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Maklernachfolge? Arbeiten Sie doch einfach weiter!
07. November 2019

Maklernachfolge? Arbeiten Sie doch einfach weiter!

Ihnen macht Ihre Aufgabe als Finanzanlagen- oder Versicherungsmakler wirklich Spaß? Sie wollen trotz Ihres Alters gar nicht aufhören? Dann machen Sie doch einfach weiter, rät Andreas W. Grimm in seiner Bestandsmarktplatzkolumne diesen Monat.


Ihnen macht Ihre Aufgabe als Finanzanlagen- oder Versicherungsmakler wirklich Spaß? Sie wollen trotz Ihres Alters gar nicht aufhören? Dann machen Sie doch einfach weiter, rät Andreas W. Grimm in seiner Bestandsmarktplatzkolumne diesen Monat.


Maklernachfolge? Arbeiten Sie doch einfach weiter!

Normalerweise schreibe ich an dieser Stelle darüber, wie man am besten seine Nachfolge regelt, wie man einen Nachfolger findet oder wie man sich als Jungmakler über unsere Nachfolger- und Investorendatenbank auf die Suche nach einem Maklerbestand oder einem Maklerunternehmen machen kann. Und vor dem einen oder anderen Wolf im Schafspelz versuche ich hier auch zu warnen.

Es gibt allerdings Makler unter Ihnen, die haben zwar das „Rentenalter“ erreicht, wollen das alles aber dennoch nicht wissen. Nämlich dann, wenn ihnen ihre Aufgabe nach wie vor riesigen Spaß macht, sie finanziell unabhängig sind und sie eigentlich gar nicht verkaufen wollen. Und wenn es auch in ihrer Familie niemanden gibt, der das Unternehmen übernehmen soll, und kein großer Unternehmenswert vererbt werden soll, warum sollten diese Menschen sich mit dem Thema Nachfolge in eigener Sache überhaupt beschäftigen?

Diesen Menschen kann man eigentlich nur den Rat geben: „Machen Sie einfach weiter, solange es Ihnen Spaß macht und solange Sie die Energie dazu haben! Reduzieren Sie einfach sukzessive Ihren Einsatz und die Anzahl Ihrer Mandate.“ Wobei sich die Anzahl der Mandate mit zunehmendem Alter eigentlich von allein bereinigt: Kunden ziehen weg, versterben oder werden irgendwann einfach von einem Kollegen abgeworben.

Wenn Ihnen diese Überlegungen sympathisch sind, dann setzen Sie diesen Plan doch einfach um. Lassen Sie es „auslaufen“. Da spricht überhaupt nichts dagegen. Es ist schließlich Ihr Unternehmen, Ihr Lebensabend! Das einzig Blöde ist, dass Sie sukzessive den Unternehmenswert vernichten, wenn Sie gar nichts regeln.

Deshalb sollten Sie zumindest ein paar Punkte angehen:

Haftungsrisiken begrenzen

Begrenzen Sie die Haftungsrisiken, indem Sie Ihr Maklergeschäft beispielsweise in eine andere Gesellschaftsform überführen, damit im Zweifel nicht aus irgendeinem Grund Haftungsrisiken auch Privatvermögen oder die Erbmasse gefährden.

Übertragbarkeit sicherstellen

Wenn sich irgendwann jemand um Ihr Unternehmen kümmern soll, wenn Sie es nicht mehr selbst können oder wollen, brauchen Sie einen übertragbaren Bestand: aktueller Maklervertrag und Datenschutzvereinbarung bei allen Kunden sowie eine übertragbare Unternehmensstruktur.

Die Richtigen bevollmächtigen

Sorgen Sie bereits jetzt dafür, dass sachkundige Menschen im Fall der Fälle handlungsfähig sind: Testament und Unternehmervollmacht oder treuhänderische Absicherung oder vielleicht sogar einen Kaufvertrag, der erst zukünftig greift.

Und wenn Sie nicht sicher sind, wie das alles geht, fragen Sie einen unabhängigen Profi, der sich mit Bestandsübertragungen, -bewertungen oder Bestandsverkäufen wirklich auskennt. Und anschließend? Machen Sie einfach weiter, bis Sie wirklich keine Lust oder keine Kunden mehr haben.

Der Bestandsmarktplatz ist eine gemeinsame Initiative von AssCompact und dem Resultate Institut. Resultate-Gründer Andreas Grimm beleuchtet an dieser Stelle regelmäßig Aspekte zur Nachfolgeplanung. Den Artikel lesen Sie auch in AssCompact 11/2019, Seite 136.

Bild: © Pornchai – stock.adobe.com



Kommentare

von Benjamin Schüle... am 13.11.2019 um 19:16 Uhr
Wir vom Makler Nachfolger Club e.V. sind sehr enttäuscht wie ein Fachmagazin in Zusammenarbeit mit einem Institut solch einen Blödsinn schreiben kann.
Sie können doch nicht allen Ernstes den Lesern öffentlich empfehlen „der Makler sollen seinen Bestand einfach auslaufen lassen“.
Natürlich spricht einiges dagegen seine Kunden einfach so im Regen stehen zu lassen. Ein verantwortungsvoller Makler sollte sich lieber rechtzeitig um einen geeigneten Nachfolger kümmern, der seine Kunden sorgfältig weiterbetreut und Ihm den gewünschten Kaufpreis oder Rente/Pacht bezahlt. Es gibt mittlerweile genügend besser Möglichkeiten wie der Makler seinen Ruhestand gestalten kann.

Thomas Suchoweew
Vorstand vom Makler Nachfolger Club e.V.

von Andreas W. Grimm am 14.11.2019 um 10:01 Uhr
Es ist nachvollziehbar, dass Menschen, die wie die Vorstände Ihres Vereins mit der Vermittlung von Maklerbeständen ihr Geld zu verdienen scheinen, die zentrale Botschaft des Beitrags nicht gefällt.

Dennoch herzlichen Dank für den Kommentar. Sie zeigen damit auf wunderbare Weise, wie gut es gewesen wäre, die Kolumne genau zu lesen und zu verstehen, bevor man sich zu einem Kommentar hinreißen lässt.

Ein Makler, der niemandem etwas hinterlassen möchte, der finanziell unabhängig ist und der seinen Betrieb aus reiner Freude fortführen möchte, sollte diese unternehmerische Entscheidung auch so treffen dürfen. Es gibt für ihn keinen Grund, den Bestand zu verkaufen und damit einen Bestandsvermittler reich zu machen. Er sollte dennoch sein Unternehmen geeignet absichern. Das ist die zentrale Botschaft der Kolumne.

Eine gut gemachte Absicherung oder treuhänderische Regelung, wie wir sie vom Resultate Institut beispielsweise im Rahmen der Maklertreuhand umsetzen können, ist perfekt geeignet, einen Makler bei einer solchen Lebensplanung zu unterstützen.

von Tino Scraback am 14.11.2019 um 15:44 Uhr
Ein ehrlicher Beitrag, der mal eine andere Seite beleuchtet. Eine Seite die viele ältere Versicherungsmakler eh wählen wollen/müssen. Daher alles richtig gemacht.
Mein Unternehmen und ich arbeitet schon seit vielen Jahren mit Andreas Grimm und seinem Institut zusammen. Ich kann ihre Expertise uneingeschränkt empfehlen.

Aber es gibt auch "Vermittler" die im Vorfeld eine 4 stellige Summe als "Honorar" verlangen und einem das blaube vom Himmel versprechen. Man wird zum "Marktführer" regional aufgebaut. Jedem potenziellen Käufer werden Dutzende potenzielle Verkäufern vor Ort suggeriert (in meinem Fall zwischen 30-50). Und nach der "Analyse" (für die das Honoar natürlich nur war), hört man nichts mehr. Ist das nur mir passiert? Nein, solche Fälle gibt es Dutzendfach und es wurde schon mehrfach in verschiedenen Fachzeitschriften über das Gebaren dieses Vereines berichtet. Und dieser "Vermittler" chauffiert sich nun über die Arbeit eines wirklich seriösen und über alle Zweifel erhabenen Unternehmensberaters...witzig.


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