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So stark sollen ETFs in den nächsten Jahren zulegen

ETFs sind auf einem gehörigen Vormarsch, der sich auch in den nächsten Jahren nicht verlangsamen dürfte. Laut einer Untersuchung der Unternehmensberatung Oliver Wyman soll das Volumen von ETFs in 2027 24% des gesamten Fondsvermögens ausmachen, gegenüber 17% heute.

Dass Exchange Traded Funds (ETFs) immer mehr an Popularität gewinnen, ist bekannt. Doch was heißt das genau in Zahlen? Und wie geht es in Zukunft weiter? Dieser Frage hat sich die Unternehmensberatung Oliver Wyman im Auftrag von Waystone gestellt. Und die daraufhin kürzlich veröffentlichte Untersuchung „The Renaissance of ETFs“ hat gezeigt: Es soll weiter steil bergauf gehen.

ETF-Vermögen soll sich verdoppeln

Aktuell machen ETFs 17% des gesamten Fondsvermögens. 2027 sollen es demnach schon 24% sein. Die Zunahme soll also enorm ausfallen. Ende Dezember 2022 belief sich das gesamte verwaltete ETF-Vermögen weltweit auf 6,7 Bio. US-Dollar und wuchs seit 2010 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 16% – klassische Investmentfonds wuchsen im selben Zeitraum um lediglich 5% p. a., so Oliver Wyman. Und bis 2027 soll es so weitergehen mit einem prognostizierten Wachstum von 13% bis 18% p. a. Das verwaltete Fondsvermögen soll dann zwischen 12 Bio. Und 16. Bio. US-Dollar liegen.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die ETF-Landschaft gerade in die nächste Wachstumsphase eintritt. Gerade in den USA sei das ETF-Wachstum sehr stark gewesen aufgrund von steuerlichen Vorteilen bei der Anlage. Doch europäische Anleger würden ebenfalls mehr auf den Zug aufspringen, da die börsengehandelten Fonds auch hier sichtbarer und zugänglicher würden.

Aktive ETFs legen zu

Eine weitere Erkenntnis der Studie ist die zunehmende Beliebtheit von aktiven ETFs. Traditionell werden ETFs als passive Form der Geldanlage gesehen, doch aktive ETFs würden derzeit Zuspruch von Anlegern erfahren, die zum einen nach Strategien suchen, um den Markt zu schlagen, zum anderen aber auch Investitionen in nachhaltige Produkte und bestimmte Themenbereiche tätigen wollen. Dies führe zu einem großen Wachstum in einem Bereich des ETF-Markts, der eher auf Themen und Branchen und Innovation fokussiert sei.

Kostenfaktor spielt große Rolle

Ein großer Faktor hinter dem Aufschwung der ETFs ist die Kostenfrage. ETFs sind im Schnitt um einiges günstiger als ihre aktiven Kollegen, nämlich knapp 50%, wie Oliver Wyman meldet. Auf diesen Unterschied werden sowohl institutionelle als auch Privatanleger aufmerksam und versuchen, ihre Anlage über geringere Gebühren besser aufzustellen.

Herausforderungen für ETF-Anbieter

Die Studie geht außerdem auf die Herausforderungen für die Unternehmen ein, die einen ETF auflegen wollen. Denn davon gebe es mehrere wie die hohen Kosten für den Aufbau der Infrastruktur und das hohe Risiko des Scheiterns. Dies habe zur Entstehung von sogenannten White-Label-ETF-Anbietern geführt, die es Fondsanbietern ermöglichen sollen, ihre Strategien schnell auf den Markt zu bringen. (mki)

Weitere Information zur Studie „The Renaissance of ETFs“ gibt es hier.

Bild: © Murrstock – stock.adobe.com

 

Welchen Mehrwert bieten Robo-Advisors zu marktbreiten ETFs?

Der digitale Asset-Manager Evergreen hat das Angebot von Robo-Advisors untersucht und kommt nicht gerade zu einem positiven Fazit. Zum einen verfügen nur wenige über ein rein nachhaltiges Angebot, zum anderen halte sich auch der Mehrwert gegenüber marktbreiten Indizes in Grenzen.

Digitale, Algorithmen-basierte Portfoliomanager, sogenannte Robo-Advisors, sollen Anlegern eine einfache, automatisierte Möglichkeit geben, Geld in den Kapitalmarkt zu investieren – zu geringen Gebühren und angepasst an die Bedarfe der Kunden.

Doch so viel Mehrwert scheinen die Robo-Advisors gar nicht zu bringen, wie eine Studie des digitalen Asset-Managers Evergreen herausgefunden haben soll. Gerade im Vergleich zu marktbreiten ETFs sollen sie sich nicht so gut schlagen, wie beworben. Auch im Bereich Nachhaltigkeit gebe es Nachholbedarf.

Nur wenig rein nachhaltige Angebote

Zwar bieten über 65% der Anbieter neben klassischen Anlagestrategien eine zusätzliche Nachhaltigkeitsoption an, bei der allerdings i. d. R. auch nur die klassische ETF-Strategie mit nachhaltigen ETFs dupliziert wird. Robo-Advisors könnten dabei keine eigenen Nachhaltigkeitskriterien abbilden.

Über ein rein nachhaltiges Angebot verfügen laut Evergreen nur knapp 15% der Robo-Advisors. All diese Anbieter hätten gemein, dass sie nicht in ETFs investieren und somit nicht in Abhängigkeit zu ETF-Anbietern stehen. Einige dieser Robo-Advisors vertreiben Einzeltitel-Portfolios oder eigengemanagte Fonds und könnten so die Zusammensetzung ihrer angebotenen Produkte beeinflussen. Andere investieren derweil in aktive Fonds und haben eine größere Bandbreite an Nachhaltigkeitskriterien zur Verfügung, mit der höhere Nachhaltigkeitsstandards erreicht werden könnten.

Außerdem bemängelt Evergreen auch die Konsequenz bei den Nachhaltigkeitskriterien, die bei der größeren Debatte um Greenwashing schon häufiger kritisiert wurde. Viele Anbieter nachhaltiger Strategien orientierten sich laut dem Vermögensverwalter an den groben Nachhaltigkeitsratings von MSCI oder der SFDR-Klassifizierung. Doch bei genauerem Hinschauen zeige sich, dass nicht alle Portfolios dasselbe Level an Nachhaltigkeit aufweisen würden und so nach wie vor viel Ermessensspielraum bleibe.

Deutlich höhere Kosten

Hinsichtlich der Risikofaktoren unterscheiden sich viele Robo-Advisors nicht signifikant vom normaltypischen passiven Portfolio. Zwar reduzierten laut Evergreen das passiv-typische US-Klumpenrisiko in abweichenden Maßen, doch der Mehrwert der Portfolios sei hinsichtlich der Risikofaktoren im Vergleich zu einem einfachen marktbreiten Index aber trotzdem überschaubar. Passend dazu: Mehr als 65% der 26 untersuchten Robo-Advisors weichen bis auf kleinere Unterschiede nicht wesentlich von typisch passiven Asset-Management-Methoden ab.

Hinzu komme Evergreen zufolge der Kostenfaktor. Während für einen marktbreiten ETF Gesamtkosten von 0,20% bis 0,45% jährlich anfallen, seien die durchschnittlichen Kosten bei den Robo-Advisors deutlich höher, da neben den Fondskosten auch bei fast allen Anbietern Servicegebühren anfallen.

Zinsen stellen Annahme der Robo-Advisors infrage

Zusätzlich gebe es eine Annahme, die Robo-Advisors üblicherweise treffen, die jetzt aber durch die Zinswende hinterfragt werden müsse. Üblicherweise bekommen risikoreiche Anleger aktienlastige Portfolios, risikoaverse Anleger dagegen anleihenlastige. Es gilt bei Robo-Advisors der Grundsatz, dass Anleihen rendite- und schwankungsarm sind, besonders bei Staatsanleihen. Doch viele anbieter würden übersehen, dass Anleihen zinssensitiv sind.

Wenn es keine Zinsen gibt und sich die Zinsen auch nicht verändern, könne dies vernachlässigt werden. Doch wenn die Zinsen steigen, falle einem dies schnell „auf die Füße“. Ein Gründ für dieses Unwissen könne sein, dass die ersten Robo-Advisors erst 2013 starteten und damit lange nach Beginn der europäischen Niedrigzinsphase. (mki)

Bild: © Have a nice day – stock.adobe.com

 

Fondsbranche: Greenwashing-Vorwürfe schaden Entwicklung

Das FNG hat den Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2023 präsentiert. Auch wenn es sich demnach bei nachhaltigen Kapitalanlagen weiterhin um einen Wachstumsmarkt handelt, sieht die Fondsbranche Gefahren und Verbesserungspotenzial beim Vertrieb grüner Anlageprodukte.

Die Fondsbranche ist sich einig: Die vermehrt aufkommenden Greenwashing-Vorwürfe rund um nachhaltige Kapitalanlagen könnten der künftigen Entwicklung erheblich schaden. Das belegt der aktuelle Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2023, den das Forum Nachhaltige Geldanlagen e. V. (FNG) im Rahmen eines Pressegesprächs präsentiert hat.

Schlechte Kommunikation ist Hauptursache

Doch warum überhaupt kommt es immer wieder zu neuen Greenwashing-Vorwürfen? Das wollte das FNG genauer wissen und hat die 56 Teilnehmer, die dem Marktbericht ihre Zahlen, Daten und Informationen liefern, dazu befragt. Nach Einschätzung der Befragten ist „schlechte Kommunikation“ die Hauptursache für Greenwashing-Vorfälle. Aber auch ein fehlendes Praxisverständis, die Medienberichterstattung und unbewusste Fehldarstellungen seitens der Anbieter können die Auslöser für Greenwashing-Vorwürfe sein. Interessant: Fehlende eindeutige Definitionen einer nachhaltigen Geldanlage oder etwa fehlende Standards rangieren in der Liste ganz unten.

Nachhaltige Geldanlagen sind weiterhin auf Wachstumskurs

Abgesehen davon präsentierte das FNG natürlich auch die nackten Zahlen. Und die sehen im Vergleich zur Gesamtbranche dann doch recht erfreulich aus. Das Marktvolumen laut FNG-Definition erreichte nämlich Ende 2022 in Deutschland mit einem Zuwachs von 15% eine neue Rekordmarke in Höhe von 578 Mrd. Euro. Dazu zählen Anlagen in nachhaltigen Publikumsfonds, Mandaten und Spezialfonds sowie nachhaltig verwaltete Kundeneinlagen und Eigenanlagen. Besonders im Bereich der Publikumsfonds verzeichnet die Branche hohe Zuwächse. Das Volumen stieg hier um 29% auf 317 Mrd. Euro.

Insgesamt aber fiel damit das jährliche Wachstum geringer aus als in den Vorjahren. „Das vergangene Jahr war von vielen Unsicherheiten geprägt. Zudem belastete das schwierige Börsenjahr. Mehrere wissenschaftliche Studien belegen [allerdings], dass nachhaltige Geldanlagen krisenresistenter als konventionelle Produkte sind. Sie sind weiterhin sehr gefragt“, resümiert Bernhard Engl, Vorstandsvorsitzender des FNG. Der Marktanteil nachhaltiger Kapitalanlagen legte laut FNG auf 12,5% deutlich zu (2021: 9,4%).

Insgesamt blicken die Befragten auch positiv in die Zukunft. 80% erwarten für das laufende Jahr erneut ein Wachstum, lediglich knapp 12% rechnen mit einem Rückgang und weitere rund 8% mit einem gleichbleibenden Volumen.

Klassifizierungsstandard scheint sich langsam zu ergeben

Doch welche Klassifizierung zieht die Fondsbranche heran, um einen Fonds überhaupt als nachhaltig zu definieren? Hier scheint sich laut aktuellem Marktbericht ein Standard innerhalb der befragten Fondsbranche herauszukristallisieren. 2022 bestätigten sich nämlich die sogenannten Principal Adverse Impact Indicators (PAIs) als Mittel der Wahl, damit ein Fonds als nachhaltig gelten kann.

Die PAIs sollen potenziell negative Auswirkungen einer Investitionsentscheidung berücksichtigen wie die Verursachung von Treibhausgasemissionen, der Einfluss auf Arbeitsbedingungen, aber auch die Achtung von Menschenrechten oder der Rechtsstaatlichkeit. In der aktuellen Befragung zeigt sich zudem, dass die PAIs vor allem in Kombination mit den Definitionen in der EU-Offenlegungsverordnung dafür angewendet werden. Dahingegen spielen die Vorgaben aus der EU-Taxonomie derzeit keine Rolle für die Deklarierung eines Fonds.

Hier sehen die Befragten Verbesserungspotenzial beim Vertrieb

Was unterdessen die Umsetzung der Vorgaben in der Finanzmarktrichtlinie (MiFID II) in der Beratung angeht, ergibt sich ein geteiltes Bild. Die Hälfte der Befragten ist skeptisch, ob die Kunden ihre Präferenzen im Rahmen der geltenden Vorgaben klar äußern können. Bemerkenswert ist, dass zwei Drittel der Befragten in der oft beklagten Einschränkung des Investmentuniversums nach Angabe einer Nachhaltigkeitspräferenz eher kein Hindernis sehen und davon ausgehen, dass sich Nachhaltigkeit in der Anlageberatung dennoch weiter durchsetzen wird.

Über mögliche Verbesserungen bei der Umsetzung für Anleger sind sich die befragten Finanzmarktteilnehmer hingegen weitgehend einig. Am drängendsten erscheinen die Vereinfachung der Abfrage, die Förderung von Wissen und Verständnis über nachhaltige Kapitalanlagen sowohl auf Kunden- als auch auf Beraterseite sowie die Förderung der Bekanntheit von Nachhaltigkeitssiegeln. (as)

Bild: © Firn – stock.adobe.com

 

DWS will mit Emittentenrating Dienste für Versicherer verbessern

Die Fondsgesellschaft DWS erhält von der US-amerikanischen Ratingagentur Moody’s Investors Service ein langfristiges Emittentenrating von A2. Auslöser hierfür waren Bemühungen seitens der DWS um das Geschäft mit institutionellen Versicherungskunden.

Die Ratingagentur Moody’s Investors Service hat der zur Deutschen Bank gehörigen DWS Group ein langfristiges Emittentenrating von A2 mit stabilem Ausblick gegeben. Dies sei ein sehr gutes Ergebnis, auch in der Asset-Management-Branche, heißt es in einer Mitteilung der Fondsgesellschaft. Die DWS hatte das Rating beantragt, um sein Geschäft mit institutionellen Versicherungskunden zu verbessern.

DWS holt sich Emittentenrating – auch für mehr Eigenständigkeit

Konkret möchte der Vermögensverwalter seinen Kunden aus der Versicherungswirtschaft eine kapitaleffizientere Besicherung ihrer Versicherungsverträge ermöglichen. Bei Bedarf könne das Rating künftig auch für die eigene Refinanzierung eingesetzt werden. Eine derartige Bonitätsbewertung ist üblicherweise der Maßstab für die Sicherheit einer Anleihe. Konkrete Pläne zur Aufnahme von Fremdkapital, bspw. eben über das Emittieren einer Anleihe, gebe es derzeit allerdings nicht.

Von 2004 bis 2018 gehörte die DWS Group vollständig zur Deutschen Bank, vollzog dann 2018 allerdings den Gang an die Börse und strebt seitdem nach Eigenständigkeit – das Moody’s-Rating sei laut Mitteilung auch ein weiterer Schritt in diese Richtung und unterstütze das Unternehmen bei der Sicherstellung und Diversifizierung ihrer Finanzierungsmöglichkeiten und erhöhe damit zugleich seine Flexibilität. (mki)

Bild: © Cagkan – stock.adobe.com

 

Ist jetzt die Zeit des Risikokapitals?

Venture Capital ist eine vergleichsweise risikobehaftete Anlageklasse im Bereich Private Equity. Der britische Vermögensverwalter VenCap sieht darin aktuell eine der attraktivsten Investmentmöglichkeiten. Der Markt befinde sich nämlich in einer „nachhaltigen Korrektur“.

Eine gerade bei Privatanlegern noch recht selten angetroffene Anlagemöglichkeit ist Venture Capital, zu Deutsch Risiko- oder Wagniskapital. Dabei handelt es sich um außerbörslich gehandeltes Kapital in eher risikobehaftete Anlagen bspw. Start-ups. Der Markt hierfür befinde sich in einer „nachhaltigen Korrektur“. Viele Anleger, die den ursprünglichen Charakter von Venture Capital aus den Augen verloren haben, erleiden erhebliche Wertverluste, so heißt es in einer Pressemitteilung des britischen Investmentmanagers VenCap.

Doch diese Verluste hätten eine Kehrseite: Nämlich, dass viele der marginalen Marktteilnehmer aussortiert und somit letztlich Grundlagen für die „nächste große Wertschöpfungsphase“ geschaffen würden.

Rekordsummen an Kapital

Bis 2022 konnten Risikokapitalfonds und Portfolio-Unternehmen Rekordsummen an Kapital aufbringen, und auch die Unternehmensbewertungen erreichten laut VenCap neue Höchststände. Dies habe der gesamten Branche eine Performance zwischen 20% und 25% beschert. Doch viele Anleger hätten sich von diesen außergewöhnlichen Renditen verführen lassen, denn diese Renditen hätten sich größtenteils lediglich als Papiergewinne herausgestellt. Historisch gesehen machten bei Venture Capital nur 1% der Exits mehr als 50% des geschaffenen Gesamtwerts aus. Unternehmen gelinge es dagegen nicht, das investierte Kapital zu erwirtschaften.

Auch eine Analyse von Neuberger Berman, in der stichprobenmäßig Risikokapitalfonds untersucht worden, sieht die goldenen Zeiten für diese als vorbei an. Der durchschnittliche Risikofonds verzeichnete in den vergangenen zwölf Monaten demnach einen Rückgang von 12%.

Schwieriges Umfeld für Start-ups

Doch es sei in den letzten 15 Monaten wieder Normalität in der Venture-Capital-Branche eingekehrt. Was 2022 an den öffentlichen Märkten passiert, werde so langsam auch von den Bewertungen von Privatunternehmen widergespiegelt. Tatsache sei auch, so VenCap-CIO David Clark, dass in den kommenden Monaten immer mehr Privatunternehmen in Kapitalnot geraten und gezwungen sein würden, für neue Mittel auf den Markt zu gehen. Diese Bewegung dürfte auch durch den Zusammenbruch der Silicon Valley Bank, einer der wichtigsten Partner vieler Risikokapitalfonds und ihrer Portfolio-Unternehmen, beschleunigt werden.

„Bestes Umfeld für Investoren seit über zehn Jahren“

Für VenCap ist es „gerade in solch schwierigen Zeiten für Investoren unerlässlich“, in neue Unternehmen zu investieren. Clark beurteilt das momentane Umfeld sogar als das beste für Investoren seit über zehn Jahren, um neues Risikokapital bereitzustellen. Zum einen habe die Korrektur die Einstiegsbewertungen gesenkt, zum anderen den Wettbewerb um Transaktionen verringert und die Unternehmen gezwungen, wesentlich kapitaleffizienter zu werden. All diese Faktoren hätten in der Vergangenheit sehr oft dazu geführt, dass die Jahre nach einer großen Kurskorrektur die stärkste Performance über den gesamten Investitionszyklus hinweg aufgewiesen haben, so Clark.

Wahl der Venture-Fonds zahlt sich aus

Vorsicht sei allerdings bei der Auswahl der Venture-Capital-Fonds geboten. Denn es gebe eine große Streuung der Renditen zwischen den besten VC-Fonds und dem Rest der Industrie. Daher reiche es nicht, einfach nur Risikokapital bereitzustellen. Um Erfolg zu haben, müssten Investoren vielmehr Zugang zu der kleinen Gruppe von Venture-Fonds haben, die konstant eine Top-Quartil-Performance erzielen und in der Lage sind, die besten 1% der Unternehmen weltweit zu unterstützen. (mki)

Bild: © wladimir1804 – stock.adobe.com

 

Marc Drießen und Fox Group gründen Investmentmanager

evolv Asset Management AG heißt ein neuer Investmentmanager für nachhaltige Sachwertinvestitionen. Das Unternehmen wurde gegründet von Marc Drießen und der Fox Group, der Beteiligungsgesellschaft von Jörn Reinecke.

In Hamburg gibt es einen neuen Investmentmanager, nämlich die evolv Asset Management AG, gegründet von Marc Drießen zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Fox Group unter der Führung von Jörn Reinecke. Das neue Unternehmen soll institutionellen und semi-institutionellen Investoren die Möglichkeit bieten, in nachhaltige Immobilien und Infrastrukturobjekte zu investieren. Dazu werden unterschiedliche Anlageformate wie Fonds und Club Deals angeboten.

Zu Beginn soll einer Pressemitteilung des Unternehmens zufolge der Fokus auf in Deutschland gelegenen Assets liegen. Drießen wird die evolv Asset Management AG als CEO leiten, Reinecke hat die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden übernommen.

Solarparks, Windanlagen und Logistik

Im Bereich Infrastruktur konzentriert sich das Unternehmen im Wesentlichen auf Solarparks und Windkraftanlagen. Gleichzeitig aber werden auch Investitionen in angrenzenden Feldern wie E-Lade-Infrastruktur, Biomasse oder Wasserstoff möglich sein. Laut Jörn Reinecke sei auch der Kapitalbedarf in der Transition zur CO2-neutralen Energieversorgung enorm, viele Marktteilnehmer würden noch nicht die erforderlichen Strukturen aufweisen, um Produkte zu schaffen, die den Bedarfen institutioneller Investoren entsprechen.

Mit Blick auf den Immobiliensektor wird evolv zunächst den Bereich Logistik in den Fokus nehmen, weitere Assetklassen werden folgen, so das Unternehmen. Dazu richten sich erste Überlegungen auf Investments in bezahlbaren Wohnraum und Büroobjekte. Allen Anlagezielen sei allerdings gemein, dass evolv ausschließlich nachhaltige Investments in den aktiv wertschöpfenden Phasen des Lebenszyklus tätigen werde. Investments in sehr frühen Phasen zu sichern oder Redevelopments durchzuführen, würde Anlagen mit einem besseren Rendite-Risiko-Profil ermöglichen als klassische Bestandsinvestments, so evolv-CEO Marc Drießen.

Noch in diesem Jahr will evolv Asset Management zwei neue Fonds an den Markt bringen.

Langjährige Erfahrung

Marc Drießen ist seit über 20 Jahren in der Immobilienwirtschaft und im institutionellen Fondsgeschäft tätig. Unter anderem war er Geschäftsführer der Dr. Peters Group, Teil des Management Boards der HSH Real Estate, Vorstand bei Hesse Newman Capital, Geschäftsführer der Handsinvest und CEO bei Engel & Völkers Capital.

Jörn Reinecke ist seit über 30 Jahren im Bereich grüne Infrastruktur und Immobilien tätig. Er gründete mehrere Energieunternehmen, darunter Norderland Nature Energy (heute Teil der im SDAX notierten PNE AG), Reinecke + Pohl Sun Energy (heute die börsennotierte 7C Solarparken AG) sowie den Projektentwickler und Bestandshalter Green Fox Energy. Auch ist er Gesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender der DFI Real Estate und Mitgründer der Magna Real Estate. Drießen und Reinecke halten jeweils 50% der Aktien von evolv Asset Management. (mki)

Bild: © evolv Asset Management

 

Honorarbasierter Ansatz: „Glauben, dass Anleger davon profitieren“

Im aktuellen Marktumfeld gilt es als Anleger, kreativ zu werden und somit auch außergewöhnlichere Methoden zu finden. Thomas Meinke von Dimensional Fund Advisors erklärt eine finanzwissenschaftliche Herangehensweise und äußert sich auch zu Provision und Fondspolicen.

Interview mit Thomas Meinke, Investment Strategist und Vice President bei Dimensional Fund Advisors Deutschland
Herr Meinke, Dimensional Fund Advisors bestreitet seit über 40 Jahren das Investmentgeschäft. Wie schlägt man sich im aktuellen Marktumfeld?

Die vergangenen Jahre waren für Investoren schwierig, weil es viele wirtschaftliche und gesellschaftliche Unsicherheiten gab. So haben die Aktienmärkte in den letzten drei Kalenderjahren zwei Schritte nach vorn und einen zurück gemacht. Der Gesamttrend war aber gut für Anleger, die Disziplin bewahren und damit die Aktienprämie abschöpfen konnten. Unser deutsches Geschäft läuft ebenfalls sehr gut. Wir hatten im vergangenen Jahr Rekordzuflüsse, was wir der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den von uns betreuten Beratern und deren ausgezeichneten Kundenbeziehungen zurechnen.

Ihr Unternehmen zeichnet sich durch einen wissenschaftlich orientierten Investmentansatz aus. Was sind die tragenden Säulen dieses Ansatzes?

Die Finanzwissenschaft lehrt uns, dass liquide Kapitalmärkte effiziente Informationsverarbeitungsmaschinen sind und aktuelle Marktpreise deshalb eine faire, realistische Bewertung darstellen. Beispielsweise lässt sich dies aus verschiedensten Studien der letzten Jahrzehnte ableiten, die den Erfolg traditioneller Fonds analysiert haben. Die meisten aktiven Fondsmanager konnten ihre Benchmark über längere Zeiträume nicht übertreffen. Und die wenigen erfolgreichen Manager konnten dies in den Folgejahren nicht zuverlässig fortsetzen, was es sehr schwierig macht, diese Manager im Voraus zu erkennen.

Unserer Meinung nach können Anleger auch ohne eine Kristallkugel erfolgreich investieren. Wir denken, dass aktuelle Marktpreise zuverlässige Informationen über erwartete Renditen enthalten. Deshalb verwenden wir Preise in Verbindung mit fundamentalen Unternehmensdaten, um sogenannte „Faktorprämien“ zu identifizieren. Diese Prämien erklären im Großen und Ganzen die historischen Renditeunterschiede in den Aktien- und Anleihemärkten. Manche der empirischen Nachweise reichen sogar ein knappes Jahrhundert zurück.

Braucht man dafür nicht ein speziell geschultes Personal mit einer besonderen Vor-/Ausbildung?

In bestimmten Bereichen ja. Unser Forschungsteam besteht zum Beispiel aus einer Vielzahl von Doktoranden aus den Disziplinen Finanzen, Wirtschaft und Physik. Die Arbeit meiner Kollegen ähnelt dabei der universitärer Wissenschaftler. Wir profitieren auch von der Erfahrung und der wissenschaftlichen Akribie mehrerer Akademiker wie z. B. der beiden Nobelpreisträger Eugene Fama und Robert Merton sowie der renommierten Finanzmarktforscher Ken French und Robert Novy-Marx, die uns allesamt beratend unterstützen.

Wie gelangen Sie an die relevanten Daten, die Sie für diesen Investmentansatz brauchen?

Wir verwenden verschiedene externe Datenanbieter sowie eigenständig gesammelte Daten in unserem Anlageprozess, also zu Forschungszwecken, bei der Portfoliostrukturierung und -verwaltung sowie beim Wertpapierhandel. Allein unsere interne Handelsdatenbank sammelt täglich Marktdaten von ungefähr 90 Millionen Transaktionen für rund 19.000 Wertpapiere aus 47 Ländern. Daneben verwenden wir auch frei zugängliche Datenquellen für die Forschung. Beispielsweise veröffentlicht das Center for Research in Security Prices in Zusammenarbeit mit Ken French Faktordaten, unter anderem die sogenannten Fama-French-Indizes. Unserer Meinung nach ist das der Goldstandard, um zu verstehen, welchen Mehrwert Faktorprämien bieten.

Zu welchen Kriterien führt die wissenschaftliche Herangehensweise bei der Anlageauswahl? Sind es andere als sonst?

In der Forschung schauen wir insbesondere darauf, ob eine neu gewonnene Erkenntnis robusten Tests standhält und verlässlich unseren bestehenden Anlageprozess verbessern kann. Wir setzen uns dabei eine hohe Messlatte, da in den letzten Jahrzehnten ein wahrer „Faktorenzoo“ entstanden ist und mehr als 450 Merkmale beschrieben wurden, die auf dem Papier historische Renditen erklären konnten. Unsere Forschungsergebnisse werden von einigen der Besten in der Finanzwissenschaft auf Verlässlichkeit und Umsetzbarkeit geprüft, bevor wir Änderungen an unserem Anlageansatz in Betracht ziehen. Eine theoretische Grundlage zu haben, ist noch nicht viel wert, die eigentliche Umsetzung ist am Ende des Tages das Entscheidende.

Bei Aktien setzen wir bei all unseren Strategien beispielsweise auf die Size-, Value- und die Profitabilitätsprämie: Kleinere Unternehmen, auch Small Caps genannt, haben in der Vergangenheit im Durchschnitt höhere Renditen abgeworfen als größere Unternehmen. Unternehmen mit einem niedrigeren relativen Preis, also günstiger bewertete Value-Titel, haben sich langfristig ebenfalls besser entwickelt. Und wir schauen auf die operative Profitabilität, wobei profitablere Unternehmen andere auf lange Sicht übertreffen konnten. Neben diesen langfristigen Treibern setzen wir auch auf kurzfristigere Effekte wie die Momentumprämie. Obwohl wir wissen, dass diese Faktoren die Wertentwicklung treiben, sind die Prämien durchaus auch mal negativ. Deshalb ist auch Anlagedisziplin ein wichtiger Bestandteil unserer Investmentphilosophie, insbesondere in volatilen Zeiten.

Was ist das Ergebnis? Worin wird am Ende tatsächlich investiert?

Unsere Strategien sind breit diversifizierte Multifaktor-Lösungen. Je nach Anlageziel richten wir eine Strategie unterschiedlich stark auf die Marktbereiche aus, die eine höhere Rendite versprechen. Beispielsweise hält unsere weltweit investierte Gesamtmarktlösung physisch mehr als 10.000 Aktien und peilt dabei ein moderates Prämien-Exposure an. Solch eine Strategie investiert marktweit und setzt dabei systematisch auf kleinere, günstiger bewertete und profitablere Unternehmen, indem diese im Vergleich zur Marktgewichtung verstärkt gehalten werden. Im Gegensatz dazu investieren unsere Value- bzw. Small-Cap-Strategien hauptsächlich nur in die Value- oder Small-Cap-Aktien unseres Anlageuniversums, die anderen Prämien werden dann innerhalb dieser Anlageklassen ebenfalls umgesetzt.

Landen diese Investments in traditionelleren Ansätzen nicht im Portfolio? Und warum nicht?

Einige davon schon. Wir halten jedoch normalerweise fast alle Aktien des Anlageuniversums einer jeweiligen Strategie, was unsere Value-Strategien beispielsweise von einem traditionellen Value-Ansatz unterscheidet. Ein klassischer Manager investiert vielleicht in eine zweistellige Anzahl von Unternehmen aufgrund von Prognosen oder einer Timing-Strategie. Wir wollen nicht auf eine konzentrierte Teilmenge von Aktien wetten oder darauf, ob heute ein günstiger Kaufzeitpunkt ist. Man kann nach aktuellem Wissensstand nicht klar ermitteln, welche Unternehmen wann die Prämien liefern werden. Jedoch lassen sich Prämien umso verlässlicher abschöpfen, je mehr Unternehmen man in der relevanten Anlageklasse konsequent hält, tagein tagaus.

Und wie sieht es mit dem Thema Nachhaltigkeit aus?

Wir bieten spezielle Nachhaltigkeitsstrategien an, die in erster Linie auf einen geringeren CO2-Fußabdruck ausgerichtet sind und Anlegern die Möglichkeit geben, ihre persönlichen Werte in ihrem Portfolio abzubilden. Gleichzeitig folgen unsere Strategien weiterhin soliden Anlageprinzipien wie dem Fokus auf Prämien, breite Diversifikation und niedrige Kosten. So halten unsere nachhaltigen Aktienstrategien immer noch Tausende Titel, und das bei einer Verwaltungsgebühr wie bei einer vergleichbaren Nicht-ESG-Strategie. Für uns ist wichtig, bei Nachhaltigkeitslösungen die gleichen wissenschaftlichen Standards anzuwenden wie bei allen anderen Strategien. Unter anderem deshalb haben wir uns gegen subjektivere Kriterien wie beispielsweise ESG-Ratings entschieden. Stattdessen setzen wir auf objektivere und konsistentere Kennzahlen wie Treibhausgasemissionen.

Der Vertrieb erfolgt über Honorarberater und über Fondspolicen. Wieso die Einschränkung?

Seit wir vor mehr als 30 Jahren die Zusammenarbeit mit Finanzberatern begonnen haben, schätzen wir den Service, den ein Berater seinen Kunden bietet, sei es die Erstellung eines Finanzplans oder bei der laufenden Unterstützung, sich daran zu halten. Außerdem ist die Beziehung zwischen einem Kunden und seinem Berater unserer Meinung nach stärker, wenn der Kunde weiß, dass der Berater für ihn arbeitet und ihn direkt bezahlt.

Sie verfügen mit Dimensional 360 über ein eigenes Programm, das sich dezidiert an Finanzberater richtet. Was beinhaltet dieses?

Dimensional 360 ist unser Serviceangebot für Finanzberater und beschreibt unser Unterstützungsprogramm für Kunden rund um Investmentlösungen, Unternehmensstrategie und Kundenkommunikation. Unser Grundsatz ist, dass wir von dem Erfolg unserer Kunden ebenfalls profitieren können. Deshalb helfen wir Unternehmen entlang ihres Wachstumspfads so gut wie möglich, damit sie ihre Geschäftsziele schneller erreichen können.

Wie entwickelt sich das Geschäft in Deutschland mit Fondspolicen?

Das Geschäft mit Fondspolicen ist für uns in Deutschland ein wichtiger Wachstumstreiber. Wir sehen, dass Berater unsere Fonds aus verschiedenen Gründen im Versicherungsmantel einsetzen, von Nachlassplanung und Steuer­optimierung bis hin zu Sparplänen für den Ruhestand. Sie alle haben eine Gemeinsamkeit, nämlich einen langfristigen und disziplinierten Anlageansatz, der sehr gut mit unserer eigenen Investmentphilosophie übereinstimmt.

ETFs sind ebenfalls beliebte Investmentvehikel – auch in Fondspolicen. Wie sehr unterscheiden sich ETFs von Ihrem Angebot?

ETFs sind üblicherweise indexnachbildende Anlagestrategien. Sie sind ein guter Ausgangspunkt für Anleger, da sie einen diversifizierten und kostengünstigen Zugang zu den Märkten bieten. Wir sehen unseren Anlageansatz als logische Weiterentwicklung reiner Indexfonds.

Einerseits wurden Indexfonds erfunden, bevor die Finanzwissenschaft Faktorprämien nachweisen konnte und damit ein echter Wissenssprung gelang. Wir wollen mit unseren Strategien die Vorteile eines Indexfonds beibehalten und gleichzeitig höhere erwartete Renditen auf Grundlage neuester Forschungsergebnisse bieten.

Andererseits passen wir die Positionen in unseren Strategien tagtäglich nuanciert an, um „Style Drift“ zu vermeiden, einen durch seltenes Rebalancing entstehenden Effekt, der die Faktorprämien verwässert. Das sieht man häufig bei klassischen ETFs oder Smart-Beta-ETFs, die unserer Meinung nach nur oberflächlich smart aussehen. Unser Anlageprozess ist also deutlich flexibler, was gleichzeitig hilft, die versteckten Transaktionskosten von Indexfonds zu vermeiden, wenn diese zu festgelegten Terminen rebalancieren müssen.

Wie unterstützen Sie die Berater im Rahmen der neuen ESG-Abfragepflicht?

Wir haben unseren Kunden proaktiv geholfen, die drei verschiedenen Nachhaltigkeitspräferenzen der Regulierung besser zu verstehen. Beispielsweise haben wir Vorträge gehalten und dabei die Methoden, Datenverfügbarkeit und weitere Feinheiten jeder Kategorie näher beleuchtet. Wir haben auch Workshops organisiert, um gemeinsam die Herausforderungen zu diskutieren, denen unsere Kunden mit den neuen regulatorischen Anforderungen gegenüberstehen. Da sich die Regulierung noch im Anfangsstadium befindet, werden wir unsere Kunden auch in Zukunft weiter unterstützen, und zwar aus dem gleichen wissenschaftlichen Blickwinkel wie bei allen anderen Bereichen unseres Anlageprozesses.

Die Europäische Kommission hat kürzlich auf ihre Pläne zur Durchsetzung eines strikten Provisionsverbots verzichtet. Können Sie nachvollziehen, warum man nicht einfach dem Kunden die Wahl lässt?

Wir haben uns nicht aktiv für ein Provisionsverbot eingesetzt, aber wir haben weltweit die Vorzüge eines transparenten honorarbasierten Ansatzes gesehen, bei dem die Anreize für Berater und Kunde im Einklang stehen. Unserer Erfahrung nach schaffen Berater ihren Kunden durch ihre Dienstleistungen einen klaren Mehrwert, und Kunden sind mehr als bereit, für diese Dienstleistungen zu bezahlen, wenn sie die Vorteile verstehen. Aus diesem Grund verbringen wir viel Zeit damit, Berater bei der Formulierung und Feinabstimmung ihres Leistungsversprechens und Serviceangebots zu unterstützen.

Sie selbst zahlen keine Provisionen. Spielt das Thema insofern für Sie überhaupt keine Rolle?

Seit der Gründung unseres Unternehmens haben wir niemals herkömmliche Verkaufsprovisionen gezahlt. Wir glauben, dass Anleger von einem transparenten honorarbasierten Ansatz profitieren. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, nur mit Beratern zusammenzuarbeiten, die von ihren Kunden bezahlt werden. Dieses Modell hat für uns, die mit uns kooperierenden Finanzberater und deren Kunden bis heute sehr gut funktioniert.

Über Dimensional Fund Advisors

Dimensional Fund Advisors ist ein 1981 gegründetes Investmentunternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Texas.

Weltweit werden 566 Mrd. Euro an Vermögen verwaltet (per 31.03.2023). Die Investmentphilosophie basiert auf der Verarbeitung wissenschaftlicher Forschungsergeb­nisse in praktische Anlagelösungen. Auf Beraterseite arbeitet Dimensional viel mit Honorarberatern zusammen.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 06/2023, S. 60 ff., und in unserem ePaper.

Bild: © Thomas Meinke, Dimensional Fund Advisors Deutschland

 
Ein Interview mit
Thomas Meinke

KI weiter an der Spitze der Themen-ETFs

Im Monthly Thematic Update des Vermögensverwalters Rize ETF zeigt sich einmal mehr: Die Anleger sind weiter hochinteressiert an Künstlicher Intelligenz. Beim Thema Umwelt gehen die Investoren mehr in die Breite.

<p>Rize ETF, der auf Themen-ETFs spezialisierte Vermögensverwalter aus Großbritannien, veröffentlicht monatlich ein Update zu den Entwicklungen, Abflüssen und Zuflüssen im Bereich der Themen-ETFs. Im Mai zeigt sich erneut, dass die Anleger, wie schon seit Anfang des Jahres, auf Künstliche Intelligenz (KI) setzen. Der Bereich Robotik, Automatisierung und KI vereinnahmte seit Jahresbeginn 311 Mio. US-Dollar an Nettozuflüssen – stattliche 25% der Gesamtkapitalzuflüsse in thematische ETFs in diesem Jahr (1,2 Mrd. US-Dollar).</p><p>Angesichts der weit verbreiteten Adoption von ChatGPT und der zunehmenden Bedeutung der Weiterentwicklung der KI-Technologie suchen die Anleger seit Jahresbeginn intensiv nach Möglichkeiten, von den potenziellen Vorteilen der KI zu profitieren, so Rize ETF. Dazu gehören Investitionen in Unternehmen, die von KI-Fortschritten profitieren können, und in Unternehmen, die KI zur Steigerung der Produktivität und zur Erzielung von Kosteneinsparungen in ihrem gesamten Betrieb einsetzen.</p><h5>Breiteres Investment beim Thema Umwelt</h5><p>Bei Umweltinvestitionen gehen die Anleger laut Rize ETF derzeit einen breiter ausgelegten Weg, jenseits des Investmentthemas „Saubere Energie“. Die Anlaysten machen dies an den anhaltenden Investitionen in Themen wie Kreislaufwirtschaft (185 Mio. US-Dollar), neue Energien (54 Mio. US-Dollar), Elektrofahrzeuge und Batterien (37 Mio. US-Dollar), Wasserstoffwirtschaft (35 Mio. US-Dollar), Klima und Umwelt (22 Mio. US-Dollar) und Solarenergie (12 Mio. US-Dollar) fest.</p><p>Die erheblichen Abflüsse aus dem Bereich Saubere Energie seit Jahresstart würden diese Entwicklung bestätigen und seien für Rize ETF ein weiterer Beweis dafür, dass die Anleger alternative Sektoren innerhalb der sogenannten „Green Transition“ der Wirtschaft erkunden, anstatt sich allein auf das Thema der sauberen Energie zu konzentrieren.</p><h5>Die Entwicklung der thematischen ETFs im Mai</h5><p>Beim Blick auf den Mai 2023 fallen neben dem von Anlegern nach wie vor favorisierten Umweltthema vor allem zwei Themengebiete auf, die Teile der Anlegerschaft neuerdings zu begeistern scheinen, nämlich die Themen Alternde Bevölkerung und das dem Islam zuzuordnende religiöse Thema der Scharia-Konformität, die 117 Mio. US-Dollar bzw. 49 Mio. US-Dollar neues Kapital einsammeln konnten. Erwähnenswert in Bezug auf das scherlich gesellschaftlich brisante Thema der alternden Bevölkerung ist laut Rize ETF die Tatsache, dass es sich hierbei um einen einzelnen Trade mit einem ETF handelte und nicht um einen breit zu beobachtenden Anlagetrend. Auf den Plätzen 3 bis 5 liegen die Bereiche Kreislaufwirtschaft (25 Mio. US-Dollar), Wasser (23 Mio. US-Dollar) und E-Mobilität und Batterien (17 Mio. US-Dollar).</p><p>Die Kapitalabflüsse im Mai von insgesamt 299 Mio. US-Dollar betrafen in erster Linie thematische ETFs der Agrarwirtschaft (-41 Mio. US-Dollar) und der Cybersicherheit (-38 Mio. US-Dollar). Und auch das auf Jahressicht beherrschende Thema Robotics, Automation und KI notierte mit –36 Mio. US-Dollar mit die meisten Abflüsse. Rize ETF zufolge könnte dies an den Anlegern liegen, die erst zu Jahresbeginn in diese Fonds eingestiegen waren und nun Gewinne mitnehmen wollten. (mki)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Igor Kapustin – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/A3FF6C2C-9F95-4FC8-9B3A-7D95C70D5376"></div>

 

Viele Privatanleger erachten Beratung als unnötig

In einer Umfrage unter 8.550 Privatanlegern aus 23 Ländern zum Thema Geldanlage wollte das französische Investmenthaus Natixis Investment Managers herausfinden, wie die Anleger das aktuelle Marktumfeld einschätzen und sich dieses auf ihr Anlageverhalten auswirkt. Die Anleger zeigten sich optimistisch.

Im „Individual Investor Survey“ befragte Natixis Investment Managers weltweit 8.550 private Geldanleger nach ihren Erwartungen und ihrem Anlageverhalten im derzeitigen Marktumfeld. Vielleicht etwas überraschend blickte die Mehrheit der Befragten positiv auf ihre Geldanlage. Ebenfalls überraschend, oder in mancher Hinsicht auch ernüchternd: Gerade bei der Frage, welchen Einfluss die gestiegenen Zinsen auf Anleihen haben, hielten sich die Kenntnisse der Anleger wohl in Grenzen.

Hohe Erwartungen vom derzeitigen Marktumfeld

Insgesamt ist die Stimmung bei den Befragten positiv. 68% blicken optimistisch auf ihr Portfolio, während sich 22% gestresst fühlen würden. Lediglich 3% denken, sie hätten bei ihren Entscheidungen versagt. Bei der Frage der Rendite sind die Anleger optimistisch. Im Schnitt erwarten sie für 2023 Renditen von 8,6% über der Inflationsrate – langfristig von 13%. Die deutschen Befragten rechnen mit 10,1%.

Inflation als größte Sorge

Besonders anzumerken sind auch die Sorgen der befragten Anleger im veränderten Marktumfeld. 58%, also mehr als die Hälfte, und 70,5% der der deutschen Befragten gaben die Inflation als ihre größte Sorge an. Für zwei Drittel (66%) wirke sie sich sehr auf die Fähigkeit aus, für das Alter vorzusorgen. 76% sagen, dass ihnen aufgrund der steigenden Kosten klar wurde, dass sie mehr Geld sparen müssten, was jedoch nur 32% tun würden, so der Report von Natixis IM.

Die Inflation ist auch im Rest der Welt spürbar und somit eine große Sorge. Mit den oben genannten 70,5% sorgen sich die Deutschen am zweithäufigsten um die Teuerung – auf Platz 1 liegen Argentinien und Uruguay mit 84%.

Mangel an Kenntnissen bei Anleihen

47% gaben an, dass Anleihen im Jahr 2023 besser abschneiden dürften als Aktien. 46% hätten laut Natixis außerdem ihre Allokation in Anleihen erhöht – anscheinend aber ohne fundierten Grund. Denn 59% der Befragten sagten, dass sie die Rolle von Anleihen in den Portfolios und die Auswirkungen steigender Zinsen (57) auf Anleihen verstehen würden. Doch bei dem beiliegenden Quiz zu Anleihen beantworteten nur 171 der Anleger (2%) die richtige Antwort auf die Frage, was mit Anleihen in einem Umfeld steigender Zinsen passiert, nämlich dass der Gegenwartswert sinkt und das zukünftige Ertragspotenzial steigt.

So stehen die Befragten zu Beratung

Natixis findet, dass die Anleger das Gesamtbild aus den Augen verloren hätten. Denn 26% der Befragten empfinden es als Risiko, ihr Vermögen der Volatilität auszusetzen, 23% wiederum, ihr Vermögen zu verlieren. Doch nur 11% definieren Risiko im Sinne von Verfehlung ihrer langfristigen finanziellen Ziele. Für 68% unterstreiche die Inflation die Bedeutung einer fachkundigen Beratung, aber nur 51% von ihnen würden glauben, dass sie eine professionelle Beratung bei der Geldanlage benötigen.

Auf die Frage, welche Beratungsleistungen sie am meisten interessieren, stehen Finanzplanung und Altersvorsorge mit 46% bzw. 43% an erster Stelle. Bei der Frage nach der Anlageberatung wünschen sich 43% der Anleger, dass ihr Berater ihnen nachhaltige Anlagen sowie Anlagemöglichkeiten auf den Privatmärkten (34% und steuereffiziente Anlagestrategien (32%) anbietet. (mki)

Bild: © Jesus From Baku – stock.adobe.com

 

Neuer Schwung für den ELTIF

Der ELTIF geht in die zweite Runde. Die Nachfrage wächst. Nicht zuletzt aufgrund einer modifizierten EU-Regulierung stehen die Signale jetzt auf Grün. Charles Neus von Schroders erläutert, warum auch Finanzanlagenvermittler einen Blick auf das neue Vehikel werfen sollten.

Ein Artikel von Charles Neus, Head of Insurance Business Development bei Schroders

Private Assets sind Vermögenswerte, die nicht öffentlich an den Börsen gehandelt werden. Ihre Anzahl übersteigt die der börsennotierten Anlagen bei Weitem. Vor allem bei der Wachstumsfinanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen spielen sie eine wichtige Rolle. Aber auch für Anlegerinnen und Anleger sind Private Assets interessant. Sie bieten die Möglichkeit zur unkorrelierten Portfoliodiversifikation und eröffnen die Chance auf langfristig attraktive Renditen bei geringerer Volatilität. Gerade aus diesem Grund ist diese Anlageklasse bei institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versicherungen oder Banken beliebt.

Lange Zeit jedoch blieb der Markt für Private Assets vornehmlich den Großinvestoren vorbehalten. Privatanleger hingegen hatten das Nachsehen. Das änderte sich im Jahr 2015, dem Geburtsjahr des European Long-Term Investment Fund (ELTIF). Vor acht Jahren nämlich schuf die Europäische Union die rechtlichen Grundlagen für das neuartige Investmentvehikel mit dem Ziel, die Investorenbasis für den nachhaltigen Infrastrukturausbau in Europa zu verbreitern. Fortan sollten auch Privatanleger unter bestimmten Bedingungen in entsprechende geschlossene Fonds investieren können. Der Schutz der Kleinanleger stand dabei im Vordergrund. Hierzu wurde die Auflage eines ELTIF an verschiedene Bedingungen geknüpft: transparente Kosten, ein begrenzter Fremdkapitaleinsatz, Depotfähigkeit und hohe Anforderungen an die Fondsmanagerinnen und Fondsmanager in Bezug auf Diversifikation und Art der Investments. Der erhoffte Erfolg allerdings blieb weitgehend aus. In den ersten Jahren nach seiner Einführung fristete das neue Produkt eher ein Schattendasein, wie erst unlängst eine aktuelle Studie des Fondsanalysehauses Scope zum Thema ELTIF konstatierte.

Ende des Dornröschenschlafs

Erst im vergangenen Jahr nahm der Markt spürbar Fahrt auf. Auf Basis einer repräsentativen Umfrage unter Asset-Managern in seiner „Europäischen ELTIF-Studie – Marktentwicklung und Perspektiven“ vom 24.03.2023 beziffert Scope das Marktvolumen per Ende 2022 auf rund 11,3 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus gegenüber 2021 von etwas mehr als 50%. Insgesamt 77 ELTIFs standen Anlegern europaweit zur Verfügung, 23 Produkte mehr als 2021. Für weiteren Schub dürfte die erst kürzlich durch das EU-Parlament abgesegnete Neufassung des ELTIF-Regelwerks sorgen. Zu Beginn des kommenden Jahres soll die überarbeitete ELTIF-Verordnung in Kraft treten. Verschiedene Vorschriften wurden darin dahin­gehend geändert, dass Privatanleger noch einfacher Zugang zu entsprechenden Fonds haben können. Besonders relevant: Bislang mussten sie mindestens 10.000 Euro mitbringen, um in einen ELTIF zu investieren – diese Hürde entfällt künftig. Gleiches gilt für die Vermögensuntergrenze von 100.000 Euro. Zukünftig können Anleger auch dann in einen ELTIF investieren, wenn ihr Gesamtvermögen unterhalb dieser Summe liegt. Auf der Investmentseite wurden ebenfalls verschiedene Regeln gelockert. So wird es den Anbietern von ELTIFs ab dem kommenden Jahr unter anderem möglich sein, in ein breiteres Spektrum an Vermögenswerten zu investieren. Und: Für den Vertrieb von ELTIFs sollen dann ähn­liche Regeln gelten wie für gewöhnliche Publikumsfonds.

Bei der EFAMA, dem europäischen Fonds- und Asset-Management Verband, geht man davon aus, dass die Novellierung des Rechtsrahmens das Produkt ELTIF sowohl für Investmenthäuser als auch für Privatanleger in ganz Europa deutlich attraktiver machen dürfte. „Die Änderungen werden dem ELTIF dabei helfen, eine ergänzende Finanzierungsquelle für die europäische Wirtschaft zu werden und den Privatkundenmarkt für längerfristige Sachwertinvestitionen zu erschließen“, heißt es dort. Auch hierzulande kann in den kommenden Monaten also mit einem gesteigerten Anlegerinteresse gerechnet werden.

 

Neuer Schwung für den ELTIF

 

Langfristig, illiquide und renditestark

Private Assets, in die ein ELTIF investiert, eignen sich nicht für jeden. Dies liegt vor allem daran, dass Investoren mit ihnen ein langfristiges Engagement eingehen, das sich unter anderem durch eine eingeschränkte Liquidität auszeichnet. Anders als bei Börsengeschäften ist es in der Regel also nicht möglich, schnell aus dem Investment auszusteigen. Private-Debt-Produkte haben in der Regel eine vergleichsweise kurze Laufzeit von fünf bis acht Jahren. Private-Equity-Strategien verfügen typischerweise über eine Laufzeit zwischen acht und elf Jahren. ELTIFs, die in Immobilien und Infrastruktur investieren, laufen am längsten – einige über Jahrzehnte, so die jüngste Analyse von Scope.

Gerade die eingeschränkte Handelbarkeit sorgt auf der anderen Seite jedoch für Illiquiditätsprämien, mit denen sich attraktive Renditen erzielen lassen. Die Idee der Illiquiditätsprämie impliziert, dass Anleger sich nicht engagieren würden, wenn man sie nicht dafür entschädigte, dass sie die mit diesen Anlagen einhergehende Illiquidität in Kauf nehmen. Die erwartete Outperformance ist jedoch nicht der einzige Vorteil, den Investments in Private Assets bieten. Hinzu kommen eine geringere Volatilität, Diversifikationschancen und die Möglichkeit, ESG-Wirkungsziele besser zu erreichen. Es lohnt sich also, die weitere Entwicklung der ELTIFs gut im Auge zu behalten, um neue Chancen auch für Privatanleger zu erschließen.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 06/2023, S. 58 f., und in unserem ePaper.

Bild: © Nuthawut – stock.adobe.com; Grafik: © EU, EFAMA, Schroders, 2022

 
Ein Artikel von
Charles Neus