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Studie erwartet Konsolidierungswelle bei InsurTechs
18. Mai 2017

Studie erwartet Konsolidierungswelle bei InsurTechs

InsurTechs, die die Versicherungswirtschaft aufgeschreckt und verändert haben, steht nun selbst eine Konsolidierungswelle bevor und es rächt sich, dass viele mit zu wenig Branchenwissen gestartet sind. Dies meint eine global angelegte Studie und verweist gleichzeitig auf Erfolgschancen beim Einsatz von Technologien, die Vertriebsunterstützung, Erleichterung in der Schadenabwicklung und Optimierung versicherungstechnischer Kernprozesse bieten.


Mehr als 1.000 Start-ups sind in der Versicherungsbranche aktiv – doch längst nicht alle sind strategisch gut positioniert und viele lukrative Felder werden vernachlässigt. Das hat eine gemeinsame Studie der internationalen Strategieberatung Oliver Wyman und der Policen Direkt Gruppe ergeben. Dem global ausgerichteten „IsurTech Radar“ zufolge werden InsurTechs heute von den Versicherungsunternehmen längst nicht mehr links liegen gelassen oder gar unterschätzt, wie dies in der Vergangenheit der Fall war. Inzwischen sei es ganz normal und selbstverständlich, dass InsurTech-Gründer in Branchendiskussionsrunden neben den CEOs der großen Traditionsanbieter säßen, sagt Nikolai Dördrechter, Geschäftsführer von Policen Direkt und Co-Autor der Studie, und stellt anstatt dessen die Frage, ob bzw. wo sich die InsurTechs vielleicht selbst überschätzen?

Erste InsurTech-Welle: Starter mit wenig Branchenwissen

Die Gemeinschaftsstudie kommt zum Ergebnis, dass eine Konsolidierung bevorsteht und sich in nächster Zeit die Spreu vom Weizen trennen wird, schwierige Zeiten also für einige InsurTechs. Der Grund: In der aktuellen ersten „InsurTech-Welle“ befinden sich den Studienautoren zufolge viele Start-ups, die kaum über Branchenwissen verfügen. Und auch auf Investorenseite gebe es Irrtümer. So seien einige unter ihnen der Meinung, man könne im Versicherungswesen, ähnlich wie im E-Commerce bei Amazon und Co., Nachfrageströme einfach unterbrechen und umleiten. Dieser Ansatz laufe aber im Versicherungsgeschäft meist ins Leere, da es hier nur sehr wenige Gebiete gebe, in denen Kunden wirklich aktiv nach einer Absicherung suchen. Es komme in der Branche viel mehr darauf an, die latenten Kundenbedürfnisse an die Oberfläche zu holen. Eine Kunst, die bisher erst wenige InsurTechs beherrschten, so Studien-Co-Autor Dietmar Kottmann, Insurance-Partner bei Oliver Wyman.

Außerdem scheine das Rennen um den weltweiten Versicherungsmarkt eröffnet, so die Studienautoren, die als Beispiel auf den Online-Versicherer Zhong An aus Shanghai verweisen. Mit nach eigenen Angaben mehr als 450 Millionen Kunden seit seinem Start 2013 und ausgestattet mit umgerechnet 930 Mio. Dollar Investorengeld sei das InsurTech bereit zum Sprung von China in den Weltmarkt.

Mehr Erfolg durch Digitalisierung des Betriebs

Die Studienautoren rechnen damit, dass eine zweite Welle erheblich besser aufgestellter InsurTechs kommen wird, die über mehr Branchenwissen und intelligentere Ansätze verfügen. Gerade europäische InsurTechs könnten der Studie zufolge in vorhandene Lücken stoßen. Besonders stark seien diese beim Angebot von situativen und Community-basierten Produkten –Felder, die allerdings beide nicht sonderlich gewinnträchtig seien. Das ebenfalls in Europa beliebte Modell der Preisvergleichswebseiten besitze zwar mittlere Attraktivität, sei aber mit Platzhirschen wie Check 24 zumindest in Deutschland schon besetzt. Mehr Chancen auf nachhaltigen Erfolg machen die Experten jenen Start-ups, die den Betrieb digitalisieren und sich der Technologien bedienen, die den Vertrieb unterstützen, die Schadenabwicklung erleichtern oder versicherungstechnische Kernprozesse optimieren. (ad)





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