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Die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Fokus
07. Dezember 2017

Die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Fokus

„Die Zukunft der Gesundheitsversorgung und inwieweit kann die Krankenversicherung in den nächsten Jahren revolutioniert werden? Unter diesem Motto fand auf der DKM 2017 der Kongress Krankenversicherung in Kooperation mit dem Spezialpool insuro Maklerservice statt. Ein Rückblick von Jan Dinner, Geschäftsführer der insuro Maklerservice GmbH.


Wie im Jahr 2016 richtete der Spezialpool insuro Maklerservice auch auf der diesjährigen DKM den Kongress Krankenversicherung aus. Stand auf der letztjährigen Veranstaltung noch der „Status quo“ der Krankenversicherungsbranche im Mittelpunkt, war das Leitmotto des KV-Kongresses 2017 „Die Zukunft der Gesundheitsversorgung und inwieweit kann die Krankenversicherung in den nächsten Jahren revolutioniert werden?“

Diese Megatrends bringt die Zukunft

Beim Ausblick in die Zukunft konnten einige Megatrends ausgemacht werden. So setzen immer mehr Versicherer auf das Thema Gesundheitsservice und wandeln sich von reinen Kostenerstattern zu echten Gesundheitsdienstleistern. Galten Rechnungsapps, mit denen der Kunde seine Arztrechnungen fotografieren, hochladen und einreichen kann, vor zwei Jahren noch als extrem innovativ, gehören diese technischen Helfer heute zum Standardrepertoire eines Krankenversicherers.

Ein ganz klarer Trend ist, Kunden ganzheitlich bei der richtigen Lebensführung im Alltag, zum Beispiel hinsichtlich einer zielgerichteten Betreuung bei chronischen Krankheiten, zu unterstützen. Dafür bringt die Gesundheitsbranche immer mehr meist kleine Helferlein, als technische Lösungen, auf den Markt. Doch was bringen Gesundheitsdienstleistungen wie Apps, „Portale Wearable Computing“ oder Telemedizin konkret für Versicherer und Kunden?

Insbesondere der Prävention durch Früherkennung für ein längeres beschwerdefreies Leben hat sich Dr. Torsten Pilgrim mit seiner Firma CareLutions GmbH verschrieben. Dies hat auch die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. erkannt und sich gemeinsam mit der Debeka als Gesellschafter an der CareLutions GmbH beteiligt.

Daniel Bahr, Mitglied des Vorstandes der Allianz Private Krankenversicherungs-AG, wagte einen Ausblick zur Entwicklung des deutschen Gesundheitswesens nach der Bundestagswahl. Der ehemalige Gesundheitsminister stellte zudem mit einem Blick ins Ausland fest, dass das Gesundheitssystem in unserem Land, bei allem Verbesserungsmöglichkeiten und Reformbedarf, heute schon zu den besten in der Welt gehört. Zudem sei die Allianz laut Bahr führend bei digitalen Gesundheitsservices. So bietet die Allianz beispielsweise mit „Doc-on-call“ ihren Kunden die Möglichkeit, per Upload ein Foto mit ihren Symptomen zu versenden und per Ferndiagnose durch einen ausgebildeten Arzt eine komfortable, schnelle und kompetente Behandlung zu erfahren.

Vorstand Dr. Karl-Josef Bierth wird mit seiner SIGNAL IDUNA Gruppe „neue Wege der Gesundheitsversorgung“ bestreiten. Wegweiser soll dabei der Erfolgsfaktor „stabile Beitragsentwicklung“ sein. Der Erfolg soll sich durch eine risikogerechte Annahmepolitik, ein effizientes Leistungs- und Gesundheitsmanagement sowie eine transparente Tarifpolitik- und pflege bemerkbar machen.

Matthias Reichle, Vertriebsdirektor in der HanseMerkur Krankenversicherung a. G., räumte hingegen mit den häufigsten Stammtischparolen und Vorurteilen auf, die landesweit kursieren. So konnte Reichle anhand von Tarifen der HanseMerkur nachvollziehbar aufzeigen, dass die PKV unter Beitragsgesichtspunkten sowohl für Familien mit Kindern als auch im Rentenalter meist die attraktivere Alternative zur GKV darstellt.

Stefan Gilles stellte als Geschäftsführer der Versicherungskammer Maklermanagement Kranken GmbH die künftige strategische Ausrichtung der beiden zugehörigen Krankenversicherer BBKK und UKV vor. So sieht Gilles beide Unternehmen als „Kümmerer“, die den Kunden ganzheitlich mit einem engmaschigen Servicekonzept lebenslang auf seiner „Kundenreise“ begleiten. Konkret erlebt der Kunde Bonusprogramme, eCoaching-Module, individuelle Präventionsprogramme sowie die 24 Stunden und 365 Tage im Jahr abrufbare Arztberatung „MediTALK“.

Unterstrichen werden die neuen Services mit einem neuen Marktauftritt, der auch dem Makler die Vorzüge der neuen Markenstrategie vermitteln soll.

VIP-Roundtable zum Abschluss

Der Kongress fand seinen Abschluss im „VIP-Roundtable“. Als Gäste konnten Daniel Bahr, Mitglied des Vorstands der Allianz Private Krankenversicherungs-AG, Eric Bussert, Vorstand Vertrieb & Marketing der HanseMerkur Versicherungsgruppe, Stefan Gilles, Geschäftsführer der Versicherungskammer Maklermanagement Kranken GmbH, und Benno Schmeling, Vorstand der Süddeutsche Krankenversicherung a.G., gewonnen werden. Durch die Diskussionsrunde führten als Moderatoren die insuro-Geschäftsführer Melissa Knie und Jan Dinner. Anfangs wurde angeregt darüber debattiert, inwiefern ottonova, die erste PKV-Neugründung seit 17 Jahren, als neuer Konkurrent das Geschäft belebt und wie etablierte Versicherer einem solchen Newcomer begegnen. Die einhellige Meinung der Diskutanten war, dass Konkurrenz durch ein junges innovatives PKV-Unternehmen allgemein gut für das Image der gesamten PKV-Branche sei. Übereinstimmung herrschte auch darüber, dass sich der Emporkömmling erst einmal mit seiner reinen Onlinevermarktungsstrategie beweisen muss.

Als nächstes wurde die Frage diskutiert, inwiefern Gesundheitsapps und Wearable Computing einen Kundennutzen haben und wie weit dadurch Kostenersparnisse für Versicherungsgesellschaften erzielt werden können. Ein Nutzen von Wearables wurde insbesondere bei chronisch Kranken wie zum Beispiel Diabetikern erkannt, da der kleine, am Körper sitzende Computer immer die richtige Menge Insulin zuführen kann, wenn die Blutzuckerwerte steigen. Einig war sich der gesamte Teilnehmerkreis auch darüber, dass man als Versicherer nicht das komplette digitale Gesundheitsangebot selbst entwickeln muss, da es mittlerweile sehr viele innovative Anbieter gibt, bei denen die neueste Technik zugekauft werden kann.

Keine Revolution, aber eine Weiterentwicklung

Am Ende des Kongresses waren sich alle Beteiligten einig, dass keine Revolution der Gesundheitsversorgung in Deutschland im Gange ist, dass es jedoch eine ständige und konsequente Weiterentwicklung gibt, von der sowohl Kunden mit einer besseren Gesundheitsversorgung als auch Versicherer mit einer daraus resultierenden Reduzierung der Gesundheitsausgaben profitieren werden.

Über den DKM-Kongress Krankenversicherung

Der DKM-Kongress Krankenversicherung war Teil des Wissensangebots der DKM 2017 und wurde in Kooperation mit der insuro Maklerservice GmbH durchgeführt. In Zusammenhang mit dem Kongress ist dieser AssCompact Themennewsletter entstanden. Folgende Artikel sind enthalten:


Jan Dinner Jan Dinner




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