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Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH

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Diskussionsrunde zum AV-Depot: Was Makler schon jetzt tun sollten

Das IVFP hat in einer Online-Veranstaltung zum Altersvorsorgedepot informiert. Darin gab es auch ein Diskussionspanel aus mehreren Branchenteilnehmern, was die Reform für Berater bedeutet. Was sollten Makler im Jahr 2026 noch tun, ehe die neue Produktlandschaft in den Vertrieb geht?

Es dauert nicht mehr lange – auf dem Papier sind es noch gut sieben Monate –, bis es Neujahr 2027 schlägt und Produktgeber mit neuen Produkten in der privaten Altersvorsorge an den Start gehen können. Bis dahin gibt es noch einiges zu klären. Welche verschiedenen Formen werden Standardprodukt und Nicht-Standardprodukt beim neuen Altersvorsorgedepot annehmen? Wie wird die genaue Durchführung aussehen? Wird der Staat als eigener Produktgeber am Markt mitmischen? Und wie sieht es mit der Beratungsvergütung aus?

Diese Fragen und mehr hat das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) im „Altersvorsorgeforum“, einer Online-Veranstaltung am Donnerstagvormittag, behandelt. Auf dem Programm stand auch eine Diskussionsrunde zur Frage, was die Konsequenzen der Reform für Beraterinnen und Berater sind. Moderiert wurde die Runde von David Krahnenfeld, Leiter Wholesale und Produktmarketing bei Ampega. Die Diskussion führten Norman Wirth, Vorstand des Vermittlerverbands AfW, Cvetelina Todorova, Leiterin Altersvorsorgepolitik im Fondsverband BVI, Dr. Peter Schwark, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), und Carsten Kock, Leiter Maklervertrieb Leben bei der HDI.

Flexibilität erhöht Beratungsbedarf

Generell gilt Altersvorsorge nicht unbedingt als Thema, welches in der Gesellschaft als sexy betrachtet wird – geformt von gesellschaftlichen Trends wird sie aber wohl dennoch. Denn ebenso wie sich viele Dinge in Richtung Individualismus entwickeln, soll durch die Wahlmöglichkeiten bei den Garantiestufen im Altersvorsorgedepot mehr Flexibilität ermöglicht werden.

Was heißt das für Berater? Der Ansicht der Expertinnen und Experten im Diskussionspanel nach wird der Beratungsbedarf aufgrund der erhöhten Flexibilität steigen. Wenn es mehr Möglichkeiten gibt, die Altersvorsorge zu gestalten, gehe es darum, die Kunden und Kundinnen ganzheitlich zu beraten und alle Möglichkeiten im Auge zu behalten, erklärte etwa Dr. Peter Schwark. Es brauche den Berater, der den Kunden antreibt und ihn dazu anregt, einmal über seine aktuelle finanzielle Situation und seinen Bedarf zu sprechen.

AfW-Vorstand Norman Wirth pflichtete Schwark bei und verwies dabei nochmals auf die Fehlannahme des Gesetzgebers und auch des GDV, dass man keine Beratungspflicht für das geplante Standardprodukt brauche. „Natürlich“ müssen neue Produkte beraten werden, und zwar ganzheitlich, denn es gehe um neue Produktkategorien, um eine neue Förderlogik und im Falle dieser Reform auch um bereits bestehende Riester-Verträge, die in die neue Förderung umgesiedelt werden können. Ob dies immer die beste Option ist, lasse sich aber, so waren sich alle Experten einig, nur bei der individuellen Betrachtung klären, denn eindeutig sei diese Frage nicht zu beantworten.

Was ist mit der Vergütung?

Da gibt es aber auch noch die Kontroverse um den Kostendeckel und die Aufteilung der Vertriebs- und Verwaltungskosten auf die gesamte Vertragslaufzeit, die dafür sorgen könnten, dass Provisionen für Vermittler geringer ausfallen, oder aber sie vom Produktgeber vorfinanziert werden müssen. Die Stuttgarter hat sich bereits klar dazu positioniert, was sie von dem Thema hält.

Eindeutige Antworten, wie es denn nun wird, wenn es mit den Produkten losgeht, konnte das Gremium allerdings auch nicht liefern. Wirth erklärte, dass sich der Markt hier erst sortiere. Honorarvarianten und Servicevereinbarungen seien beim AfW allerdings Themen, über die auch im Rahmen der Reform gesprochen werden.

Cvetelina Todorova erläuterte ihrerseits, dass es beim Kostendeckel von 1% ja um Effektivkosten gehe und mit dem Kostendeckel der grundsätzliche Spielraum für eine Beratungsvergütung nicht ausgeschöpft sei – dennoch werde der Markt vor diesem Gesichtspunkt unter Druck geraten.

Karsten Kock erklärte, dass man sich als Versicherer und somit als Produktgeber bereits in Diskussionen befinde. Man sehe allerdings eine Tendenz dahin, dass sich der Markt stärker auf laufende Vergütung ausrichten werde. Wichtig sei seiner Meinung nach jedoch, dass man nicht zu sehr auf einzelne Produkte schaue, sondern dass Altersvorsorgeberatung zunächst produktunabhängig stattfinden müsse, orientiert am Bedarf des Kunden. Kock glaube jedoch, dass diese Vorsorgeberatung so vergütet werde, dass der Berater die Dienstleistung auch erbringen könne.

Was nun?

Was also sollten Vermittler jetzt im Mai 2025 tun in Vorbereitung auf die Reform? AfW-Vorstand Wirth kam auf die Rechtslage zu sprechen, denn das Altersvorsorgedepot ohne Garantie dürfe nicht mit einer Zulassung gemäß § 34d GewO vermittelt werden – da sei man begrenzt auf Produkte aus der Versicherungswelt. Für das Altersvorsorgedepot ohne Garantien brauche es dementsprechend die Zulassung nach § 34f. Wirth empfahl in der Diskussionsrunde also, den § 34f noch ins Repertoire aufzunehmen, um den Markt ganzheitlich und somit auch alle Bedürfnisse des Kunden abdecken zu können.

Der zweite Punkt, den die Runde festhielt, betrifft alte Riester-Verträge, denn diese können umgesiedelt werden in die neue Förderung. Was Vermittler jetzt tun sollten, sei also, ihre Riester-Kunden entsprechend zu kontaktieren und schon einmal darauf hinzuweisen, dass es aufgrund einer politischen Reform ab Januar 2027 eine neue staatliche Förderung gebe, die sozusagen die Nachfolge der Riester-Rente antritt. Konkrete Informationen müssten dem Kunden noch gar nicht dargelegt werden, da diese auch noch nicht ausreichend vorliegen könnten, jedoch sollte man sich bei jedem Kunden, der einen Riester-Vertrag im Portfolio hat, damit befassen, wie mit diesem weiter verfahren wird, und ob sich ein Wechsel lohnt. (mki)

 

Die besten Privatrenten laut IVFP

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat in einem aktuellen Rating die besten Privatrenten gekürt. Demnach gewinnen fondsgebundene Lösungen deutlich an Bedeutung. Außerdem gibt es im Markt eine klare Verschiebung hin zu Produkten, die Flexibilität mit planbarer Sicherheit verbinden.

Flexibilität – mittlerweile fast schon ein Buzzword beim Thema Altersvorsorge in Deutschland. Doch anscheinend zurecht, wie das aktuelle Privatrenten-Rating des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) zeigt.

Markt wandelt sich

Im Vergleich zum Vorjahr 2025 zeigt sich dabei: Der Privatrentenmarkt bleibt in Bewegung. Während in Zeiten steigender Zinsen klassische Rentenprodukte weiterhin Bestand haben, gewinnen fondsgebundene Lösungen deutlich an Bedeutung, so das IVFP. Diesem Trend Rechnung tragend bieten die Tarife verstärkt Flexibilitäten, um Kunden und Kundinnen Anpassungen während der meist langen Laufzeiten zu ermöglichen.

Ein bedeutender Aspekt sind u. a. Garantieleistungen. Etwa 60% der Produkte lassen Veränderungen der Höhe noch während der Aufschubphase zu. Das Angebot bei der Gestaltung der Leistungsphase werde ebenfalls zunehmend größer, heißt es vom Institut. Neben Verrentung und Kapitalauszahlung seien flexible Entnahmemöglichkeiten (wie z. B. Auszahlpläne) zunehmend Teil des Tarifwerks. Darüber hinaus werde auch das Fondsangebot stetig erweitert. Inzwischen biete jedes Fondsprodukt auch eine Auswahl an ETFs an.

Besonders überzeugen konnten im aktuellen Rating Anbieter, die Transparenz fördern, Kosten optimieren und flexible Auszahlungsmodelle anbieten, so IVFP-Geschäftsführer Dr. Andreas Kick.

Methodik und Ergebnisse

Für das Privatrenten-Rating 2026 wurden 107 Privatrentenprodukte von 41 Anbietern anhand über 100 Einzelkriterien analysiert, aufgeteilt in die vier Teilbereiche Unternehmen, Rendite, Flexibilität sowie Transparenz und Service. Unternehmen und Flexibilität haben dabei eine Gewichtung von 25%, Rendite von 40% und Transparenz und Service von 10%. Die Bewertung erfolgt in den Kategorien „Exzellent“ bis „Mangelhaft“.

Mehrere Anbieter erzielten auch in diesem Jahr sehr gute bis exzellente Bewertungen. Auffällig, so erläutert das IVFP, sei, dass gerade jene Häuser, die konsequent auf transparente Kostenmodelle, Anlagestrategien und digitale Kundenservices setzen, sich verbessern konnten.

Der Vergleich zum Vorjahr bestätige die Marktverschiebung hin zu Produkten, die Flexibilität mit planbarer Sicherheit verbinden. Diese Entwicklung unterstütze die zunehmende Nachfrage nach individuellen, lebensphasenorientierten Vorsorgelösungen.

Die besten klassischen Privatrenten

Bei den klassischen Privatrenten hat kein Tarif die Höchstnote „Exzellent“ erhalten, dafür aber drei die Note „Sehr gut“, nämlich die Bausteinrente der Hannoversche Lebensversicherung AG, der Tarif „UniversalLife“ der IDEAL Lebensversicherung a.G., und die „Klassische Rentenversicherung“ der LV 1871.

Im Bereich „Klassik Plus“ erzielten drei Tarife die Höchstnote „Exzellent“, nämlich die „Privatrente Perspektive“ der Allianz, der „Aktivplan“ der neue leben Lebensversicherung AG und die „Klassikrente“ der Provinzial.

Die besten Fondspolicen mit und ohne Garantien

Bei den Fondspolicen mit Garantien erhielten sieben Tarife die Bestnote, nämlich:

  • PrivatRente InvestFlex mit Garantie von der Allianz
  • Relax PrivatRente Chance von der AXA
  • ERGO Rente Dynamik der ERGO Vorsorge Lebensversicherung
  • MeinPlan von der LV 1871
  • Aktivplan von der neue leben
  • Fondsgebundene Privatrente der NÜRNBERGER
  • GarantRente Vario von der Provinzial

Bei den Fondspolicen ohne Garantien wurden acht Tarife mit einem „Exzellent“ ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um:

  • PrivatRente InvestFlex von der Allianz
  • JustInvest von der AXA
  • Fondsrente „Hallo Zukunft“ von der Bayerischen
  • Generation private plus von der Canada Life
  • CleverInvest von der HDI
  • MeinPlan von der LV 1871
  • Aktivplan von der neue leben
  • Fondsgebundene Privatrente von der NÜRNBERGER
Die besten Indexpolicen und „Comfort“-Tarife

Bei den Indexpolicen reichte es für vier Tarife zur Bestnote. Die Allianz ist gleich zweimal vertreten, und zwar mit der PrivatRente IndexSelect und der PrivatRente IndexSelect Plus. Ebenso mit „Exzellent“ ausgezeichnet wurden die ERGO Rente Index der ERGO Vorsorge Lebensversicherung sowie der Tarif „PlanX“ der neue leben.

Im Rating der „Comfort“-Tarife konnten sich zwei Tarife die Bestnote sichern, nämlich die PrivatRente KomfortDynamik der Allianz und die Relax PrivatRente ComfortPlus der AXA.

Das ausführliche Rating findet sich auf der Website des IVFP. (mki)

 

Private Altersvorsorgereform: Produktkosten im Fokus

Die Reform der privaten Altersvorsorge sorgt in der Branche für Diskussionen – vor allem der vorgesehene Kostendeckel von 1,5% für das Standarddepot. Manche finden ihn zu hoch, manche zu niedrig. Das IVFP ordnet die Debatte in seiner Kolumne ein.

Eine Kolumne von Dr. Andreas Kick, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)

Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge nimmt langsam Konturen an und setzt dabei auf zwei Produktlinien, die bewusst unterschiedliche Bedürfnisse adressieren sollen. Neben sicherheitsorientierten Garantieprodukten soll künftig auch ein renditeorientiertes Altersvorsorgedepot ohne Garantien möglich sein.

Ergänzend ist ein Standarddepot vorgesehen: Wer keine individuellen Entscheidungen treffen möchte, kann ein vorher durch den Anbieter definiertes Portfolio aus zwei Fonds mit unterschiedlicher Risikoausprägung und vorgegebenem Mischverhältnis wählen. Für dieses Standarddepot ist ein Kostendeckel von 1,5% geplant und genau darüber wird derzeit intensiv gestritten.

Kostendeckel: Worauf beziehen sich die 1,5% überhaupt?

Die Fronten sind schnell beschrieben. Die einen halten 1,5% für viel zu hoch, weil sie befürchten, dass unnötig Kosten im Finanzsektor verbleiben. Die anderen argumentieren, 1,5% sei zu niedrig, wenn man Produktvielfalt erhalten will, etwa auch jenseits reiner ETF-Lösungen. Darüber hinaus reiche der zu erwartende Wettbewerb aus, um zu hohe Kosten zu vermeiden. Doch auf was beziehen sich die 1,5% denn nun?

Einordnung: Es geht nicht darum, einzelne Kostenarten wie Abschluss- und Vertriebskosten auf 1,5% zu begrenzen – auch wenn dies zurzeit häufig zu lesen ist. Der Gesetzentwurf stellt klar, dass es um die Effektivkosten geht, also um die durchschnittliche jährliche Renditeminderung durch Kosten über die Vertragslaufzeit. Damit wird nicht ein einzelner Gebührenblock gedeckelt, sondern die Gesamtkostenwirkung auf die Rendite. Effektivkosten sind eine Kennziffer, die zeigt, um wie viele Prozentpunkte pro Jahr die Gesamtkosten eines Vertrags die Rendite reduzieren. Und Gesamtkosten heißt: In dieser Kennziffer stecken nicht nur laufende Verwaltungskosten, sondern auch Abschluss und Vertrieb sowie – bei kapitalmarktorientierten Produkten besonders relevant – die Kosten der Kapitalanlage wie etwa Fondskosten.

Wie ist der Kostendeckel einzuordnen?

Wie ist der Deckel von 1,5% einzuordnen? Aktuelle Analysen des IVFP zeigen, dass moderne Fondspolicen bei langen Laufzeiten im Mittel rund 1,2% Effektivkosten (es handelt sich hierbei um Normaltarife mit voller Provision und nicht etwa um Honorartarife) erreichen können, wenn bspw. ein ETF mit 0,2% laufenden Kosten zugrunde gelegt wird.

Das bedeutet zweierlei: Erstens gibt es bereits heute Produkte, die einen Kostendeckel in dieser Größenordnung einhalten und dabei zum Teil deutlich flexibler sind als das oben genannte Standardprodukt. Zweitens spricht vieles dafür, dass sich zusätzliche Aufwände, etwa für die Zulagenverwaltung, über ein konsequent standardisiertes Design und geringere Komplexität zumindest teilweise auffangen lassen. Für mittlere bis lange Laufzeiten erscheint ein Deckel von 1,5% (möglicherweise sogar etwas darunter) damit grundsätzlich machbar.

Ohne Beratung kein Erfolg?

In dieser Debatte darf ein Punkt jedoch nicht untergehen: Beratung ist und bleibt ein zentraler Baustein dafür, dass Menschen überhaupt Altersvorsorge betreiben. Das gilt erst recht in einer Reformwelt, die zusätzliche neue Wahlmöglichkeiten eröffnet: Standarddepot oder AV-Depot? Was ist gefördert? Gibt es Alternativen? Welche Kapitalanlage passt? Soll diese aktiv oder passiv gemanagt werden? Mit oder ohne Garantie? Und welche Konsequenzen hat das über die Laufzeit, wenn sich Lebenssituation, Präferenzen und Risikoprofil verändern, etwa beim Übergang in die Entnahmephase?

Hinzu kommt die Riester-Welt: Kann ein Wechsel sinnvoll sein, ist Beitragsfreistellung die bessere Lösung oder sollte man bestehende Verträge weiterführen? Es ist davon auszugehen, dass diese zusätzliche Komplexität den Beratungsbedarf weiter erhöht oder anders formuliert: Ohne Beratung – und sei das Produkt noch so attraktiv – ist nicht von einem flächendeckenden Erfolg des Altersvorsorgedepots auszugehen.

Kostengünstige Lösungen

Gleichzeitig wird es im neuen System auch sehr günstige Wege geben. Wer sich in Finanzfragen selbst gut auskennt, bereit ist, die notwendigen Entscheidungen eigenständig zu treffen, und einen Online-Direktabschluss nutzt, wird attraktive Lösungen finden, teils auch deutlich unter 1% Effektivkostenbelastung.

Direktbanken und Neobroker dürften hier die Kosten-Benchmark setzen und damit den Wettbewerbsdruck auf den Gesamtmarkt erhöhen. Allerdings kommen im Kontext der staatlich geförderten Vorsorge zusätzliche Pflichtbausteine hinzu, etwa Zertifizierung, die Anbindung einer Zulagenverwaltung und gegebenenfalls Mechanismen wie Ablaufmanagement. Diese Komponenten kosten Geld, dürften aber bei konsequent einfacher Produktgestaltung beherrschbar bleiben. Somit werden auch viele „normale“ AV-Depotlösungen vermutlich unter der 1%-Hürde bleiben, vorausgesetzt die Kapitalanlage ist schlank und kosteneffizient aufgesetzt.

Fazit

Am Ende könnte genau darin die Stärke der Reform liegen: Es wird für nahezu jede Zielgruppe ein ausreichendes Angebot geben. Einerseits für finanzaffine Sparer:innen extrem günstige, digitale Lösungen (mit eigener Verantwortung für regelmäßige Überprüfung, sofern nicht das Standarddepot gewählt wird) und anderseits für alle die Unterstützung wünschen beratungsintensivere Konzepte, die idealerweise passgenau ausgestaltet und über die Laufzeit begleitet werden.

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Reform schädlich für Verbreitung der privaten Altersvorsorge?
Um die Reform der privaten Altersvorsorge geht es auch beim Makler-Summit Süd-West 2026 am 29. April in Kornwestheim. Weitere Informationen zu dem Event finden Sie auf asscompact.de/makler-summit-2026.
 

Risikoleben: Die besten Tarife laut IVFP

Das IVFP hat sein aktuelles Rating in der Risikolebensversicherung veröffentlicht. Für den diesjährigen Jahrgang hat das Analysehaus 83 Tarife von 42 Versicherern untersucht und festgestellt: Einzelne Tarife unterscheiden sich in wichtigen Detailfragen. Welche Tarife beim IVFP-Rating punkten können.

Die Risikolebensversicherung ist ein zentraler Baustein der privaten Vorsorge. Sie dient vor allem der finanziellen Absicherung von Hinterbliebenen im Todesfall, beispielsweise für Ehepartner, Kinder oder auch Geschäftspartner.

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat nun den aktuellen Jahrgang seines Ratings zur Risikolebensversicherung vorgelegt. Für die diesjährige Analyse hat das IVFP 83 Tarife von 42 Anbietern untersucht. In die Gesamtnote fließen Bewertungen der folgenden vier Teilbereiche ein: Unternehmen (20%), Preis-Leistung (50%), Flexibilität (20%) sowie Transparenz und Service (10%).

Viele Tarife mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten

Die untersuchten Tarife wurden für das aktuelle Rating in die Kategorien Basis- und Premiumtarife eingeteilt. Zudem wurde noch zwischen Rauchern und Nichtrauchern unterschieden. Die Kategorie „Basis“ sichert dabei das reine Todesfallrisiko ab. Die Tarifkategorie „Premium“ bietet zusätzliche Optionen wie etwa eine Leistung bei schwerer Krankheit („Dread Disease“) vor dem Versterben oder eine nachträgliche Erhöhung des Versicherungsschutzes ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Wie so oft gelte auch in der Lebensversicherung: Nicht immer ist das erste Angebot auch das Beste, schreibt das IVFP. Erst der Vergleich zeige, welcher Tarif welche Leistungen zu welchem Preis anbietet. So bieten viele Tarife individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und zusätzliche finanzielle Vorteile, wie etwa Bonusregelungen für Akademiker (5 Tarife), Familien oder Kinder (37 Tarife) sowie Immobilienbesitzer oder Bauherren (9 Tarife).

Unterschiede beim Umgang mit Rauchverhalten

Ein wesentlicher, oft unterschätzter Aspekt ist der Umgang des Versicherers mit dem Rauchverhalten. Bei 70% der Tarife besteht eine Meldepflicht, sollte sich das Rauchverhalten während der Vertragslaufzeit ändern. 14 Tarife verzichten auf eine solche Meldepflicht.

27 der untersuchten Tarife verzichten zudem auf eine nachträgliche Überprüfung des Rauchverhaltens bei Nichtrauchern. Acht der Tarife zeigen sich laut dem IVFP besonders verbraucherfreundlich und verzichten sowohl auf die Meldepflicht als auch auf eine Nachprüfung. Ein solcher Verzicht sei allerdings immer auch dezidiert zu betrachten, da das Risiko an sich ja bestehen bleibe, so das IVFP.

Eine obligatorische Kapitalleistung im Falle einer schweren Krankheit oder Pflegebedürftigkeit sehen 15 Tarife vor, bei weiteren 16 ist sie optional.

Die Spitzenreiter in der Kategorie Basis

Die Ergebnisse sind in die Kategorien Basis Nichtraucher, Basis Raucher sowie Premium Raucher und Premium Nichtraucher eingeteilt. Zudem unterscheidet das IVFP bei den Ergebnissen zwischen Service- und Direktversicherern. Die Ergebnisse innerhalb der Kategorien werden jeweils in alphabetischer Reihenfolge dargestellt.

Welche Anbieter können laut dem IVFP also in der Risikolebensversicherung punkten?

In der Kategorie Basis Nichtraucher erhalten vier Serviceversicherer die Bestnote „exzellent“. Es sind:

  • Deutsche Lebensversicherungs-AG
  • Provinzial
  • SIGNAL IDUNA
  • Württembergische

Die Kategorie Basis Raucher können weitere zwei Serviceversicherer die Bestnote erreichen:

  • Deutsche Lebensversicherungs-AG
  • SIGNAL IDUNA

Bei den Basistarifen können keine Direktanbieter eine Spitzenbewertung erreichen.

Diese Anbieter sind „exzellent“ in der Kategorie „Premium“

In der Kategorie Premium Nichtraucher haben ebenfalls vier Serviceversicherer mindestens einen Tarif mit der Bestbewertung „exzellent“ im Angebot:

  • Allianz
  • Dialog (drei Tarife)
  • IDEAL (zwei Tarife)
  • SIGNAL IDUNA

Unter den Direktanbietern werden zwei Tarife des Anbieters EUROPA mit der Bestnote bewertet.

In der Kategorie Premium Raucher sind die folgenden Serviceversicherer „exzellent“:

  • Dialog
  • IDEAL (zwei Tarife)
  • SIGNAL IDUNA

Kein Tarif eines Direktanbieters erreichte in dieser Kategorie die Spitzenbewertung. (js)

Die Ergebnisse des Ratings Risikolebensversicherung 2026 können auf der Website des IVFP eingesehen werden.

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BU und Fondspolicen Spitzenreiter im Beratungsalltag

Die BU und fondsgebundene Altersvorsorgeprodukte stehen im Beratungsalltag von Maklern weiter ganz oben auf der Liste. Während der Beratung kommt häufig das Thema fondsgebundene Rentenphase zur Sprache und auch Value for Money gewinnt deutlich an Bedeutung.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bleibt das Produkt, zu dem unabhängige Vermittler am häufigsten beraten. Laut einer jährlichen Umfrage des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) unter unabhängigen Vermittlern beraten acht von zehn befragten Maklern mindestens einmal im Monat zu dem Produkt, 44% sogar öfter als drei Mal im Monat.

Im Biometriebereich folgt auf die BU – allerdings mit deutlichem Abstand – die Grundfähigkeitsversicherung. Knapp ein Drittel der Makler (31%) berät mindestens einmal monatlich zu dem Produkt, die Mehrheit aber seltener oder gar nicht. Bei der Dread-Disease -Versicherung sind es sogar noch weniger.

Klassische Produkte und Indexpolicen verlieren an Bedeutung

Im Bereich Altersvorsorge dominieren ganz klar fondsgebundene Tarife ohne Garantien. Knapp über drei Viertel der befragten Makler (76%) beraten einmal im Monat oder häufiger dazu, 45% häufiger als drei Mal monatlich. Fondspolicen mit Garantien sind bei 44% der Makler mindestens einmal im Monat Thema im Beratungsgespräch. Klassische Produkte verlieren weiterhin an Bedeutung. Indexpolicen sind für die große Mehrheit kaum relevant: 34% der Teilnehmer beraten selten dazu, 51% sogar niemals.

Das ist Maklern bei der Auswahl von Fondspolicen wichtig

Das IVFP hat die teilnehmenden Makler auch dazu befragt, welche Kriterien ihnen bei der Auswahl einer Fondspolice am wichtigsten sind. Einen hohen Stellenwert misst die Vermittlerschaft demnach der Flexibilität in der Auszahlungsphase bei. 73% der Befragten empfinden dies als wichtigstes Kriterium, gefolgt von der Auswahl an ETFs/Indexfonds (71%). Immer noch deutlich über die Hälfte der Makler finden die Flexibilität während der Aufschubzeit (68%), Kosten (65%) sowie die Finanzstärke des Unternehmens (55%) wichtig; alle drei dieser Kriterien haben allerdings im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung verloren.

Value for Money gewinnt an Relevanz

Den höchsten Stellenwert in der Beratung hat laut der Umfrage die fondsgebundene Rentenphase. Für fast 60% der befragten Vermittler hat sie einen hohen bzw. sehr hohen Stellenwert. Gleichzeitig gewinnt das Thema „Value for Money“ an Relevanz. IVFP-Geschäftsführer Dr. Andreas Kick vermutet, dass hier die Themen Kosten und die Eignung des Produkts für den Kunden im Vordergrund stehen dürften.

Alternative Investments im Versicherungsmantel sind ebenfalls auf dem Vormarsch: Knapp 40% der Befragten geben an, bereits zu entsprechenden Policen zu beraten. Besonders präsent seien dabei Lösungen der Allianz sowie „Blue Invest“ der Bayerischen. Insgesamt können sich fast zwei Drittel vorstellen, solche Produkte künftig im Portfolio zu führen. (js)

Lesen Sie auch: IVFP: Vermittler ziehen sich aus Indexpolicen-Geschäft zurück
Wie das IVFP die Reform der privaten Altersvorsorge bewertet
 

IVFP: Vermittler ziehen sich aus Indexpolicen-Geschäft zurück

Indexpolicen versprechen eine Kombination aus Sicherheit und Renditechancen, doch die Niedrigzinsphase und geringe Überschussbeteiligungen haben ihnen zu schaffen gemacht. Nicht nur beraten weniger Vermittler zu Indexpolicen, auch Versicherer ziehen sich aus dem Geschäft zurück, wie eine Umfrage des IVFP zeigt.

Indexpolicen sind in der Produktlandschaft der deutschen Lebensversicherer fest integriert. Auf den ersten Blick ist das Konzept vielversprechend: Sie verbinden das Sicherheitsversprechen einer klassischen Rentenversicherung mit den Renditechancen, die über eine Indexbeteiligung entstehen können.

Doch in den letzten Jahren hat sich das Umfeld als herausfordernd bewiesen. Das lange Niedrigzinsumfeld hat bei vielen Versicherern zu geringeren Überschussbeteiligungen geführt. Doch genau diese spielen bei Indexpolicen eine entscheidende Rolle für die Renditechancen, denn sie bestimmen, wie viel Budget für die Indexpartizipation zur Verfügung steht. Unter dem Strich bedeutet das häufig: geringere Beteiligungsmöglichkeiten führen zu niedrigen Renditen.

Versicherer und Vermittler lassen Indexpolicen links liegen

Das hat Einfluss auf die Vermittlung dieser Produkte: Laut dem Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) ziehen sich Vermittler vermehrt aus der Beratung von Indexpolicen zurück. Die Ergebnisse der IVFP Produkttrends Umfrage 2026 zeigt, dass rund 50% aller Vermittler derzeit nicht (mehr) zu Indexpolicen beraten. Das ist der schlechteste Wert seit Beginn der Erhebung, so das IVFP. „Damit wird sichtbar, dass die Zurückhaltung nicht nur ein kurzfristiger Trend ist, sondern sich zunehmend verfestigt“, erklärt IVFP-Geschäftsführer, Dr. Andreas Kick.

Nicht nur die Anzahl der Makler, die Indexpolicen vermitteln, nimmt ab, sondern auch die Anzahl der Anbieter. So haben sich kürzlich drei Anbieter aus dem Markt zurückgezogen: Die Barmenia, bedingt durch ihre Fusion mit der Gothaer, die HDI Vorsorge (ehemals TARGO) sowie die LV 1871 zeichnen aktuell kein Neugeschäft im Bereich Indexpolicen mehr. Damit hat sich der Kreis der Anbieter von 16 auf aktuell 13 verkleinert.

Leichter Aufschwung seit 2024

Der Hauptgrund für die Zurückhaltung vieler Vermittler und Anbieter dürfte die oben bereits angesprochene Niedrigzinsphase und die daraus resultierenden niedrigen Überschussbeteiligungen sein, so das IVFP.

Zuletzt ging es allerdings leicht aufwärts für Indexpolicen: Bereits das Jahr 2024 war ein gutes Indexjahr und das letzte Jahr konnte die Performance noch weiter verbessern. So betrug die maßgebliche Rendite von Indexpolicen, deren Indexjahr 2025 endete, etwa 3,4%. In der Spitze wurden sogar mehr als 10% erreicht.

Modelle mit einer jährlichen Beteiligungsquote schnitten dabei besser ab als sogenannte Cap-Modelle. Indexmodelle mit einer jährlichen Beteiligungsquote erreichten im Schnitt 3,7%, Cap-Modelle 2,5%. Im vergangenen Jahr wiesen Modelle mit reinen Aktienindizes mit 3,9% eine höhere Performance auf als Multi-Asset-Index (2,6%).

„Nullrunden“ in fast der Hälfte der Fälle

 

IVFP: Vermittler ziehen sich vermehrt aus Indexpolicen-Geschäft zurück

 

Betrachtet man eine Analyse aller bisherigen Indexjahre über alle Anbieter hinweg, zeigt sich jedoch, dass in mehr als 45% aller Fälle eine sogenannte „Nullrunde“ erzielt wurde – das heißt, der Kunde bekam gar keine Gutschrift aus der Indexbeteiligung. In mehr als 40% der Fälle lag die Rendite zwischen 0% und 8%, Indexjahre mit einer Performance oberhalb von 10% gab es laut der Analyse des IVFP nur in ca. 4% der Fälle.

Neue Impulse?

Für das Jahr 2026 sieht das IVFP neue Impulse. „Die gestiegenen Marktzinsen haben dazu geführt, dass viele Versicherungsunternehmen ihre Überschussbeteiligung nach dem Jahr 2025 auch für 2026 erhöhen oder zumindest auf bisherigem Niveau halten“, erklären die Experten. Das verbessere die Renditechancen von Indexpolicen und könne die Produktgattung wieder stärker in den Fokus rücken. (js)

Lesen Sie auch: Das sind die besten Basisrenten-Tarife laut dem IVFP
 

Wie das IVFP die Reform der privaten Altersvorsorge bewertet

Die Reform der privaten Altersvorsorge hat das Kabinett passiert – und ordnet die bisherigen Strukturen der Produktlandschaft grundlegend neu. Das IVFP detailliert die Reform inklusive der neuen Förderlogik und stellt klar, warum Beratung weiterhin das A und O für die Wahl der passenden Vorsorge bleibt.

Eine Kolumne von Prof. Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)
Das Bundeskabinett hat am 17.12.2025 den Entwurf zur Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf diesen Stand. Wobei es unwahrscheinlich ist, dass noch größere Änderungen bis zur endgültigen Verabschiedung im Frühjahr 2026 kommen werden.

Die geplante Reform der privaten Altersvorsorge ordnet die Produktlandschaft grundlegend neu. Kernstück ist das neue Altersvorsorgedepot. Dahinter steckt eine einfache Idee: Wer fürs Alter spart, soll unkompliziert am Kapitalmarkt investieren können – ohne Garantien. Die Anlage soll in Fonds, ETFs, alternative Anlagen usw. erfolgen, was eine breite Streuung ermöglicht. Es soll ein möglichst kostengünstiges, renditestarkes Vehikel für den langfristigen Kapitalaufbau sein. Parallel dazu bleibt eine zweite Produktlinie erhalten: Garantieprodukte, bei denen zu Beginn der Auszahlungsphase entweder 10% oder mindestens 80% der eingezahlten Beiträge inklusive Zulagen garantiert zur Verfügung stehen.

Standardprodukt: Onlineabschluss ohne Beratung

Neu ist ein Standardprodukt als einfacher Sparplan mit wenigen Wahlmöglichkeiten (zwei Fonds) und einem Kostendeckel: Die Effektivkosten dürfen höchstens 1,5% pro Jahr betragen. Dieses sog. Standarddepot soll so aufgebaut sein, dass man es grundsätzlich auch ohne persönliche Beratung und online abschließen kann.

Neu ist auch die stärkere Trennung von Anspar- und Entsparphase. Abschlusskosten werden auf die gesamte Ansparzeit verteilt. Vor Beginn der Auszahlungsphase ist zudem ein Wechsel in ein reines Auszahlungsprodukt möglich. Die Altersgrenze wird einheitlich auf 65 Jahre festgelegt. Ab dann gibt es zwei Wege: eine lebenslange Leibrente oder ein Auszahlungsplan mindestens bis zum 85. Lebensjahr.

So soll die neue Förderlogik funktionieren

 

Wie das IVFP die Reform der privaten Altersvorsorge bewertet

 

Die staatliche Förderlogik wird ebenfalls neu aufgesetzt – einfacher und berechenbarer (siehe Grafik). Für die ersten 1.200 Euro Eigenbeitrag pro Jahr gibt es 30 Cent Zulage pro Euro, für den Anteil von 1.201 bis 1.800 Euro noch 20 Cent pro Euro. Wer 1.800 Euro im Jahr einzahlt, kann so auf 480 Euro Grundzulage kommen. Die Kinderzulage funktioniert künftig ähnlich: 25 Cent pro Euro Eigenbeitrag und Kind, bis maximal 1.200 Euro pro Jahr – also bis zu 300 Euro pro Kind. Die alte Unterscheidung nach Geburtsjahr (185 Euro/300 Euro) fällt weg. Junge Sparer:innen (bis inkl. 25 Jahre) erhalten zusätzlich einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus. Und wichtig: Künftig reicht ein fester Mindesteigenbeitrag von 120 Euro pro Jahr, um überhaupt Zulagen zu bekommen – die komplizierte 4%-Regel auf Basis des Vorjahreseinkommens verschwindet.

Riester bleibt im Vorteil

Im Vergleich zur bisherigen Riester-Förderung ergeben sich damit deutliche Unterschiede. In einigen Konstellationen ist Riester aber weiterhin stark: Wer z. B. nur 120 Euro im Jahr einzahlt und zwei Kinder hat, kann bei Alt-Riester auf rund 775 Euro Zulagen kommen – eine Förderquote von etwa 87%. Beim neuen Depot wären es in diesem Fall nur 96 Euro Zulage und damit einer Förderquote von 44%. Hier bleibt Riester eindeutig im Vorteil. Somit dürfte das Jahr 2026 zum „Riester-Jahr“ werden – alle, die es betrifft, sollten diesen Vorteil noch nutzen.

Bestehende Riester-Verträge bleiben grundsätzlich bestehen und können mit der bisherigen Förderung ganz normal weitergeführt werden. Wer möchte, kann jedoch in die neue Förderlogik wechseln. Außerdem ist vorgesehen, dass das bisher angesparte Kapital förderunschädlich in ein neues Altersvorsorgeprodukt übertragen werden kann.

Persönliche Beratung ist weiterhin entscheidend

Eines ändert sich jedoch nicht: Die passende Lösung hängt immer von der persönlichen Situation ab – also insbesondere vom Einkommen, Beitragshöhe, Anzahl der Kinder, Risikobereitschaft, Familienkonstellation, geplanter Laufzeit und gewünschter Flexibilität. Die Reform stellt dafür zwar einen deutlich moderneren „Werkzeugkasten“ bereit, doch welche Werkzeuge im Einzelfall wirklich sinnvoll sind, wird auch künftig gute, individuelle Beratung entscheiden müssen.

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Die besten privaten Krankenversicherer laut IVFP

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat die Unternehmensqualität von 34 privaten Krankenversicherern untersucht. Gesamtfazit: Die Themen Gesundheit und Kosten, die schon 2024 Hauptthema bei den Unternehmenskennzahlen waren, bleiben bestehen.

Im vergangenen Jahr hatte das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) seine Pressemitteilung zu seinem PKV-Rating betitelt mit „Gesundheit und Kosten – das ewige Streitthema bei den Unternehmenskennzahlen der privaten Krankenversicherer“. 2025 sieht der Tenor wohl nicht anders aus, schreibt das IVFP. Aktuell ist demnach wieder überall von Beitragserhöhungen in der PKV zu lesen.

In den Unternehmenskennzahlen sind diese großen Veränderungen nicht so ersichtlich, aber natürlich in kleinerer Form vorhanden, so das IVFP. Die durchschnittliche RfB-Quote (Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen) ist demnach über alle Krankenversicherer von 9% auf 6,7% gefallen, während der Kapitalanlagebestand durchschnittlich um 2,5% gestiegen ist. Die Solvenzkennzahlen, also die SCR-Quoten, sind hingegen leicht gesunken, weisen aber mit einem Wert von um die 500% ein immer noch hohes Niveau auf.

Was wird untersucht?

Durch das umfassende Benchmarksystem mit 34 untersuchten Unternehmen stelle das IVFP sicher, dass jedes Unternehmen objektiv, basierend auf quantitativen Messgrößen, qualitativ hochwertig und fair bewertet wird. Die untersuchten Zahlen basieren auf dem Fünfjahreszeitraum 2020 bis 2024.

Insgesamt werden 210 Punkte anhand von 23 Kriterien vergeben, aufgeteilt in die Qualitätsbereiche Stabilität, Sicherheit, Ertragskraft und Markterfolg. Dabei werden nur Werte untersucht, die sich aus den Zahlenwerken der Lebensversicherungsunternehmen, respektive dessen Einbettung in eine Unternehmensgruppe (Konzernbericht) und aus öffentlich zugänglichen Quellen (Geschäftsbericht, BaFin-Berichte) herauslesen lassen.

Diese Versicherer waren „exzellent“

Die Einstufung der untersuchten Unternehmen erfolgt nach einem Bewertungssystem von „Exzellent“ bis „Ungenügend“. Die Bestnote erhielten folgende Versicherer:

  • Allianz Private Krankenversicherungs-AG
  • LVM Krankenversicherungs-AG
  • Provinzial Krankenversicherung Hannover AG
  • R+V Krankenversicherung AG
  • SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a.G.
  • uniVersa Krankenversicherung a.G.

Weiterhin erhielten 19 Versicherer ein „Sehr gut“ und neun Versicherer ein „Gut“. Die Noten „Befriedigend“, „Ausreichend“, „Mangelhaft“ und „Ungenügend“ wurden nicht vergeben.

Alle Ergebnisse aus dem PKV-Rating sind auf der Website des IVFP zu finden. (mki)

 

Das sind die besten Basisrenten-Tarife laut dem IVFP

Das IVFP hat den aktuellen Jahrgang seines Basisrenten-Ratings veröffentlicht – und betont einmal mehr die Vorteile des Vorsorgeprodukts. Für das diesjährige Rating wurde die Kategorie „Rendite“ als kundenrelevanteste Kategorie höher gewichtet. Welche Tarife konnten die Bestnote erhalten?

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) ist seit Jahren ein Verfechter der Basisrente. Als einige Vorteile nennt das IVFP etwa den attraktiven Steuervorteil, die Freiheit bei der Wahl der Anlagestrategie sowie den Insolvenzschutz. Trotzdem scheint der Funke noch nicht ganz übergesprungen zu sein, sagt Georg Goedeckemeyer, Leiter Rating beim IVFP. „Vielleicht haftet der Basisrente durch ihre Komplexität ein gewisser Makel an, der im Grunde keiner ist. Denn die Möglichkeiten bei der Tarifgestaltung sind allesamt sehr gut und mit einer individuellen Beratung ist für jeden etwas dabei“, so Goedeckemeyer.

Diese Möglichkeiten gibt es bei der Basisrente

Trotz der gesetzlichen Reglementierung der Basisrente gibt es relevante Unterschiede zwischen den Produkten, insbesondere im Bereich Flexibilität. Während nahezu alle Tarife fixe und/oder individualisierte Beitragssteigerungen anbieten, bieten derzeit ca. 65% der Tarife unbegrenzten Widerspruch bei der Dynamik an. Etwa 83% der Tarife lassen einen Aufschub des Rentenbeginns bis zum 85. Lebensjahr zu– was das IVFP angesichts der steigenden Lebenserwartung als relevanten Punkt betrachtet.

Als wahrscheinlich größte Hürde für den Abschluss einer Basisrente sieht das IVFP die fehlende Kapitalisierbarkeit an; sie diene jedoch dem Schutz vor vorzeitigem Kapitalzugriff und damit letztendlich einer Grundversorgung im Alter. Zudem kann die Basisrente mit einer Hinterbliebenenabsicherung versehen werden – alle Anbieter bieten diese Option an, wenn auch in verschiedenen Ausgestaltungen, so das IVFP. Bei vielen Anbietern gibt es zudem die Option, die Basisrente um Zusatzversicherungen, etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung, zu erweitern.

Rendite mit höherer Gewichtung im aktuellen Rating

 

Das sind die besten Basisrenten-Tarife laut dem IVFP

 

Im aktuellen Jahrgang des Basisrenten-Ratings erhalten die untersuchten Tarife eine Gesamtnote, die sich aus den Teilbereichen Unternehmensqualität, Rendite, Flexibilität und Transparenz/Service zusammensetzt. Für die diesjährige Auflage wurde der Teilbereich „Rendite“ als kundenrelevanteste Kategorie in der Basisrente höher bewertet, die Gewichtung liegt nun bei 40%. Dieses Jahr hat das IVFP 96 Tarife von 43 Anbietern auf bis zu 80 Kriterien hin untersucht. Die Einteilung der Tarife erfolgt in die Kategorien Klassik, Klassik Plus, fondsgebunden mit und ohne Garantien, Comfort sowie Index. Innerhalb der Bewertungen in den einzelnen Kategorien werden die Anbieter in alphabetischer Reihenfolge gelistet.

Die Gewinner in den Kategorien Klassik und Klassik Plus

In der Kategorie Klassik wird nur ein einzelner Versicherer genannt. Im Bereich Direktanbieter erhält die Hannoversche Lebensversicherung die Gesamtnote „sehr gut“.

Im Bereich Klassik Plus kann nur der Direktanbieter EUROPA mit dem Tarif EUROPA BasisRentenversicherung (E-BRCP) die Gesamtnote „exzellent“ erreichen. Unter den Serviceversicherern ist kein Anbieter mit der Bestnote zu finden, allerdings erhalten die folgenden Anbieter ein „sehr gut“ in der Gesamtbewertung:

  • Allianz: BasisRente Perspektive
  • Continentale: BasisRente Classic Pro
  • HanseMerkur: Basis Care
  • INTER: MeinLeben® BasisRente
  • neue leben: Aktivplan Basis
  • Württembergische: BasisRente Genius Vorsorge (Klassik)
„Exzellente“ Tarife in den Kategorien Index und Comfort

Auch im Bereich Indexpolice ist nur ein einziger Tarif mit der Gesamtnote „exzellent“ bewertet worden: die Basis-Rente Index von ERGO Vorsorge.

In der Kategorie Comfort erhält die BasisRente KomfortDynamik von der Allianz die Note „exzellent“.

Die besten fondsgebundenen Tarife

Bei den fondsgebundenen Tarifen, sowohl mit als auch ohne Garantie, sind deutlich mehr Tarife zu finden. Bei den Tarifen mit Garantien vergibt das IVFP viermal die Bestnote im Bereich Serviceversicherer:

  • Allianz: BasisRente InvestFlex mit Garantie
  • ERGO Vorsorge: Basis-Rente Balance
  • LV 1871: MeinPlan Basisrente
  • neue leben: Aktivplan Basis

Im Bereich Direktanbieter ist nur ein einzelner Tarif aufgeführt: Die EUROPA Fondsgebundene BasisRentenversicherung mit Garantie (E-BRIG) von EUROPA erhält ebenfalls die Topbewertung.

Zudem können zehn fondsgebundene Tarife ohne Garantie die Experten überzeugen:

  • Allianz: BasisRente InvestFlex
  • AXA: JustInvest
  • Canada Life: GENERATION basic plus
  • ERGO Vorsorge: Basis-Rente Balance
  • HDI: CleverInvest Basisrente
  • HDI: CleverInvest Green Basisrente
  • LV 1871: MeinPlan Basisrente
  • neue Leben: Aktivplan Basis
  • VOLKSWOHL BUND: Fondsgebundene Basis-Rente FONDS PUR
  • Württembergische: Basis Rente Genius Vorsorge

Auch in dieser Kategorie kann im Bereich Direktanbieter die EUROPA mit dem Tarif EUROPA Fondsgebundene BasisRentenversicherung (E-BRI) ein „exzellentes“ Ergebnis einfahren. (js)

Alle Ergebnisse des Basisrenten-Rating 2025 können auf der Website des IVFP eingesehen werden.
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BU-Kompetenz: Diese Versicherer sind laut IVFP „exzellent“

Beim BU-Kompetenzrating blickt das IVFP den Versicherern „hinter die Kulissen“. Zehn Versicherer haben sich dem Rating gestellt. Insgesamt hat sich die Qualität in den letzten Jahren deutlich verbessert. Welche Versicherer konnten die Experten im aktuellen Jahrgang überzeugen?

Schließen Kunden eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ab, binden sie sich in den meisten Fällen langfristig an einen Versicherer. Transparenz ist daher von großer Bedeutung für Verbraucher. Denn beim Abschluss einer BU ist nicht nur das Produkt selbst, sondern auch das dahinterstehende Unternehmen wichtig.

In seinem BU-Kompetenzrating prüft das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) Anbieter auf „Herz und Nieren“. Für das Rating durchleuchtet das IVFP nicht-öffentliche, sensible Daten und bewertet die Teilnehmer in einer interaktiven Analyse.

Erneut zehn Teilnehmer

Das Erstrating hat das IVFP im Jahr 2018 durchgeführt, mit insgesamt zehn teilnehmenden Unternehmen. Auch im aktuellen Rating untersucht das Analysehaus wieder zehn Versicherer, allerdings mit veränderter Zusammensetzung. Einige Versicherer aus den Anfangsjahren konnten die Anforderungen des Ratings zeitlich nicht stemmen, erklärt das IVFP, während neue Anbieter hinzugekommen sind.

Die Versicherer werden anhand von 84 Kriterien in den Teilbereichen Geschäft und Leistungsprüfung (Gewichtung jeweils 30%) sowie Antragsprüfung und Service (Gewichtung jeweils 20%) bewertet – jene Punkte, die für Kunden im Ernstfall entscheidend sind, so das IVFP.

Qualität in allen Teilbereichen gestiegen

Verglichen mit den Ergebnissen vom Jahr 2018 ist die Qualität laut den Experten in allen Teilbereichen deutlich gestiegen. Vor allem im Bereich Leistungsprüfung hat es Verbesserungen gegeben. Hier haben die Versicherer ihre Bearbeitungsprozesse beschleunigt, die Transparenz gegenüber Kunden erhöht und der Umgang mit Teilzeitbeschäftigten deutlich verbessert, schreibt das IVFP.

Auch organisatorisch haben viele Unternehmen ihre internen Abläufe optimiert, mit dem Ergebnis, das Entscheidungen schneller getroffen werden können und Prüfverfahren fairer geworden sind.

Positiver Trend bei der Beitragskalkulation

Zudem sieht das IVFP auch bei der Kalkulation der Beiträge einen positiven Trend. Die Tarife bewegen sich heute überwiegend im Marktdurchschnitt. Tendenziell sinken die Preise sogar leicht. Das habe vor allem mit dem höheren Rechnungszins zu tun. Seit Jahresanfang liegt dieser bei 1,0%, die erste Steigerung seit fast drei Jahrzehnten. Zudem sei der sogenannte Brutto-Netto-Spread – also die Differenz zwischen kalkuliertem Brutto- und tatsächlichem Nettobeitrag – rückläufig, was der IVFP als Zeichen für mehr Transparenz und Preistreue gegenüber Kunden sieht.

Was in den Teilbereichen geprüft wird

Im Teilbereich Geschäft bewertet das IVFP, inwieweit die Anbieter genügend Erfahrung und Bestandsgröße besitzt, Stabilität bei den Beiträgen bietet und wie die Annahmepolitik betrieben wird.

In der Praxis sorgt die Leistungsprüfung immer wieder für Zündstoff. Daher ist die Leistungsprüfung ein besonderer Teilbereich, so das IVFP. Hier durchleuchten die Analysten explizit, wie Anbieter im Leistungsfall vorgehen, Kunden informieren und unterstützen und gegebenenfalls zu einem Neustart im Berufsleben verhelfen.

Der Teilbereich Antragsprüfung analysiert, ob Versicherer ihre Kunden über Rechte und Pflichten ausführlich aufklärt, wie sie mit Gesundheitsfragen umgehen und was sie tun, um sich von Mitbewerbern zu unterscheiden. Die Serviceorientierung der Versicherer und wie kundenfreundlich und individuell sie auf Bedürfnisse der einzelnen Versicherten eingehen, wird im Teilbereich Service ausgewertet. Auch die Unterstützung der Versicherer gegenüber Vermittlern überprüft das IVFP hier.

Diese Anbieter können sich durchsetzen

Insgesamt können sieben der zehn getesteten Anbieter die Gesamtnote „exzellent“ vorweisen, zwei weitere erhalten die Bewertung „sehr gut“, einer „gut“.

 

BU-Kompetenz: Diese Versicherer sind laut dem IVFP „exzellent“

 

Die Anbieter, die die Bestnote erhalten haben, sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • AXA
  • Bayern-Versicherung
  • HDI
  • NÜRNBERGER
  • R+V
  • Swiss Life
  • Zurich Deutscher Herold

Zudem haben drei dieser Anbieter auch die Bewertung „exzellent“ in allen vier Teilbereichen erreicht. Das sind HDI, NÜRNBERGER und Swiss Life. (js)

Die Ratingergebnisse können auf der Website des IVFP eingesehen werden.

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