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Keine Spur von Krise: Fonds sind 2020 ein Absatzschlager
20. November 2020

Keine Spur von Krise: Fonds sind 2020 ein Absatzschlager

Die Corona-Krise hat die Märkte im Frühjahr kräftig durchgewirbelt und sorgt in Teilen noch immer für Verunsicherung. Der Absatz von Investmentfonds hat sich davon allerdings wenig beeindrucken lassen. Das zeigen die aktuellsten Zahlen des Fondsverbands BVI. Demnach verzeichnete die Branche zuletzt ein starkes Neugeschäft. Einige Teilbereiche verbuchten sogar rasante Zuwächse.


Die Corona-Krise hat die Märkte im Frühjahr kräftig durchgewirbelt und sorgt in Teilen noch immer für Verunsicherung. Der Absatz von Investmentfonds hat sich davon allerdings wenig beeindrucken lassen. Das zeigen die aktuellsten Zahlen des Fondsverbands BVI. Demnach verzeichnete die Branche zuletzt ein starkes Neugeschäft. Einige Teilbereiche verbuchten sogar rasante Zuwächse.


Keine Spur von Krise: Fonds sind 2020 ein Absatzschlager

Investmentfonds flossen in diesem Jahr bis Ende September rund 71 Mrd. Euro zu. Das ist in etwa so viel wie im Vorjahreszeitraum – und das trotz eines turbulenten Börsenjahres. Die Treiber bei den Zuflüssen sind offene Spezialfonds mit 47,6 Mrd. Euro neuen Geldern und offene Publikumsfonds mit 20,5 Mrd. Euro. Doch auch geschlossene Fonds erzielten einen Nettozufluss von 2,8 Mrd. Euro. Einzig aus Mandaten zogen Anleger 3,6 Mrd. Euro ab.

Neue Rekordmarke beim Gesamtvermögen

Positiv war auch die Entwicklung im Jahresverlauf. Das 3. Quartal war mit insgesamt 28,9 Mrd. Euro der absatzstärkste Dreimonatszeitraum in diesem Jahr. Beim verwalteten Vermögen hat die Fondsbranche mit 3,68 Bio. Euro eine neue Rekordmarke erreicht. Das ist ein Zuwachs von 345 Mrd. Euro gegenüber Ende Juni 2020.

 Fonds sind 2020 ein Absatzschlager
Trio für Privatanleger

Bei Privatanlegern sind vor allem drei Fondsarten beliebt: Mischfonds, Immobilienfonds und Aktienfonds. Die Absatzliste der offenen Publikumsfonds führten in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres Mischfonds mit 7,8 Mrd. Euro an. Innerhalb der Mischfonds waren vor allem aktienbetonte Produkte (5 Mrd. Euro) beliebt. In Immobilienfonds flossen immerhin 6,9 Mrd. Euro. Damit erzielten sie sogar ihr bestes Neugeschäft für den Zeitraum von Anfang Januar bis Ende September seit Einführung der Kündigungsfrist im Jahr 2013. Knapp dahinter rangieren Aktienfonds mit einem Neunmonatsabsatz von 6,2 Mrd. Euro. Dabei verzeichneten sie im ersten Halbjahr noch Abflüsse von 2,5 Mrd. Euro. Diese wurden durch Zuflüsse von 8,7 Mrd. Euro im 3. Quartal aber mehr als kompensiert.

Nachhaltige Fonds wachsen rasant

Rasant wächst vor allem der Bereich der nachhaltigen Fonds, auch ESG-Fonds genannt. Sie verwalten inzwischen 129 Mrd. Euro. Damit sind sie zwar noch klar in der Minderheit. Allein seit Ende Juni 2020 ist ihr Vermögen aber um 27% gestiegen. Das lag nicht zuletzt an einem rasant gestiegenen Neugeschäft. Bis Ende September 2020 verzeichneten nachhaltige Fonds Zuflüsse von 10,8 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einer Steigerung um 110%.

Auch Immobilienfonds wachsen kräftig

Neben Nachhaltigkeit sind Immobilien die großen Gewinner am deutschen Fondsmarkt. Das verwaltete Nettovermögen der Immobilienfonds ist in den letzten zwölf Monaten von 213 auf 238 Mrd. Euro gestiegen. Besonders beliebt sind offene Immobilienfonds. Auf offene Publikumsfonds entfallen 116 Mrd. Euro, auf offene Spezialfonds weitere 112 Mrd. Euro. KAGB-konforme geschlossene Fonds verwalten hingegen nur 10 Mrd. Euro.

Deutsche und amerikanische Immobilien auf der Überholspur

Innerhalb der offenen Immobilienfonds verschiebt sich der Fokus auf heimische Immobilien. Eine Auswertung zeigt: Bei Publikumsfonds ist der der Anteil von deutschen Immobilien gemessen an den Verkehrswerten von 33 auf 36% gestiegen. Bei Spezialfonds legten sie sogar von 61 auf 71% zu. Besonders stark ist daneben auch der Anteil von US-Immobilien in Publikumsfonds gewachsen. Er hat sich von 5 auf 9% nahezu verdoppelt. Im Gegenzug haben die Manager offener Immobilienfonds den Anteil französischer Immobilien reduziert. (mh)

Bild: © Андрей Яланский – stock.adobe.com




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