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Zahlen zum Staunen: Fondsbranche knackt mehrere Rekordmarken

Deutschlands Fondsbranche befindet sich auf einem beeindruckenden Wachstumskurs. Das zeigen aktuelle Zahlen des Fondsverbands BVI. Demnach hat die Branche in diesem Jahr gleich mehrere Rekordmarken aufgestellt. Zudem zeigen die Zahlen, dass Fonds auch für Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherer immer wichtiger werden.

Die deutsche Fondsbranche hat die Marke von 4 Bio. Euro geknackt. Zur Jahresmitte verwaltete sie ein Gesamtvermögen von 4,09 Bio. Euro. Davon entfielen 2,01 Bio. Euro auf offene Spezialfonds, 1,35 Bio. Euro auf offene Publikumsfonds, 615 Mrd. Euro auf Mandate und 34 Mrd. Euro auf geschlossene Fonds. Zu Jahresbeginn lag das verwaltete Vermögen mit 3,85 Mrd. Euro noch ein gutes Stück unter der 4-Bio.-Euro-Marke. Innerhalb des ersten Halbjahres legte es um insgesamt 234 Mrd. Euro zu. Insgesamt erhielten offene Investmentfonds von Anfang Januar bis Ende Juni insgesamt 117 Mrd. Euro neue Mittel. Geschlossene Fonds erzielten einen Absatz von 2,7 Mrd. Euro.

Privatanleger-Boom von Aktienfonds

Bei den offenen Publikumsfonds führten Aktienfonds die Absatzliste mit großem Abstand an. Ihnen flossen 35,3 Mrd. Euro zu. Aktiv gemanagte Fonds erhielten 19,4 Mrd. Euro, Aktien-ETFs 15,9 Mrd. Euro. Damit haben sich die passiven Investments endgültig fest in der Fondslandschaft etabliert. Die Gesamtzuflüsse in Aktienfonds waren die höchsten in einem ersten Halbjahr seit dem Jahr 2000, als ihnen 42,7 Mrd. Euro zuflossen.

Immobilien- und Mischfonds ebenfalls stark gefragt

Mit 576 Mrd. Euro bleiben Aktienfonds die mit Abstand volumengrößte Gruppe der Publikumsfonds. Es folgen Mischfonds mit 366 Mrd. Euro. Ihnen flossen im ersten Halbjahr 16,9 Mrd. Euro zu. 10,1 Mrd. Euro davon flossen in Produkte, die zu gleichen Teilen in Aktien und Anleihen investieren. Beim Neugeschäft liegen Immobilienfonds mit 4 Mrd. Euro auf dem dritten Rang. Rentenfonds verbuchten hingegen nur ein Plus von 1,1 Mrd. Euro.

Nachhaltige Fonds auf der Überholspur

In nachhaltigen Fonds verwaltete die Branche zur Jahresmitte 361 Mrd. Euro. 251 Mrd. Euro davon machten Publikumsfonds aus, 110 Mrd. Euro entfielen auf Spezialfonds. Als nachhaltig gelten die von den Mitgliedern als Artikel-8-Fonds (Fonds mit Nachhaltigkeitsstrategie) und Artikel-9-Fonds (Impact-Fonds) klassifizierten Produkte gemäß der neuen EU-Offenlegungsverordnung. Nachhaltige Fonds haben allein im zweiten Quartal Zuflüsse von 10,2 Mrd. Euro erzielt, 9,3 Mrd. Euro davon entfielen auf offene Publikumsfonds.

Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherer verstärken Engagement

Bei den Spezialfonds sind Altersvorsorgeeinrichtungen wie etwa berufliche Versorgungswerke mit 645 Mrd. Euro mittlerweile die volumengrößte Anlegergruppe. Seit Mitte 2016 (369 Mrd. Euro) ist ihr Anteil am Gesamtvermögen der Fonds von 26 auf 31% gestiegen. Knapp dahinter folgen Versicherungsgesellschaften, die 644 Mrd. Euro in Spezialfonds angelegt haben. Auf beide Gruppen entfallen zusammen fast zwei Drittel des gesamt Spezialfondsvermögens. Diese Zahlen zeigen dem BVI zufolge einmal mehr deutlich, welche hohen Stellenwert die Fondsbranche für die Altersvorsorge in Deutschland hat. (mh)

Bild: © MQ-Illustrations – stock.adobe.com

 

Ombudsstelle für Investmentfonds erhält noch weniger Beschwerden

Bei der Ombudsstelle für Investmentfonds gingen im ersten Halbjahr 2021 weniger Anfragen und Beschwerden ein. Damit wurde das ohnehin niedrige Niveau der Vorjahre noch einmal untertroffen.

Die Ombudsstelle für Investmentfonds hat für das erste Halbjahr 2021 erneut eine zufriedenstellende Bilanz gezogen. Die Zahl der Verbraucheranfragen und -beschwerden zur Geldanlage und Altersvorsorge mit Fonds nach dem Kapitalanlagegesetzbuch lag nach den ersten sechs Monaten des Jahres unter dem Vorjahreswert. Von Januar bis Juni haben sich 41 Verbraucher bei der Ombudsstelle gemeldet. Im ersten Halbjahr 2020 verzeichnete sie insgesamt 47 Eingaben.

Zwei Bereiche verzeichneten die meisten Eingaben

Innerhalb des ersten Halbjahres 2021 entfielen 15 Eingaben auf das erste Quartal und 26 Eingaben auf das zweite Quartal. Die meisten Verbraucherbeschwerden verzeichnete die Ombudsstelle im ersten Halbjahr 2021 im Bereich der fondsbasierten Altersvorsorgeverträge und der Depotführung. Nur wenige Eingaben beschäftigten sich mit der Verwaltung von Investmentfonds. (mh)

Bild: © Fotogestoeber – stock.adobe.com

 

UBS legt mehrere nachhaltige Aktien-ETFs auf

UBS Asset Management hat eine Reihe nachhaltiger Aktien-ETFs lanciert. Sie bilden neu entwickelte Indizes von MSCI und basieren auf erweiterten Ausschlusskriterien. Zugleich schließen die größten Kohlenstoffemittenten aus und dem niedrigsten MSCI ESG-Rating aus.

<p>UBS AM hat mehrere ETFs aufgelegt, die die neuentwickelten MSCI ESG Universal Low Carbon Select-Indizes abbilden. Die Fonds übernehmen einige der bereits bekannten Merkmale der MSCI ESG Universal-Methodik, gestalten sich jedoch strikter, was den aktivitätsbasierten Ausschluss bestimmter Unternehmen betrifft, und schließen 5% der Unternehmen mit dem größten Kohlenstoffausstoß aus. </p><h5>Vier Teilfonds mit unterschiedlichem regionalem Fokus</h5><p>Die UBS MSCI ESG Universal Low Carbon Select UCITS ETFs sind in vier Teilfonds erhältlich, die verschiedene regionale Exposures abdecken. Darüber hinaus wird in den nächsten Monaten ein weiterer Teilfonds mit Fokus auf die Emerging Markets folgen. Außerdem wird UBS AM die Benchmark des bestehenden UBS ETF (IE) MSCI ACWI ESG Universal ETF anpassen, um die neue Methodik zu berücksichtigen.</p><h5>Neu definierte Ausschlüsse</h5><p>Im Vergleich zur MSCI ESG Universal-Methodik führt der neue Ansatz eine erweiterte Systematik mit wertebasierten Ausschlüssen je nach Aktivitäten ein und definiert den Begriff der Baseline-Ausschlüsse neu. Hierbei wird dem Wunsch der Anleger entsprochen, die traditionellen Baseline-Ausschlüsse zu erweitern. Ausgeschlossen sind nun auch die Bereiche Atomwaffen, zivile Schusswaffen, Tabak, thermische Kohle und die Förderung fossiler Brennstoffe. UBS AM hat zudem einen Filtermechanismus implementiert, der die 5% der Unternehmen mit der negativsten Kohlenstoffbilanz ausschließt. Des Weiteren werden auch Unternehmen mit einem CCC MSCI ESG-Rating (dem niedrigsten ESG-Rating) komplett aus dem Anlageuniversum herausgefiltert. </p><h5>Fonds nach § 8 </h5><p>Die verbleibenden Unternehmen werden durch eine Kombination aus Marktkapitalisierung, ESG-Rating und ESG-Trend gewichtet, also anhand ihrer ESG-Performance bewertet. Aufgrund der gezielten klimabezogenen Ausschlüsse und eines Gewichtungsschemas sollen die neuen Indizes ihren CO2-Fußabdruck im Vergleich zu ihrem jeweiligen Mutterindex deutlich verringen und ein ausgeprägtes ESG-Profil aufweisen. Die ESG-Merkmale qualifizieren die Gruppe der ETFs laut UBS AM als Fonds nach § 8 der EU-Transparenzverordnung. (mh)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Andreas Prott – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/E29B3FD9-8C98-4823-B430-28562905BFA4"></div>

 

Maklerpools trotz Corona klar auf Wachstumskurs

Der Markt der Maklerpools befindet sich seit Jahren auf Wachstumskurs. Das hat sich auch durch die Corona-Pandemie nicht geändert. Einige Pools haben ihre Provisionserlöse 2020 sogar rasant gesteigert, wie die aktuelle Cash. Hitliste der Maklerpools zeigt.

In der neu veröffentlichten Cash. Hitliste der Maklerpools haben 90% der Pools ihre Provisionserlöse im vergangenen Jahr gesteigert. Der Boom der Maklerpools wurde demnach durch die Corona-Pandemie keineswegs beendet. Zwar hat sich bei 13 Pools das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr verlangsamt. Nur zwei Pools verbuchten 2020 jedoch rückläufige Provisionserlöse.

Fonds Finanz bleibt die klare Nummer 1

Klarer Marktführer bleibt Fonds Finanz. Der Münchener Maklerpool steigerte die Erlöse um 8,4% auf 190,0 Mio. Euro. Im laufenden Jahr soll die Marke von 200 Mio. Euro geknackt werden. Einen immensen Satz nach vorne machte Fondsnet. Das Unternehmen aus Erftstadt hat die Provisionserlöse 2020 nahezu verdoppelt und rangiert mit 153,9 Mio. Euro nun auf dem zweiten Platz. Zwei Drittel davon entfielen auf das Haftungsdach von Fondsnet. Fondsnet hat damit auch Netfonds überholt. Die Hamburger steigerten die Erlöse zwar um mehr als ein Viertel, liegen mit 143,3 Mio. Euro aber nur noch auf Rang 3.

Blau Direkt um mehr als ein Drittel gewachsen

Auch der Rest der Top 10 verbuchte deutliche Wachstumsraten. Jung, DMS & Cie. steigerte die Provisionserlöse um 10% auf 122,9 Mio. Euro, Domcura um 12% auf 101,7 Mio. Euro. Alle andere Pools lagen 2020 unter der Marke von 100 Mio. Euro. Platz 6 belegte Fondskonzept. Der Maklerpool aus Illertissen steigerte seine Umsätze um ein Achtel auf 86,1 Mio. Euro. Dennoch könnte er in diesem Jahr überholt werden, denn Blau Direkt folgt mit 83,0 Mio. Euro nur noch knapp dahinter, verzeichnete 2020 aber erneut ein sprunghaftes Wachstum um 38%. Hinter Blau Direkt komplettieren Qualitypool (64,9 Mio. Euro, +10%), BCA (59,8 Mio. Euro, +8%) und 1:1 Assekuranzservice (42,0 Mio. Euro, +8%) die Top Ten der deutschen Maklerpools. (mh)

Die vollständige Cash. Hitliste der Maklerpools ist hier zu finden.

Bild: © Wipas – stock.adobe.com

 

ETFs übertreffen das Rekordjahr 2019

Die Nachfrage nach ETFs hat neue Rekorde aufgestellt. Das zeigt der aktuelle Lyxor ETF Money Monitor. Demnach haben die Nettozuflüsse in Europa im bisherigen Jahresverlauf das bisherige Rekordjahr 2019 noch einmal übertroffen.

Die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Pandemie setzt sich fort – das zeigt sich auch an den europäischen ETF-Märkten. So haben ETFs bereits im Juli 2021 bei den Nettozuflüssen den Rekord aus dem Jahr 2019 übertroffen und bereits 104,2 Mrd. Euro eingesammelt. Seit Beginn des Jahres flossen monatlich im Durchschnitt 14,9 Mrd. Euro in ETFs. Seit Anfang 2015 lag der monatliche Durchschnitt bei 6,9 Mrd. Euro. Im Juli 2021 flossen insgesamt 11,8 Mrd. Euro in ETFs.

Trends setzen sich fort

Innerhalb der ETF-Welt setzten sich die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Monate auch im Juli 2021 fort. So sammelten Aktien-ETFs die meisten Vermögenswerte ein, während sich die Zuflüsse in Fixed-Income-Produkte nach einem durchwachsenen zweiten Quartal erholen konnten. Nachhaltige ETFs setzten ihren starken Trend fort und sammelten 8,2 Mrd. Euro ein. Der Großteil davon entfiel auf ESG-Aktien-ETFs.

Anlageklassen im Fokus

Trotz der Rekordzahlen sind ETFs immer noch ein deutlich kleinerer Markt als klassische Fonds. Im Fixed Income Bereich sammelten Fonds und ETFs zum Beispiel zusammen 31,6 Mrd. Euro ein. Davon entfielen 24,8 Mrd. Euro auf Fonds und nur 6,8 Mrd. Euro auf ETFs. Bei den Aktien verzeichneten ETFs und offene Fonds einen Nettozufluss von 20,7 Mrd. Euro. Dabei flossen 15,5 Mrd. Euro in Fonds und 5,3 Mrd. Euro in ETFs. (mh)

Bild: © maxsim – stock.adobe.com

 

So schlagen sich Robo Advisor in der aktuellen Phase

Wie schlagen sich Robo Advisor in der Realität? Das hat Brokervergleich.de in Form eines Echtgeld-Tests untersucht. Das Finanzportal hat darin die Performance von 25 verschiedenen digitalen Vermögensverwaltungen analysiert.

In den letzten Wochen gab es an den Märkten eine seltsame Gemengelage zwischen Entspannungsphasen und Corona-Anspannung. Das schlug sich auch in den Ergebnissen der 25 Robo Advisor im Echtgeld-Test von Brokervergleich.de nieder. Sie erzielten im Juli Performance-Werte zwischen –0,8 und +1,2%. Durchschnittlich reichte es für ein Resultat von knapp +0,5%. Insgesamt 21 Anbieter landeten im Plus, lediglich vier im Minus.

Keiner schlägt die Benchmark I

An der Benchmark I, einer Kombination aus 50% MSCI-World-Aktien und 50% Barclays-Aggregate-Bonds-Anleihen, kam im Juli 2021 kein einziger Robo Advisor vorbei. Diese erreichte einen Wert von +1,6%. Als bester Robo Advisor überquerte peningar mit +1,2% die monatliche Ziellinie. Direkt dahinter reihten sich bevestor mit 1,1% sowie Invesdor, Vividam und Investify mit je 1,0% ein. Die rote Laterne im genannten Zeitfenster ging an growney mit einem Minus von 0,8%. Die Berliner scheiterten damit wie auch Estably (–0,7%), an der Benchmark II, einer Anlage nach der Kommer-Strategie 2015, die auf ein Minus von 0,5% kam.

Estably auf Jahressicht weiter klar vorn

In der seit dem 01.05.2021 laufenden Testphase VII steht derzeit ROBIN, die Online-Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, mit einem Plus von 3,8% an der Spitze. Platz 2 geht an Invesdor (+3,7%), Bronze an Visualvest (+3,5%). Nur Minveo (+0,8%) sowie LAIC – My Portfolio Selection (+0,2%) liegen noch unter der 1,0%-Hürde. Alle Anlageroboter liegen somit aber zumindest im positiven Bereich. In Bezug auf die rollierende Zwölf-Monats-Performance liegt Estably mit einem Plus von 27,2% weiter deutlich vor dem Verfolgerfeld. In ähnliche Dimensionen dringt nur noch Fidelity Wealth Expert mit einer positiven Performance von 21,2% vor. (mh)

Bild: © phonlamaiphoto – stock.adobe.com

 

Das Pariser Klimaabkommen als Blaupause für Klimainvestments

Klimagerechtes Investieren gewinnt immer stärker an Bedeutung. Das liegt nicht nur an einem grundlegenden Wandel in der Gesellschaft, sondern auch an politischen und regulatorischen Vorgaben. Mithilfe von Paris-aligned ETFs kann das Pariser Klimaabkommen zur Blaupause für klimagerechtes Investieren werden.

<h5>Von Martin Stenger, Sales Director Business Development Insurance & Retirement, und Marcus Weyerer, Senior ETF Specialist bei Franklin Templeton Investments </h5><p>Seit März gilt die Offenlegungs- oder Transparenzverordnung der Europäischen Union. Die neue Regulatorik betrifft nicht nur Vermögensverwalter, sondern auch Versicherer, Pensionskassen und eine ganze Reihe weiterer Finanzmarktteilnehmer. Und schon bald müssen auch Berater beim Kunden verpflichtend nachfragen, in welchem Umfang dieser nachhaltig investieren will. </p><h5>Verordnung schafft Transparenz und Nachvollziehbarkeit</h5><p>Die Verordnung sorgt für Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Greenwashing, also das Vortäuschen von Nachhaltigkeit, wo keine Nachhaltigkeit existiert, soll damit unterbunden werden. Die Verordnung versetzt Berater in die Lage, sich stärker mit Kunden in unserer gemein­samen Verpflichtung zu verbünden, Kapital nachhaltig zu allokieren, um letztlich bessere, im doppelten Sinne nachhaltige Ergebnisse für alle zu erzielen. Kapitalströme werden also nun – von EU-politischer Instanz aus so gewollt – in nachhaltige Anlagen umgeleitet. Die Wirkung – und das zeigen die enormen Zuflüsse in nachhaltige Anlagen in den letzten Monaten – übertrifft bisherige Anstrengungen, unsere Gesellschaft nachhaltiger zu gestalten. </p><h5>Ehrgeiziger Fahrplan</h5><p>Im Jahr 2015 verpflichteten sich die Regierungen der Welt kollektiv zur Bekämpfung des Klimawandels. Das Ergebnis war das Pariser Abkommen der Vereinten Nationen, mit dem der globale Temperaturanstieg begrenzt werden soll. Das Abkommen sieht einen ehrgeizigen Fahrplan vor: Wenn durch entsprechende Verpflichtungen, politische Maßnahmen und Aktionen zwischen 2020 und 2030 die Treibhausgasemissionen jedes Jahr um 7% reduziert werden, können wir die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen und somit die katastrophalsten Folgen des Klimawandels abwenden. Um diese Energie- und Klimaziele bis 2030 zu erreichen, werden jährlich rund 180 Mrd. Euro an zusätzlichen Finanzmitteln benötigt. </p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Chancen für Innovationen und Effizienzsteigerungen--><h5>Chancen für Innovationen und Effizienzsteigerungen</h5><p>Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft birgt viele neue Chancen für Innovationen und Effizienzsteigerungen. Innovative Unternehmen, die neue emissionsarme Produkte und Dienstleistungen entwickeln, könnten ihre Wettbewerbsposition verbessern und von den sich verändernden Verbraucher- und Herstellerpräferenzen profitieren. Zum Beispiel gibt es viele neue Investitionsmöglichkeiten rund um die Energiequellen der Zukunft, da neue Technologien und KI-Software immer besser werden und Energieerzeugung, Energiespeicherung und Energienutzung enger miteinander verknüpfen. Immer mehr Anleger fordern daher, dass Unternehmen eine Klimastrategie ausarbeiten, um solche Chancen bestmöglich zu nutzen. </p><p>Mit dem EU-Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen möchte die Europäische Kommission in zehn Schritten Nachhaltigkeitsaspekte im Finanzsystem verankern und privates Kapital in Investitionen zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele lenken. Einer der Schritte ist, Referenzwerte für Nachhaltigkeit zu entwickeln, um Investitionen zu fördern, die auf das Pariser Abkommen abgestimmt sind. Die EU legte Mindeststandards für zwei Arten von Klima-Referenzindizes fest, damit die Indizes vergleichbar und transparent sind: die EU-Benchmark für den klimabedingten Wandel (EU CTB) und die auf die Klimaziele von Paris abgestimmte „Paris-aligned“ EU-Benchmark (EU PAB), wobei Letztere maßgeblich stringentere Kriterien anlegt. Die Klima-Referenz-Benchmarks sollen vor allem die Transparenz von Anlageinstrumenten garantieren und das Risiko von Greenwashing durch gemeinsame Standards, Ziele und quantitative Größen auf ein Minimum senken.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Neue Klasse von Benchmarks zur Bewältigung des Klimawandels--><h5>Neue Klasse von Benchmarks zur Bewältigung des Klimawandels</h5><p>Die neuen Klima-Benchmarks nutzen den rasch wachsenden Pool an verfügbaren Daten und Analysen und bewerten, wie die einzelnen Unternehmen auf das Szenario einer Erderwärmung um 1,5 oder 2 Grad ausgerichtet sind. Das Ziel ist es nicht nur, rückblickend klimafreundliche Unternehmen zu identifizieren, sondern vor allem auch jene, die die mit dem Klimawandel einhergehenden Chancen in Zukunft nutzen werden – also jene sich transformierende Unternehmen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und auch für wirtschaftlichen Erfolg zu interpretieren wissen. Das Research für die Benchmarks bezieht sich auf unabhängig bewertete, wissenschaftlich fundierte Ziele, die CO<sub>2</sub>-Emissionen sowie auf zukunftsorientierte Produkt-, Strategie-, Emissions- und Politikpläne.</p><h5>Flexible Instrumente für den Portfolioaufbau</h5><p>Da die Paris-aligned EU-Benchmark gegenüber der CTB-Benchmark der strengere der beiden EU-Referenzwerte ist, haben die Index­anbieter STOXX und S&P auf Grundlage ebendieser Benchmark neue Indizes für verschiedene Anlageregionen erstellt. Dabei arbeiten die beiden mit führenden Spezialisten für CO<sub>2</sub>-Daten wie Trucost oder ISS zusammen, um die neuen Richtlinien der EU zu erfüllen. Infolgedessen weisen deren Paris-aligned Indexvarianten ehrgeizige CO<sub>2</sub>-­Reduktionsziele auf und strenge Regeln im Hinblick auf ESG (Umwelt, Soziales und Governance). </p><h5>Was bedeutet das für Anleger?</h5><p>Paris-aligned OGAW-konforme Smart Beta ETFs wie etwa von Franklin Templeton sind ein Beispiel dafür, wie die neuen Klima-Benchmarks der EU die Entwicklung flexibler Instrumente für die Portfolio-Allokation vorangetrieben haben. Die diversifizierte Struktur dieser Fonds zeigt, dass es sich bei ihnen nicht länger um Nischenprodukte handelt, sondern dass sie auf Indizes beruhen, die der neue Standard bei klimagerechten ETF-Anlagen werden könnten.</p><p>Die Zuflüsse in nachhaltige ETFs haben sich 2020 nahezu verdreifacht und auch dieses Jahr wachsen nachhaltige Produkte weiter überproportional. Das globale ESG-ETF-Vermögen beläuft sich auf rund 200 Mrd. US-Dollar. Es ist wahrscheinlich, dass diese Dynamik durch die Kombination aus sich verändernden Anlegerpräferenzen und neuen regulatorischen Vorgaben wie der Transparenzverordnung anhalten wird. Gesellschaftliches Umdenken, aber auch eine anhaltend gute Kursentwicklung von ESG-Anlagen verschaffen der Thematik große Aufmerksamkeit.</p><p>Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 07/2021, Seite 60 f., und in unserem <a target="_blank" href="https://epaper.asscompact.de/asscompact-07-2021/65746324&quot; target="_blank" >ePaper</a>.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Elnur – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/8B9A255B-6958-4BEF-91B7-CAB45C9C05BE"></div>

 
Ein Artikel von
Marcus Weyerer
Martin Stenger

Ampega übernimmt Kapitalanlage der Frankfurter Leben

Ampega übernimmt die Kapitalanlage der Frankfurter-Leben-Gruppe. Die Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungsbestände ist derzeit für Kundengelder im Volumen von rund 10 Mrd. Euro verantwortlich.

<p>Ampega administriert künftig die Kapitalanlage für die Frankfurter-Leben-Gruppe, einer Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungsbestände. Damit wächst das Geschäftsvolumen der Ampega Investment GmbH, die als Kapitalverwaltungsgesellschaft im Talanx Konzern für institutionelle und private Kunden tätig ist, um 10 auf 40 Mrd. Euro. Insgesamt verwalten die Ampega Gesellschaften rund 170 Mrd. Euro.</p><h5>Diese Aufgaben übernimmt Ampega</h5><p>Ampega wird vor allem ihre Expertise im Bereich Administration der Kapitalanlage von Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerken einbringen. Neben der Erstellung von Bilanzen und Reportings für die Vermögensbestände stehen Dienstleistungen im Hinblick auf die regulatorischen Vorgaben von Solvency I und II im Mittelpunkt. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und bedanken uns für das Vertrauen in unsere Expertise, das uns die Frankfurter Leben-Gruppe mit ihrer Entscheidung entgegenbringt“, kommentiert Jürgen Meyer, zuständiger Geschäftsführer bei der Ampega Investment GmbH. </p><h5>Wichtiger Schritt zur effizienten Kapitalanlageverwaltung</h5><p>Christian Subbe, der bei der Frankfurter Leben-Gruppe die Kapitalanlage verantwortet, sieht in der Kooperation mit Ampega einen wichtigen Schritt hin zu einer effizienten Kapitalanlageverwaltung. „Wir freuen uns mit der Ampega einen Partner gefunden zu haben, der in der Lage ist unsere Ansprüche an eine effiziente und skalierbare Administration von Kapitalanlagen umzusetzen. Für unser geplantes weiteres Wachstum sehen wir uns damit gut gerüstet.“ (mh)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Vittaya_25 – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/AFCAFE2F-37B4-4962-88F1-A97490B5BE81"></div>

 

Sicherheit statt Nachhaltigkeit: Darauf setzen deutsche Anleger

Nachhaltigkeit ist zwar für jeden zweiten Deutschen bei der Geldanlage mittlerweile wichtig. In der Realität setzten sie aber weiter vor allem auf eins: Sicherheit. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA).

Fragt man die Deutschen danach, nach welchen Kriterien sie ihr Geld anlegen, spielt Nachhaltigkeit trotz der allgegenwärtigen Diskussion um Umweltschutz und Klimawandel noch eine untergeordnete Rolle. Und das, obwohl die meisten Banken und Versicherer entsprechende Produkte inzwischen im Portfolio haben und Vermögensberater das Thema aktiv ansprechen.

Wichtig, aber real nur untergeordnet

Zwar geben mehr als die Hälfte (52,8%) der befragten Bürger an, dass Ihnen Nachhaltigkeit bei der Geldanlage wichtig ist. Geht es aber um konkrete Anlageentscheidungen, stehen andere Faktoren im Vordergrund, allen voran die Sicherheit der Anlage gefolgt von Rentabilität und Liquidität. Das ist das zentrale Ergebnis einer Sonderbefragung des  Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA).

Sicherheitsdenken dominiert

Die Befragung ist Teil der Sommer-Ausgabe des Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA). Die befragten Bürger sollten die vier Ziele Sicherheit, Rentabilität, Liquidität und Nachhaltigkeit nach Relevanz ordnen. Sicherheit dominiert klar mit 43%, dahinter folgt bereits mit deutlichem Abstand die Rentabilität mit 27%. Liquidität liegt mit 18% auf Platz drei. Nachhaltigkeit bildet mit nur 13% das klare Schlusslicht.

Bestätigung des traditionell konservativen Anlageverhaltens

„Auf den ersten Blick überraschen die Ergebnisse, denn in anderen Bereichen zeigen sich die Deutschen wandlungsfreudiger. Doch angesichts der vergleichsweise hohen Summen auf deutschen Girokonten und bei Sichteinlagen bestätigen sie auch das traditionell konservative Anlageverhalten“, sagt Professor Dr. Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA. „Sicherheit und Nachhaltigkeit schließen sich allerdings nicht gegenseitig aus. Anlagemöglichkeiten mit Nachhaltigkeitsfokus sollten beides gleichermaßen mitbringen. Nur so wird die Finanzwirtschaft ihren auch politisch gewünschten Beitrag leisten können.“ (mh)

Bild: © Robert Kneschke – stock.adobe.com

 

Weltweite Goldnachfrage entwickelt sich stabil

Der World Gold Council hat neue Zahlen zur weltweiten Goldnachfrage veröffentlicht. Demnach entwickelte sich die Nachfrage nach dem Edelmetall im zweiten Quartal 2021 relativ stabil. Vor allem Gold in Form von Schmuck war wieder deutlich stärker gefragt.

Laut dem neuesten Bericht zur Entwicklung der Goldnachfrage des World Gold Council hat die Verbrauchernachfrage nach Gold im zweiten Quartal 2021 zugenommen, wohingegen einige Anleger weniger optimistisch waren. Diese zwei Kräfte trugen zu einer Goldnachfrage von 955,1 t im Laufe des Quartals bei – genauso viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum (960,5 t).

Deutlich gestiegene Nachfrage nach Goldschmuck

Zwischen April und Juni zeigten die meisten traditionellen Indikatoren für Goldkäufe von Verbrauchern eine positive Entwicklung. Barren und Münzen erlebten im Jahresvergleich im vierten Quartal in Folge einen Anstieg. Im Dreimonatszeitraum wurden 243,8 t Gold gekauft. Unterdessen kauften Verbraucher 390,7 t Goldschmuck. Das waren 60% mehr als im selben Quartal des Vorjahres.

Gemischtes Bild bei institutionellen Anlegern

Während Verbraucher und Privatanleger weiterhin Gold kauften, war dies bei institutionellen Anlegern nicht durchgängig der Fall. So gab es im zweiten Quartal leichte Nettozuflüsse von 40,7 t in Gold-ETFs. Die Zuflüsse konnten die schwerwiegenden Abflüsse, die die Branche im vergangenen Quartal erlebte, nur teilweise ausgleichen. Damit ist 2021 nach 2014 das erste Jahr mit Nettoabflüssen in den ersten sechs Monaten. Zentralbanken kauften im gesamten Quartal hingegen weiterhin Gold. Die weltweiten Goldreserven wuchsen im zweiten Quartal um 199,9 t.

Ausblick auf die zweite Jahreshälfte

Für das Gesamtjahr prognostiziert der World Gold Council, dass sich die Schmucknachfrage 2021 im Bereich von 1.600 bis 1.800 t bewegen wird. Damit läge der Wert deutlich höher als 2020, aber weiterhin unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt. Die Investitionsnachfrage wird voraussichtlich im Bereich von 1.250 bis 1.400 t liegen und damit etwas niedriger als 2020. Sie läge damit aber immer noch im Rahmen des Durchschnitts der letzten zehn Jahre. Die Zentralbanken werden 2021 wahrscheinlich weiter Gold auf Nettobasis zum selben oder einem höheren Preis wie 2020 kaufen. Das Goldangebot dürfte derweil leicht steigen. (mh)

Der vollständige Bericht „Gold Demand Trends Q2 2021“ mit umfangreichen Daten von Metals Focus ist hier zu finden.

Bild: © spaghettikku – stock.adobe.com