit Versicherungsschutz bei nur 45%.

Insgesamt haben etwas mehr als ein Viertel der Unternehmen eine eigene Cyberversicherung abgeschlossen. In Deutschland liegt der Wert etwas unter 25%. Immerhin 11% der Firmen ohne Cyberschutz planen eine solche Spezialversicherung im kommenden Jahr abzuschließen. Ob Unternehmen eine zusätzliche Police tatsächlich abschließen, bleibt abzuwarten, meinen die Hiscox-Experten: Die Ergebnisse aus den früheren Reports würden zeigen, dass oft nur ein Bruchteil der vorgesehenen Investitionen getätigt werden würden. Gleiches gilt auch für die geplanten Budgetsteigerungen zur Absicherung von digitalen Risiken: 72% der Firmen planen eine Erhöhung der Ausgaben für Cybersicherheit im kommenden Jahr. Der Großteil des Geldes soll in die Gesamt-Cybersicherheitsstrategie fließen, gefolgt von Investitionen in neue Sicherheitstechnologien und in Präventionsmaßnahmen. (bh)

 

Der „Hiscox Cyber Readiness Report 2020“ und weitere Informationen zur Studie sind hier verfügbar.

Bild: © Andrey Popov – stock.adobe.com




Ähnliche News

Für Unternehmen und Freiberufler hat die Continentale einen neuen Cyberschutz im Portfolio, der zur KuBus-Produktfamilie gehört. Im Grundtarif steht Firmen ein Krisenmanagement rund um die Uhr zur Verfügung. Zudem sind etliche Eigenschäden und Ansprüche aus Drittschäden abgedeckt. weiterlesen
Zum Vertrieb ihres Cyberschutzes kooperiert die AXA nun mit CyberDirekt, dem digitalen Anbieter für Beratung, Vergleich und Abschluss von Cyberversicherungen. Die Absicherung „ByteProtect“ können Firmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 10 Mio. Euro künftig digital über die CyberDirekt-Plattform abschließen. weiterlesen
Der Mittelstand wird immer häufiger Opfer von Cyberattacken. Wo die Einfallstore in der IT liegen und was Unternehmen präventiv machen können, darüber klärt Enginsight auf. Das auf Cybersicherheit spezialisierte Start-up hat auch Ideen für die Zusammenarbeit mit Versicherern. Interview mit Geschäftsführer Mario Jandeck. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.