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„Anleger von Wohnimmobilien werden die Gewinner der Krise sein“
14. Oktober 2020

„Anleger von Wohnimmobilien werden die Gewinner der Krise sein“

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden auch für Wohnimmobilien düstere Bilder gemalt. Die Befürchtungen bewahrheiteten sich allerdings nicht. Die Pandemie belastet den deutschen Wohnimmobilienmarkt bisher kaum. Er zeigt sich stattdessen in der Krise recht robust. Warum das so ist, erklärt Daniel Preis, Vorstand der Domicil Real Estate AG.

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Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden auch für Wohnimmobilien düstere Bilder gemalt. Die Befürchtungen bewahrheiteten sich allerdings nicht. Die Pandemie belastet den deutschen Wohnimmobilienmarkt bisher kaum. Er zeigt sich stattdessen in der Krise recht robust. Warum das so ist, erklärt Daniel Preis, Vorstand der Domicil Real Estate AG.


„Anleger von Wohnimmobilien werden die Gewinner der Krise sein“
Herr Preis, warum sind Wohnimmobilien in Deutschland kaum von der Corona-Krise betroffen?

Das liegt hauptsächlich an einer großen Lücke, die zwischen Wohnungsbedarf und Bautätigkeit in vielen deutschen Städten klafft. Gerade in den deutschen Ballungszentren trifft eine große Nachfrage auf ein geringes Angebot. Zudem wird sich der Mangel an Wohnraum auch in Zukunft fortsetzen – und das, obwohl der Wohnungsbau in Deutschland 2019 den höchsten Stand seit fast 20 Jahren erreicht hat. Laut Destatis setzte sich mit 293.000 errichteten Wohnungen, einem Plus von 2% im Jahresvergleich, der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Doch viel mehr geht nicht: Das Baugewerbe ist am oberen Ende seiner Möglichkeiten ausgelastet.

Hinzu kommt, dass die Branche unter einem Nachwuchs- sowie Fachkräftemangel leidet. Die Krux dabei: Trotz hoher Bau­tätigkeit und Auslastung liegt die Fertigstellungszahl weiter deutlich unter der Zielvorgabe der Bundesregierung von 375.000 neuen Wohnungen pro Jahr. Um die große Nachfrage nach Wohnraum in den Städten zu befriedigen, müssten nach Einschätzung von Politik und Bauwirtschaft jährlich 350.000 bis 400.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Der Bestand wächst also seit Jahren und erreicht nun den höchsten Wert seit 1998, aber das reicht einfach nicht, um mit dem Bevölkerungszuzug in die Ballungsräume Schritt zu halten.

Stichwort Bevölkerungszuzug, wie wird sich dieser in den nächsten Jahren entwickeln?

Entgegen der Unkenrufe vieler Demoskopen zu Beginn des Jahrtausends wächst Deutschland: Gemäß einer Bevölkerungsprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft wächst die Bevölkerung zwischen 2015 und 2035 um gut 1% – oder in Zahlen ausgedrückt um etwa 1,2 Millionen Personen. Dieses Wachstum verteilt sich jedoch nicht gleichmäßig auf alle Regionen Deutschlands. Vor allem die Ballungszentren wie München, Berlin, Stuttgart und die Rhein-Main-Region profitieren von der hohen Zuwanderung. Die Bevölkerung dieser Regionen wird bis 2035 um bis zu 15% wachsen. München dürfte dann fast 1,7 Millionen Einwohner haben, Berlin mehr als vier Millionen Menschen zählen.

Was sind die Gründe für diese Entwicklung?

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Immer mehr junge Menschen kommen in die Großstädte, um dort zu studieren, eine Ausbildung zu beginnen oder ihren ersten Job anzunehmen. Der Lifestylefaktor ist gerade für diese und kommende Generationen viel wichtiger. Best Ager und Senioren versprechen sich eine bessere medizinische Versorgung, ein attraktiveres Freizeitangebot oder mehr soziale Kontakte. Außerdem sind in den Bürovierteln viele neue Arbeitsplätze entstanden, die zu den Wanderungsgewinnen der Großstädte beitragen. Auch für ausländische Fachkräfte sind die deutschen Metropol­regionen in den zurückliegenden Jahren zunehmend attraktiver geworden.


Daniel Preis Daniel Preis


Kommentare

von Jan Lanc am 14.10.2020 um 21:29 Uhr
Bei welcher Krise trifft das nicht zu? Mit Immobilien liegt man meist richtig . Besonders Langfristig...

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