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Zukunft sichern im Wandel: Was KMU-Makler jetzt tun können

Die Branche verändert sich grundlegend. Digitale Prozesse, neue Kundenanforderungen oder wachsende Regulierung stellen auch kleinere Maklerbetriebe vor große Aufgaben. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen: Wer flexibel reagiert und Prozesse überdenkt, kann vom Wandel profitieren. Worauf es jetzt ankommt.

Ein Artikel von Ralf Wargener, Managing Director bei WARGENER LIVE

Die Versicherungsbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Technologischer Fortschritt, neue Kundenbedürfnisse, Fachkräftemangel, steigende Regulatorik und der Ruf nach agiler Führung verändern das Geschäft grundlegend. Für große Versicherer mag das nach Konzernstrategie klingen. Doch was bedeutet das für kleine und mittelständische Maklerbüros?

Die Antwort ist einfach – und herausfordernd zugleich: Auch Sie sind mittendrin. Und: Gerade kleinere Vertriebseinheiten haben jetzt die Chance, schneller und flexibler auf die Veränderungen zu reagieren.

1. Digitale Transformation

Versicherer arbeiten mit Hochdruck an der Digitalisierung – durchaus auch mit dem Ziel, Vertriebspartner auf die eigenen Abläufe und Workflows einzuschwören. Als Makler müssen Sie nicht gleich KI-Lösungen einführen oder ein eigenes Vergleichsportal bauen. Aber: Digitale Prozesse entlasten Ihr Team und steigern die Kundenzufriedenheit. Beginnen Sie dort, wo der Schuh drückt.

Effiziente Prozesse sind ein Schlüssel für zukunftsfähige Maklerbüros. Digitale Lösungen bieten zahlreiche Ansatzpunkte: Viele Verwaltungsaufgaben wie Schadenmeldungen, Vertragsänderungen oder Wiedervorlagen lassen sich heute problemlos automatisieren. Auch in der Kommunikation lohnt sich ein Umdenken. Kunden erwarten schnelle und unkomplizierte Antworten – per E-Mail, WhatsApp oder über digitale Serviceportale. Wer klare Reaktionszeiten definiert und einhält, stärkt die Kundenbindung. Ergänzend dazu schaffen einfache interne Tools wie ein zentraler Kalender, digitale Kundenakten oder eine strukturierte Datenpflege spürbare Entlastung im Arbeitsalltag.

Praxis-Tipp: Führen Sie einen „Digital-Tag“ pro Monat ein, an dem alle im Team ein neues Tool testen oder ein digitales Hindernis auflösen.

2. Regulatorik und Compliance

Auch Makler sind von DSGVO, IDD, Nachhaltigkeitspflichten und Beratungsdokumentationen betroffen. Das kostet Zeit und Nerven – bietet aber auch Chancen.

Regulatorische Anforderungen gehören zum Alltag im Versicherungsvertrieb – auch für Maklerbüros. Wer sich als Qualitätspartner positioniert, zeigt Kunden, dass Compliance nicht als Pflichtübung verstanden wird, sondern integraler Bestandteil einer verantwortungsvollen Beratung ist. Gleichzeitig sollten regulatorische Themen im Team breit verankert sein. Kurze Schulungen und klar geregelte Abläufe helfen, Wissen zu teilen und Zuständigkeiten transparent zu gestalten.

Praxis-Tipp: Simulieren Sie mit dem Team einen Datenschutzverstoß – und leiten Sie daraus konkrete Verbesserungen ab.

 

Zukunft sichern im Wandel: Was KMU-Makler jetzt tun können

 

3. Kundenerwartungen

Kunden wollen keine Tarife, sondern Lösungen für ihr Leben – verständlich, schnell und persönlich. Als Makler sind Sie nah dran. Nutzen Sie diesen Vorteil.

Kundenerwartungen wandeln sich – gefragt sind Lösungen, nicht Produkte. Was bewegt Ihre Kunden? Wer genau hinhört, erkennt schnell, welche digitalen Kanäle bevorzugt werden und wo Prozesse als zu kompliziert empfunden werden. Entscheidend ist zudem, Versicherungen entlang konkreter Lebenssituationen zu denken – vom Berufseinstieg über die Familiengründung bis zum Ruhestand. Eine starke Online-Präsenz unterstreicht den Anspruch, individuell und nah am Bedarf zu beraten – sichtbar etwa durch gute Google-Bewertungen, eine gepflegte Website und einfache Kontaktmöglichkeiten.

Praxis-Tipp: Entwickeln Sie mit Ihrem Team drei typische Kunden-Personas – und definieren Sie, was diese wirklich brauchen.

4. Fachkräftemangel

Versicherer kämpfen mit leeren Konferenzräumen. Homeoffice hat das virtuelle Zusammenarbeiten zur gelebten Praxis gemacht. Sie kämpfen aber eher mit Alltagsbelastung und steigendem Workflow? Umso wichtiger: Machen Sie Ihr Büro zu einem attraktiven Arbeitsplatz.

Ein attraktiver Arbeitsplatz entsteht durch gelebte Flexibilität – auch in kleinen Teams. Home-Office-Optionen, gezielte Förderung interner Talente und klare Verantwortungsbereiche stärken die Motivation und Eigenverantwortung. Quereinsteiger bringen neue Perspektiven mit – wer kundenorientiert denkt und lernbereit ist, kann mit der richtigen Begleitung schnell fachlich aufschließen. Wenn Sie Menschen gefunden haben, die zu Ihrem Unternehmen passen, ist die Vermittlung von fachlichen Fähigkeiten die einfachere Übung.

Praxis-Tipp: Erstellen Sie ein Profil für Ihr Team: Wer hat welche Stärken? Wie können sie diese für das Maklerbüro optimal einsetzen?

5. Veränderung gestalten

In kleinen Teams wird Führung persönlich gelebt – das ist Ihre Stärke. Doch auch hier gilt: Der Wandel gelingt nur, wenn er von allen mitgetragen wird.

Veränderungen gelingen nur, wenn sie klar kommuniziert und von Vertrauen getragen werden. Mitarbeitende müssen verstehen, warum sich etwas verändert – und welche Rolle sie dabei spielen.

Fehler sollten als Lernchance verstanden werden. Es geht nicht um Schuld, sondern darum, was sich daraus für das Unternehmen ableiten lässt. Daher: Reden Sie offen über Fehler.

Und Entscheidungen sollten sich stets an der Kundenperspektive orientieren. Wer sich gedanklich in die Lage der Kunden versetzt, trifft fundierte und praxisnahe Entscheidungen. Ziehen Sie sich die Schuhe des Kunden an!

Praxis-Tipp: Machen Sie mit dem Team eine „SWOT-Analyse“:

  • Was sind vorhandene Stärken? Was kann das Team besonders gut? Wo haben Sie bereits positives Feedback von Kunden erhalten?
  • Wo liegen Schwächen und Angriffspunkte? Womit sind Kunden unzufrieden? Wo fehlen noch Wissen oder Fähigkeiten?
  • Welche geschäftlichen Chancen zeigen sich auf Ihrem Markt?
  • Welche Risiken schlummern? Wie können Sie vorhandene Schwächen minimieren, damit sie weniger relevant werden?
Kleine Büros – große Chancen

Der Wandel der Branche ist Realität. Und jeder Player in der Branche muss sich darauf einstellen. Maklerbüros haben entscheidende Vorteile: kurze Wege, echte Nähe zu Kunden, hohe und schnelle Anpassungsfähigkeit. Statt sich von den Herausforderungen überrollen zu lassen, können Sie gezielt und pragmatisch handeln.

Beginnen Sie mit einem ehrlichen Check: Was behindert uns aktuell? Was können wir sofort ändern – mit Bordmitteln? Machen Sie Ihre Mitarbeitenden zu Mitgestaltern.

Die besten Ideen entstehen im Dialog, nicht im Alleingang. Und bleiben Sie – oder werden Sie – sichtbar: In einer Welt voller Versicherungsplattformen und Möglichkeiten gewinnt, wer persönliche Ansprechpartner und Vertrauen bietet. Die Zukunft der Branche ist nicht nur digital, komplex und reguliert – sie ist auch menschlich, nahbar und wandelbar. Und genau darin liegt Ihre Chance als Maklerbetrieb.

Lesen Sie auch: Branche im Umbruch: Talente gewinnt, wer umdenkt

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Ein Artikel von
Ralf Wargener

Das erwarten Makler bei der digitalen Vertriebsunterstützung

Wo wünschen sich Makler von Versicherern am meisten Unterstützung im digitalen Vertrieb? Welche Aspekte sind ihnen bei Tarifierung, Angebot und Antrag sowie im Bereich der digitalen Infrastruktur besonders wichtig? Die Top-Antworten hat die aktuelle Studie „AssCompact TRENDS III/2025“.

In ihren Arbeitsprozessen haben Makler tagtäglich zahlreiche Schnittstellen mit Versicherern. Erwartbar sollte daher für sie sein, dass diese Prozesse im Vertrieb einwandfrei laufen und dass es Unterstützung gibt, um stets die bestmögliche Lösung zu finden. Das gilt besonders auch für den digitalen Bereich.

Welche Unterstützung ist Maklern in der Zusammenarbeit mit Versicherern besonders wichtig?

Die Studie „AssCompact TRENDS III/2025“ hat ganz aktuell in einem Sonderthema die „digitale Vertriebsunterstützung“ in den Mittelpunkt gestellt und Makler und Mehrfachagenten gefragt, welche Vertriebsunterstützung sie sich gerade von Versicherungsunternehmen denn wünschen.

Untersucht wurden verschiedene Bereiche, z. B. „Tarifierung, Angebot und Antrag“ und „Vertriebsunterstützung: digitale Infrastruktur“. Welche Aspekte sind den Befragten in diesen Bereichen in der Zusammenarbeit mit Versicherungsunternehmen also besonders wichtig?

Das Wichtigste im Bereich „Tarifierung, Angebot und Antrag“

Eine Mehrheit von 76,2% – also mehr als drei Viertel der Befragten – legt bei „Tarifierung, Angebot und Antrag“ großen Wert auf eine automatisierte Angebots- und Vergleichserstellung. 67,2% der Befragten nennen hier zudem responsive Tarifrechner. Gemeint ist damit, dass sich die Darstellung bzw. Oberfläche optimal an das Endgerät anpasst.

Weitere 63,1% finden die Risikoprüfung am Point of Sale besonders wichtig, gefolgt von intelligenten Produktempfehlungssystemen (52%). Da Tarifierung, Angebot und Antrag zum Kerngeschäft des Maklers gehören, findet sich bei den vorangegangenen Antworten durchgehend eine Mehrheit, die alle vier genannten Elemente als sehr wichtig einstufen.

Einzelne Befragte machen zudem Angaben wie „Automatisierung und Vorsorgewünsche der Kunden müssen besser angepasst werden“. Ein weiterer betont, dass sie im Rahmen der Nutzung eines externen Beratungs- und Verwaltungstools großen Wert darauf legen würden, dass Versicherungsunternehmen schnell und zuverlässig reagieren. „Darüber hinaus müssen alle relevanten Daten und Dokumente in der erforderlichen digitalen Form bereitgestellt werden“, meint der Befragte. Auch eine Anbindung an die Webservices der BU-Versicherer fand ein Befragter wichtig, damit er dem Interessenten die Prämien für seinen Versicherungswunsch darüber berechnen und in seinen Vergleich einbinden könne. Weitere Wünsche sind laut der Befragung schnelle Angebote, vereinfachtes Handling ohne komplizierte Unterschriftenprogramme sowie eine bessere persönliche telefonische Erreichbarkeit.

Sebastian Sommerer, Research Consultant im Bereich Studien bei der bbg Betriebsberatungs GmbH, schlussfolgert aus den Antworten: „Die Ergebnisse zeigen deutlich: Makler erwarten im Kernprozess von Tarifierung, Angebot und Antrag vor allem Schnelligkeit, Automatisierung und Verlässlichkeit. Je einfacher und nahtloser diese Schritte digital ablaufen, desto mehr Freiraum bleibt ihnen für die eigentliche Beratung.“

Das Wichtigste im Bereich „Vertriebsunterstützung: digitale Infrastruktur“

Was den Bereich „Vertriebsunterstützung: digitale Infrastruktur“ angeht, wünschen sich 85,8% einfach bedienbare Angebotsrechner. 74,2% sehen das Extranet der Versicherer als sehr wichtig an. Für 68,7% sollten auch digitale Tools zur Beratungsdokumentation im Mittelpunkt stehen, dicht gefolgt von der digitalen, rechtssicheren Unterschrift des Kunden für den Abschluss (67,1%). Digitale Tools zur Bedarfsanalyse finden 64,5% der Befragten sehr wichtig.

Auf den Punkt „Bestandsanalyse: Empfehlungen des Versicherers für ein Tarif-Update / Up-Selling beim Kunden“ legen 61,6% besonders großen Wert. Und Kundenportale mit Self-Service-Angebot z. B. Änderungsmitteilungen wünschen sich weitere 56,4%. Der Aspekt der Einbindung von Tarifrechnern auf der Vermittlerwebseite für unkomplizierte und rasche Abschlüsse findet bei 51,3% Anklang. Nur Robo-Advisoring in der Anlageberatung liegt mit großem Abstand weit hinten (25,1%).

Weitere Wünsche aus den Einzelantworten sind in diesem Bereich u. a. eine „KI-gestützte Wissensdatenbank, die 24/7 abrufbereit steht“, sowie persönliche Kontakte – wobei der Befragte hier den Gegensatz zur digitalen Infrastruktur aufmacht.

„Wer hier nicht liefert, riskiert den Zugang zum Maklermarkt“

„Digitale Infrastruktur darf kein Hindernis sein, sondern muss den Vermittleralltag spürbar erleichtern. Intuitive Rechner, verlässliche Extranets und rechtssichere digitale Prozesse sind heute Standarderwartungen. Wer hier nicht liefert, riskiert den Zugang zum Maklermarkt“, so Sommerer.

Über die Studie

Die Online-Befragung zur Studie „AssCompact TRENDS III/2025“ wurde vom 09.07.2025 bis 20.07.2025 durchgeführt. Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Stimmen von 303 Vermittlerinnen und Vermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche in die Stichprobe ein, die ein sehr gutes Abbild der Assekuranz- und Finanzvermittlerinnen und -vermittler hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsstruktur darstellt. Die Studie kann hier kostenpflichtig erworben werden.

Informationen zu allen weiteren AssCompact Studien sind unter asscompact-studien.de zu finden.

Lesen Sie auch: Risikomanagementberatung: Welche Versicherer sind aus Maklersicht am stärksten?
 

Wie KI die Bestandsumdeckung vereinfacht

Mit KI-gestützten Systemen lassen sich Prozesse effizienter gestalten. Davon profitieren Versicherer, aber neue KI-Anwendungen können auch Vermittlerunternehmen bei Prozessen wie dem Maklerüber­nahmegeschäft unterstützen und den Aufwand für die Umdeckung von Versicherungspolicen reduzieren.

Ein Artikel von Michael Süß, Managing Partner der ConVista Consulting AG

Künstliche Intelligenz (KI) bietet für die Versicherungsbranche deutliche Wertschöpfungspotenziale. Insbesondere die KI-Disziplin des Natural Language Processing (NLP) ermöglicht bei der Verarbeitung von Dokumenten und Formularen Effizienzsteigerungen. Da moderne Sprachmodelle wie Large Language Models (LLMs) mittlerweile in der Lage sind, menschliche Sprache in beeindruckender Weise zu verarbeiten, und an die Versicherungsbranche angepasst werden können, sind diese Systeme nun auch für sprachlich komplexe Aufgaben geeignet. So kann KI zum Beispiel Dokumente auf inhaltlicher Ebene vergleichen sowie eigenständig Muster und Inhalte in Daten erkennen, um Fachkräfte bei traditionell manuellen, zeitaufwendigen, repetitiven und fehleranfälligen Aufgaben zu unterstützen.

Bisherige KI-Anwendungsfälle in der Praxis

Zu Anwendungsfällen, die sich bereits heute in der Praxis bewährt haben, gehören unter anderem die semantische Datenanalyse, etwa von Versicherungsbedingungen für Wettbewerbsvergleiche, die Analyse von Dokumenten, beispielsweise für die Vorbereitung von Migrationen, sowie die automatisierte Extraktion von Werten aus Formularen und Dokumenten, was insbesondere bei der Bestandsumdeckung für deutlich mehr Effizienz sorgt. Im Folgenden wird konkreter beleuchtet, wie KI bei der Bestandsumdeckung Prozesse vereinfachen und beschleunigen kann.

Vereinfachung der Prozesse in der Bestandsumdeckung

Bestandsumdeckungen sind traditionell aufwendige, komplexe und zeitintensive Prozesse, da in der Regel eine heterogene Datengrundlage die effiziente Übertragung von Versicherungspolicen verhindert. In weitgehend gesättigten Märkten ist die Umdeckung von Versicherungsbeständen jedoch eine Chance für Versicherer, Makler und Assekuradeure, neues Wachstum zu generieren und Bestandsabrieb entgegenzuwirken.

Darüber hinaus verändert sich der Maklermarkt aktuell stark. Mehr als ein Drittel der Versicherungsvermittler sind über 55 Jahre alt, so eine Strukturanalyse des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute e. V. (BVK). Da viele Versicherungsmakler altersbedingt ihren Ruhestand planen und einen Nachfolger oder Käufer für ihr Unternehmen suchen, befindet sich der Versicherungsvertrieb in einem Generationenwechsel. Schätzungsweise rund 40% der gesamten Versicherungsbestände und Betriebe werden in den kommenden Jahren altersbedingt übergeben.

Hinzu kommt, dass sich aufgrund steigender regulatorischer und organisatorischer Anforderungen immer mehr Makler sich Pools und Verbünden anschließen. Ein weiterer Trend sind große Konsolidierer, die insbesondere mittelständige Gewerbe und Industriemakler aufkaufen und zu neuen Einheiten formen. Ebenso benötigen Versicherer für unternehmensinterne Bestandsübertragungen, beispielsweise im Rahmen von Migrationen, effizientere Lösungen.

Hoher Bedarf an technologischer Unterstützung

Der Bedarf an neuen Technologien, um bisherige Prozesse zu vereinfachen, ist deshalb groß. Denn bei der Bestandsumdeckung besteht in der Regel das Problem, dass die über Jahre aufgebauten Privatkundenbestände häufig in verschiedenen Datenformaten wie zum Beispiel PDF, XLSX, GDV oder BiPRO oder sogar nur in Papierform vorliegen, oft veraltet sowie über viele verschiedene Versicherer und Tarifgenerationen diversifiziert sind. Daher verfügen diese Verträge über kein aktuelles Bedingungswerk sowie zeitgemäße Leistungsmerkmale und entsprechen häufig nicht mehr der Lebens- und Risikosituation des Kunden. Daraus ergeben sich zum einen Haftungsrisiken für Makler, andererseits sind dies auch ungenutzte Umsatzpotenziale für Cross- und Upselling.

KI-gestützte Bestandsübertragung für mehr Effizienz

Da bei der Bestandsübertragung traditionell manuell all diese Datensätze digitalisiert, vereinheitlicht sowie in Bezug auf Semantik und Geschäftslogik in das Zieldatenmodell des Bestandsführungssystems migriert sowie fehlende Daten ergänzt werden müssen, ist dieser Prozess aufgrund der heterogenen Datenlage fehleranfällig und bindet enorm viele Ressourcen. Mittlerweile können neue KI-Lösungen diese zeitaufwendigen Vorgänge jedoch mithilfe von Automatisierung unterstützen.

Mit speziell entwickelten KI-gestützten Softwareanwendungen wie dem Portfoliotransfer der ConVista können aufkaufende Versicherer, Assekuradeure oder Makler(pools) die Datenerfassung sowie die Bestandsanalyse automatisieren und Vertragsdaten in wenigen Schritten in die Bestandsführungssoftware übertragen.

Deutlich verkürzte Bearbeitungszeit durch automatisierte Datenextraktion

In der Praxis durchläuft die künstliche Intelligenz alle Dokumente und ist fähig, die notwendigen Daten aus den Policen auszulesen und automatisch in die Zieldatenbank zu importieren. Mussten Informationen wie Versicherer, Tarifvariante, Stand des Bedingungswerks, Versicherungsscheinnummer, Kundenkontaktdaten, Vertragsinhalte, Versicherungssumme und viele weitere Daten zuvor händisch übertragen werden, was auch aufgrund der fehlenden Standardisierung von Policen zeitaufwendig ist, geschieht dies nun automatisiert. Der Mensch hat in diesem Fall nur noch eine Kontrollfunktion, wodurch deutlich Aufwand eingespart und die Umdeckung von Beständen vereinfacht wird.

Nach der automatisieren Datenauslesung und Kontrolle durch die Fachkraft können im nächsten Schritt die Daten im Angebotswesen weiterverarbeitet werden. Da die Investitionssumme für KI-gestützte Software zudem überschaubar ist, eignen sich diese neuen KI-Technologien für Maklerunternehmen, Assekuradeure und Versicherungen jeder Größe. Da beispielsweise eine solche KI-basierte Lösung keine Anbindung an externe KI-Modelle benötigt, werden die (Kunden-)Daten auch nicht weitergereicht und der Datenschutz bleibt gewahrt.

Fazit: Wettbewerbsvorteil durch KI-basierte Automatisierung

Traditionell komplexe und fehleranfällige Prozesse wie die Umdeckung von Versicherungsbeständen, die bisher mit manuellem Aufwand verbunden waren, können durch die Unterstützung von künstlicher Intelligenz unter menschlicher Aufsicht vereinfacht und somit deutlich effizienter gestaltet werden. Hierdurch kann KI sowohl großen Versicherern als auch kleinen und mittleren Maklerunternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, insbesondere vor dem Hintergrund des anstehenden Generationswechsels im deutschen Versicherungsgeschäft. Dabei fungiert KI als Co-Pilot und ist somit auch ein Mittel, um dem Fachkräfte­mangel entgegenzuwirken.

Lesen Sie auch: Schadenmanagement 4.0: KI revolutioniert die Bearbeitung

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Ein Artikel von
Michael Süß

Digital Insurance Podcast: GPT-5, Gemini und KI-Assistenten

In der neuen Folge des Digital Insurance Podcast gibt es wieder ein monatliches KI-Update. Jonas Piela und Thomas Fröhlich diskutieren über die neuesten Entwicklungen in Sachen künstlicher Intelligenz. Es geht um den Launch von GPT-5, den Vergleich mit Google Gemini und die Suche nach dem perfekten KI-Assistenten.

Der Digital Insurance Podcast widmet sich in seiner aktuellen Folge den neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Jonas Piela, Moderator des Podcasts und Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants, spricht mit Thomas Fröhlich, Head of AI in Automation, über die bahnbrechenden Fortschritte und Herausforderungen, die die KI-Welt aktuell prägt. Die Diskussion beleuchtet insbesondere den Launch von GPT-5 und einen detaillierten Vergleich mit Google Gemini.

GPT-5 vs. Google Gemini: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Ein zentrales Thema der Podcastfolge ist der Vergleich der beiden führenden KI-Modelle, GPT-5 von OpenAI und Google Gemini. Fröhlich, der in seiner Beratungstätigkeit mit beiden Systemen arbeitet, teilt seine Erfahrungen und Einblicke. Er berichtet von den unmittelbaren Implementierungen von GPT-5 bei Microsoft, im Gegensatz zu den historisch gewachsenen Strukturen bei dem Tech-Giganten, die eine weniger nahtlose Integration mit sich bringen. Im Gegensatz dazu hebt er die beeindruckende Integration von Gemini in die Google-Produktlandschaft hervor, die eine deutlich verbesserte Benutzererfahrung ermöglicht. Die Diskussion geht über die reine Leistungsfähigkeit hinaus und beleuchtet die unterschiedlichen Preismodelle und Supportleistungen der Anbieter.

Herausforderungen der KI-Integration

Die Folge beleuchtet die Fragmentierung von KI-Lösungen und die damit verbundenen Herausforderungen. Fröhlich beschreibt die Schwierigkeiten, die sich aus dem Wechsel zwischen verschiedenen KI-Systemen ergeben, und die Notwendigkeit, den jeweiligen Prompt an das jeweilige Modell anzupassen. Die Diskussion zeigt auf, wie der Aufwand für die Anpassung von Prompts unterschätzt wird und wie wichtig die kontinuierliche Überwachung und Optimierung der KI-Prozesse sind. Die Folge analysiert den Bedarf an Allrounder-KI-Modellen, die verschiedene Use Cases abdecken und den ständigen Wechsel zwischen unterschiedlichen Systemen überflüssig machen.

Vom Testen des digitalen Mitarbeiters bis zur KI-gestützten Nachrichtenproduktion

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Frage, wie digitale KI-Mitarbeiter getestet und in Kundenprozesse integriert werden können. Die Gesprächspartner diskutieren die Grenzen deterministischer Testmethoden und die Notwendigkeit statistischer Verfahren, um die Zuverlässigkeit von KI-Systemen zu bewerten. Es wird verdeutlicht, dass die Bewertung von KI-Systemen aufgrund ihrer probabilistischen Natur komplex ist und statistische Methoden erfordert. Die Gesprächspartner diskutieren den Einsatz von KI zur Generierung synthetischer Testfälle und zur Bewertung der KI-Leistung selbst. Der Einsatz von mehreren KI-Systemen zur gegenseitigen Überprüfung kritischer Ergebnisse wird als sinnvoller Ansatz vorgeschlagen.

Fazit

Der Digital Insurance Podcast liefert in dieser Folge wertvolle Einblicke in den aktuellen Stand der KI-Entwicklung und die Herausforderungen ihrer Implementierung in der Versicherungsbranche. Die Diskussion zeigt deutlich, dass die technologischen Fortschritte in der KI-Welt Hand in Hand mit einer veränderten Denkweise und Methodik gehen müssen, um den vollen Nutzen dieser Technologien zu realisieren.

Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter pielaco.com/podcast.

Weitere Podcasts
 

MVP aB-Agenta integriert WhatsApp über InsurMagic

Die artBase! Software GmbH baut ihr Maklerverwaltungsprogramm aB-Agenta um eine WhatsApp-Anbindung aus. Mit der Integration des DSGVO-konformen Tools von InsurMagic können Makler WhatsApp in ihrem MVP zu nutzen und ohne Medienbruch im Arbeitsalltag einsetzen.

Die artBase! Software GmbH hat WhatsApp in ihr Maklerverwaltungsprogramm (MVP) aB-Agenta eingebunden. Mit der Integration des DSGVO-konformen Tools der InsurMagic GmbH haben Makler nun die Möglichkeit, den Kommunikationskanal direkt in ihrem MVP zu verwenden. „Mit der WhatsApp-Integration machen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung praxisnaher Digitalisierung für Makler. Kundendialog, Prozesssteuerung und Dokumentation lassen sich so an einem zentralen Ort bündeln – im System, das unsere Anwender täglich einsetzen“, sagt Fabian Fritz, Geschäftsführer der artBase! Software GmbH.

Chats gemeinsam bearbeiten

Dabei werden Kontakte aus aB-Agenta automatisch synchronisiert. Dokumente lassen sich direkt aus WhatsApp-Chats hochladen und alle relevanten Kundendaten und Verträge sind im Gespräch sofort verfügbar. Chats können DSGVO-konform und mit sicherer Verarbeitung sensibler Daten im Maklerverwaltungsprogramm hinterlegt werden. Mehrere Mitarbeiterzugänge und interne Aufgaben ermöglichen es, Chats gemeinsam zu bearbeiten, zuzuweisen und im Team zu organisieren. Mit automatische Antworten, Wiedervorlagen und Audio-Transkriptionen können Makler zudem Abläufe beschleunigen und mehr Transparenz erhalten.

Künftiger Fokus auf künstlicher Intelligenz

„aB-Agenta wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wir setzen konsequent auf modulare Erweiterungen, die Maklern echte Arbeitserleichterung bieten. Künftig werden wir verstärkt auch KI-gestützte Funktionen einsetzen“, so Fritz. „Unser WhatsApp-Tool wurde in enger Abstimmung mit Maklern entwickelt, die täglich im direkten Kontakt mit Kunden stehen. Gemeinsam mit artBase! als weiteren Partner können wir unsere Lösung noch mehr Maklern zugänglich machen“, unterstreicht Janik Sauerbier, Geschäftsführer der InsurMagic GmbH. „Zukünftig werden wir den Fokus auf künstliche Intelligenz weiter verstärken, um Maklern noch effizientere Arbeitswerkzeuge bereitzustellen“, so Sauerbier weiter. (tik)

Weitere Meldungen zu neuen Softwarelösungen oder auch Kooperationen finden Sie in unserer Rubrik „Management & Vertrieb“.

 

 

 

Maklerpool Apella geht weitere Zusammenarbeit ein

Die Apella AG hat einen weiteren Kooperationspartner gefunden: Zukünftig werden bestehende Strukturen in der Vermögensverwaltung über die investify-TECH-Plattform ganzheitlich abgebildet. Für Vermittler soll es vollständig digitalisierte End-to-End-Prozesse geben.

Die Apella AG und der luxemburgisch-deutsche Technologie- und Regulatorik-Provider investify TECH arbeiten bei der Digitalisierung und dem Ausbau des Wertpapiergeschäfts des Maklerpools zusammen. Apella bietet angeschlossenen Vermittlern bereits jetzt Service bei Investmentfonds, Versicherungen und Finanzierungen.

In Zukunft werden bestehende Strukturen in der Vermögensverwaltung über die investify-TECH-Plattform ganzheitlich abgebildet, wie die Unternehmen mitteilen. Die Depotbanken der Apella können demnach problemlos angebunden und genutzt werden. Außerdem werde eine Vielzahl von Strategien hinterlegt und verwaltet.

Vollständig digitalisierte End-to-End-Prozesse

Für Vermittler werden vollständig digitalisierte End-to-End-Prozesse geboten, die unabhängig von der Depotbank funktionieren und maximal einfach bedient werden können, heißt es weiter. Davon sollen auch die Endkunden profitieren. Denn sie haben mit der investify TECH Plattform nur noch einen Zugangsweg zu ihrer Geldanlage, und zwar unabhängig von der Depotbank.

Der 1993 gegründete Maklerpool mit Sitz in Neubrandenburg kooperiert mit 3.500 Vertriebspartnern. Apella arbeitet im Haftungsdach mit vertraglich gebundenen Vermittlern und 34f-Finanzanlagenvermittlern zusammen. Guntram Schloß, Vorstand der Apella AG, sagt im Rahmen der Zusammenarbeit, es sei hilfreich, dass investify TECH umfangreiche Erfahrung mit anderen Haftungsdächern und Maklerpools gesammelt habe.

 

KI verändert die Arbeit – aber wir gestalten sie

Wie beeinflusst künstliche Intelligenz die Arbeitswelt von heute? Auch die Online-Design-Plattform-Canva setzt in vielen ihrer Tools auf KI. Doch für den Umgang mit KI im Job gilt: KI ist mächtig und kann viel, aber die Zukunft der Arbeit bestimmen wir immer noch selbst.

Ein Artikel von Daniela Nyarko, Strategic Sales Lead Europe at Canva

Tech verändert das Spiel. Unser Umgang damit entscheidet: Durchstarten oder Stillstand. Künstliche Intelligenz beschleunigt Prozesse, automatisiert Workflows, verlagert Zuständigkeiten. Aber die echte Revolution im Job ist keine Tech-Revolution – es ist eine Kultur-Revolution. Im Fokus steht nicht die Leistungsfähigkeit der Maschinen, sondern der Mehrwert und die Qualität, den sie in der Praxis schaffen.

Lernen, experimentieren, wachsen

Etablierte Unternehmensmodelle waren auf Kontrollierbarkeit ausgelegt: Feste Rollen, klare Hierarchien und standardisierte Prozesse sollten Stabilität garantieren. Doch die Realität der heutigen Arbeitswelt ist zunehmend dynamischer geworden. Besonders der Einsatz von KI erfordert, dass Teams schneller lernen, häufiger experimentieren und ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg ständig neu definieren.

Dieser Wandel kann besonders für Organisationen herausfordernd sein, die tief in etablierten Strukturen verwurzelt sind. Doch wenn sie in Zukunft florieren wollen, müssen sie Raum für Flexibilität, kontinuierliches Lernen und eigenständiges Arbeiten schaffen. Was es braucht, ist ein Führungsstil, der Veränderungsbereitschaft fördert und neue Entwicklungen aktiv unterstützt.

Konkret bedeutet das: Micro-Learning etablieren, also kurze, zielgerichtete Lerneinheiten, die sich leicht in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Entscheidungsprozesse dezentralisieren und projektorientierte Arbeitsweisen fördern, damit Teams nicht in gewohnten Mustern verharren, sondern sich dynamisch mit ihrer Umgebung weiterentwickeln können.

Purpose statt Kontrolle

Jahrelang galten Kontrolle und starre Strukturen als bewährte Mittel zur Leistungssteuerung, unterstützt durch Anreize und klare Vorgaben. Doch in einer Arbeitswelt, die zunehmend verteilt, asynchron und technologiegestützt ist, wirkt Kontrolle über traditionelle Richtlinien wie ein stumpfes Instrument. Sie erreicht nicht mehr, was moderne Unternehmen wirklich brauchen: Commitment, Kreativität und Eigenverantwortung.

Statt Kontrolle braucht es heute Klarheit über den Purpose der Arbeit. Wenn Mitarbeitende verstehen, warum ihre Arbeit wichtig ist, steigt ihre Motivation. Sie werden kreativer, resilienter und nutzen Technologien wie KI nicht nur zum Abhaken von Tasks, sondern um echten Mehrwert zu schaffen.

Leadership bedeutet deshalb vor allem: Orientierung geben. Das gelingt durch offene Diskussionen und gemeinsame Reflexion: Was treibt uns an? Für wen arbeiten wir? Und was macht unsere Arbeit wirklich sinnvoll? So entsteht eine Unternehmenskultur, die nicht nur auf Performance setzt, sondern auf Aufgaben mit Wirkungskraft und langfristigen Vorteilen.

Ziel ist nicht die Menge, sondern der Unterschied, den wir machen. KI ist zweifellos mächtig, wenn es darum geht, Arbeitsprozesse zu skalieren. Sie kann zum Beispiel Content, Code oder Kampagnen in kürzester Zeit generieren. Doch bei der Jagd nach immer mehr Output drohen wir aus den Augen zu verlieren, was wirklich zählt: die Qualität unserer Ideen, die Wirkung unserer Arbeit und die Beziehungen zwischen den Menschen, die sie prägen.

Moderne Führung sollte deshalb den Maßstab für Erfolg neu justieren: weg von purer Quantität hin zu echter Substanz. Es geht darum, Value statt Volume zu schaffen und Effizienz mit Empathie zu verbinden. Qualität entsteht durch relevanten Content, nachvollziehbare Ergebnisse und lebendigen Austausch. Das braucht Teams mit scharfem Urteilsvermögen, starken Storytelling-Skills und eine Kultur, die Feedback nicht nur zulässt, sondern fördert.

Das bedeutet: klare Qualitätsstandards definieren, Zeit für konzeptionelles Denken schaffen, KI-Einsatz kritisch reflektieren und Arbeitsszenarien fördern, in denen Kommunikation, Kreativität und menschliche Verbindung bewusst Raum bekommen.

Leadership-Wandel — Mitarbeitende im Mittelpunkt

Die Zukunft der Arbeit wird nicht von künstlicher Intelligenz bestimmt. Sie wird von unserer Bereitschaft bestimmt, Führung neu zu denken. Erfolgreiche Unternehmen werden nicht die sein, die auf starre Strukturen oder maximale Effizienz setzen, sondern die, die ihren Teams ermöglichen, flexibel zu handeln, mit echtem Purpose zu agieren und sich auf Qualität und menschliche Verbindung zu fokussieren.

In der heutigen Arbeitswelt reicht es nicht mehr, Prozesse zu managen. Es braucht Führungskräfte, die Räume schaffen, in denen Lernen, Eigenverantwortung und Empathie zur Selbstverständlichkeit werden. Die wahren Erfolgsfaktoren der Zukunft liegen nicht im Output, sondern in der Fähigkeit, Wandel aktiv zu gestalten, sinnvolle Arbeit zu ermöglichen und Technologie gezielt einzusetzen, um menschliches Potenzial zu entwickeln. Das ist die echte Chance und die Führungsaufgabe unserer Zeit.

Lesen Sie auch: Wie KI-Suche Online-Sichtbarkeit der Branche verändert

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Ein Artikel von
Daniela Nyarko

Digital Insurance Podcast: Wie die Techniker ihre Softwareentwicklung revolutioniert

In der aktuellen Episode des Digital Insurance Podcasts spricht Jonas Piela mit Thomas Much, Technical Agile Coach bei der Techniker Krankenkasse. Dabei geht es um die Herausforderungen und Chancen der Modernisierung der Softwareentwicklung.

Das Gespräch zwischen Moderator Jonas Piela und Thomas Much bietet wertvolle Einblicke in agile Methoden und deren praktische Umsetzung. Much, ein langjähriger erfahrener Freelancer, erläutert seine Motivation für den Wechsel in die Festanstellung bei der Techniker Krankenkasse (TK). Er betont die einzigartige Möglichkeit, seine Expertise in einem großen Unternehmen mit vielfältigen Teams und Projekten einzusetzen und seine langjährige Erfahrung im Coaching und der Entwicklung von Software effektiv zu nutzen. Die TK biete ihm die ideale Plattform, um seine Leidenschaft für die Förderung moderner Programmierpraktiken und agiler Methoden auszuleben und gleichzeitig einen nachhaltigen Mehrwert für das Unternehmen zu generieren.

Agile Softwareentwicklung: Die Überwindung alter Denkmuster

Die Diskussion verdeutlicht den Unterschied zwischen traditionellen und modernen Softwareentwicklungsmethoden. Much beschreibt die Herausforderungen, die sich aus veralteten Prozessen wie der langwierigen Anforderungsanalyse und dem mangelnden Code Ownership ergeben. Er unterstreicht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Softwareentwicklung (Continuous Integration/Continuous Delivery) und erläutert, wie die TK diese Prinzipien umsetzt, um schnellere Time-to-Value zu erreichen und die Risiken bei der Softwarebereitstellung zu minimieren.

Der Weg zur kontinuierlichen Auslieferung (Continuous Delivery)

Der Podcast geht auch auf die Herausforderungen bei der Einführung von Continuous Integration und Continuous Delivery ein. Much erläutert, wie die TK diese Prozesse implementiert, um den automatisierten und kontinuierlichen Auslieferungszyklus zu optimieren und dabei verschiedene Infrastrukturmodelle, von Cloud-basierten Lösungen bis hin zu klassischen On-Premise-Systemen, zu berücksichtigen. Er betont die Notwendigkeit, die Softwareentwicklung selbst an die Prinzipien der kontinuierlichen Auslieferung anzupassen und die benötigten Skills innerhalb der Entwicklungsteams zu fördern.

Schlussfolgerung

Das Gespräch mit Thomas Much bietet wertvolle Einblicke in die Praxis der agilen Softwareentwicklung in einem großen Unternehmen. Die Diskussion unterstreicht den Mehrwert von Teamwork, modernen Methoden und einer kontinuierlichen Auslieferung für die erfolgreiche Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft. Die gezeigten praktischen Beispiele von der Techniker bieten wertvolle Anregungen für Unternehmen, die ihre Softwareentwicklungsprozesse modernisieren möchten.

Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter pielaco.com/podcast.

Weitere Podcasts
 

Apella kooperiert mit Moventum

Ab sofort haben Apella-Berater Zugang zu den Produkten des Financial-Service-Partners Moventum. Ab Ende September wird die Zusammenarbeit noch erweitert. Moventum erhofft sich dadurch eine stärkere Präsenz in den neuen Bundesländern.

Moventum S.C.A., ein unabhängiger Financial-Service-Partner mit eigener digitaler Plattform, und der Maklerpool Apella AG mit Sitz in Neubrandenburg haben ihre Kooperation bekannt gegeben. Demnach können ab sofort die an Apella angeschlossenen Beraterinnen und Berater direkt auf die Standard-Moventum-Depotmodelle MOVEclassic und MOVEflex zugreifen.

Michael Patzelt, Head of Sales DACH bei Moventum, sieht für das Unternehmen die Chance, vor allem auch in den neuen Bundesländern „noch stärker eingebunden werden“ zu können. Dort habe Apella eine sehr starke Position. Es seien nun auch gemeinsame Veranstaltungen geplant, so Patzelt.

Ab Ende September können Apella-Berater über die API-Schnittstelle der Incore AG auch auf die Moventum-Strategien der Vermögensverwaltung zugreifen, wie die Unternehmen mitteilen. (lg)

Weitere aktuelle Meldungen zu Kooperationen und neuen Lösungen finden Sie in unserer Rubrik „Management & Vertrieb“.

 

Cyberangriff auf Maklerhaus BüchnerBarella

BüchnerBarella wurde Opfer eines Cyberangriffs. Der Industriemakler bezeichnet die Tat auf seiner Website als „gezielt“ und „kriminell“. Das Unternehmen ist momentan nur telefonisch erreichbar. Nun werde das Ausmaß der Attacke untersucht und intensiv an einer Lösung gearbeitet.

Der Industriemakler BüchnerBarella meldet einen „gezielten“ und „kriminellen“ Cyberangriff auf das Unternehmen. Auf der Website wird darauf hingewiesen, dass aktuell alle Außenverbindungen getrennt sind und man aus diesem Grunde ausschließlich telefonisch erreichbar sei. Es werde „mit Hochdruck an einer Lösung“ gearbeitet und zwar unter Mithilfe externer Experten für Cyberincidents und IT-Forensik. Derzeit werde zudem das Ausmaß des Angriffs untersucht.

Notwendige Sicherheitsmaßnahmen getroffen

Weiterhin informiert der inhabergeführte Makler, dass der Angriff von den eigenen Sicherheitssystemen erkannt wurde. Alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen seien umgehend eingeleitet worden. Dadurch konnten die Auswirkungen des Angriffs eingedämmt werden, heißt es weiter.

Alle betroffenen und angrenzenden Systeme wurden heruntergefahren. Telefonisch seien die Ansprechpartner unter den bekannten Rufnummern des jeweiligen Standorts erreichbar. Auch die zuständigen Kundenberater können telefonisch erreicht werden. BüchnerBarella informiert auch auf der eigenen Website über weitere Erkenntnisse. (lg)