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„Das Ergebnis unserer Forschung wurde in den ARERO übersetzt“
26. Oktober 2020

„Das Ergebnis unserer Forschung wurde in den ARERO übersetzt“

Aktien, Renten und Rohstoff auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse in einem Fonds – das ist das Rezept des „ARERO – Der Weltfonds“ von Prof. Martin Weber. Im Gespräch mit AssCompact erläutert er, warum die Anlagepolitik des Fonds so ist, wie sie ist, und warum er nun um eine nachhaltige Variante erweitert wurde.


Aktien, Renten und Rohstoff auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse in einem Fonds – das ist das Rezept des „ARERO – Der Weltfonds“ von Prof. Martin Weber. Im Gespräch mit AssCompact erläutert er, warum die Anlagepolitik des Fonds so ist, wie sie ist, und warum er nun um eine nachhaltige Variante erweitert wurde.


„Das Ergebnis unserer Forschung wurde in den ARERO übersetzt“
Herr Professor Weber, Sie sind neben Ihrer akademischen Karriere auch als Fondsgründer aktiv geworden. Können Sie noch einmal kurz erläutern, wie ein Wissenschaftler dazu kommt, einen Investmentfonds zu entwickeln?

Die Initialzündung kam 2007 durch die Veröffentlichung des Buches „Genial einfach investieren“, mit dem meine Lehrstuhlmitarbeiter und ich Privatanlegern einen wissenschaftlich fundierten Ratgeber zum Investieren liefern wollten. Wir haben eine sehr positive Resonanz erhalten, aber gleichzeitig auch viele Leserfragen bezüglich der Anlagen, in die sie konkret investieren sollen. Daraufhin haben wir uns an die Konzeption eines Fonds gemacht, dessen Credo eine wissenschaftlich fundierte Investmentphilosophie für Privatanleger sein sollte. Hieraus ist ARERO entstanden.

Und wie sieht diese wissenschaftlich fundierte Investmentphilosophie aus?

Wie der damals und heute aktuelle Forschungsstand zeigt, zeichnet sich eine solche Investmentphilosophie durch einen kostengünstigen, über Länder und Anlageklassen breit diversifizierten und passiven Anlagestil ohne Stock Picking oder Market Timing aus. Um herauszufinden, in welchem Verhältnis die Anlageklassen zueinander stehen sollten, haben wir im Rahmen der Konzeption auch eine Studie durchgeführt, die untersucht, wie gut verschiedene Asset-Allocation-Strategien sich historisch entwickelt haben. Das Ergebnis unserer Forschung wurde dann in ARERO übersetzt.

Was bedeutet das konkret für die Anlagepolitik von ARERO – Der Weltfonds?

ARERO steht für Aktien, Renten, Rohstoffe. Konkret investiert der Fonds 60% in weltweite Aktien, 25% in europäische Renten und 15% in Rohstoffe. Im Aktienanteil werden die Regionen Europa, Nordamerika, Pazifikraum und Schwellenländer über repräsentative Indizes abgebildet. Mit diesen Regionen sind alle globalen Finanzmärkte vertreten, in die es sich hinreichend liquide und kostengünstig investieren lässt. Die Anteile, die diese vier Regionen im Fonds einnehmen, sind nach Bruttoinlandsprodukt gewichtet, denn das BIP bildet die tatsächliche Wirtschaftskraft einer Region nach unserer Ansicht am besten ab.

Und wie setzt sich der Rententeil des Portfolios zusammen?

Der Rentenanteil besteht aus Anleihen von Euroraum-Staaten mit Investment-Grade-Rating, womit wir Währungs- und Ausfallrisiken gering halten wollen. Der Rohstoffanteil wird über einen marktbreiten Rohstoffindex, den Bloomberg Commodity Index 3 Month Forward, abgebildet. Dieser Index bündelt die Wertentwicklung von Metallen, Energie und Agrargütern.

Warum sind Immobilien kein expliziter Teil des Fonds?

Hierfür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sind Immobilien eine illiquide Anlageklasse und daher nur schwer über Wertpapiere investierbar. Indizes, die die Wertentwicklung von Immobilien abdecken, investieren meistens in Immobilienaktien und Immobilienfonds, die mit dem Aktienmarkt stark korrelieren und deshalb nur wenig zur Diversifikation des Fonds beitragen würden. Zum anderen besteht AREROs Zielgruppe aus Privatanlegern, in deren Portfolio Immobilien als Anlageklasse oftmals schon durch ihr Eigenheim repräsentiert sind.

Nun haben Sie geschildert, wie ein wissenschaftlich fundierter Fonds aus Ihrer Sicht aussieht. Ein weiterer Parameter der Investitionsentscheidung besteht in der Art und Weise, wie ein Anleger einen solchen Fonds nutzt, in Form einer Einmalanlage, als Sparplan oder als Teil einer Versicherung. Welchen Weg würden Sie Anlegern empfehlen?

Es gibt natürlich nicht den einen, besten Weg zu investieren. Jeder Weg hat seine Vor- und Nachteile und es kommt immer auf die Lebensumstände des Anlegers an, welcher für ihn der empfehlenswerteste ist. Im Vergleich zwischen Einmalanlage und Sparplan ist es zunächst einmal so, dass das berufliche, monatlich eintreffende Einkommen vieler Anleger einen Sparplan prädestiniert. Wenn ein Anleger aber zum Beispiel eine größere Summe erbt, kann auch ein Einmalinvestment sinnvoll sein. Denn je früher das Vermögen zu einer positiven erwarteten Rendite investiert wird, desto größer ist das zu erwartende Vermögen am Ende des Anlagehorizonts. Fonds in Lebens- oder Rentenversicherungen einzubinden, ist prinzipiell auch ein finanzwissenschaftlich empfehlenswerter Weg zur Altersvorsorge, da Anleger hierbei eventuelle Steuervorteile nutzen und ihr Vermögen verrenten können. Daher steht ARERO Anlegern auch als Teil fondgebundener Renten- und Lebensversicherungen zur Verfügung. Einen jeweils aktuellen Überblick über die Möglichkeiten finden Anleger auf unserer Webseite unter arero.de.

Neben dem klassischen ARERO gibt es nun auch eine nachhaltige Variante. Was macht diese nachhaltig?

Die Ausgangsbasis für ARERO-Nachhaltig bildet die klassische Variante des Fonds. Diese wird dann mittels eines Nachhaltigkeitsfilters in Form der DWS Engine um solche Titel vermindert, die eher nicht mit dem Nachhaltigkeitsgedanken konform sind. Eine solche Nicht-Nachhaltigkeit wird von der DWS Engine in mehreren Schritten auf Basis von Industriezugehörigkeit, Normverletzungen, Klimatransitionsrisiken und eines Gesamtratings in Sachen ESG-Kriterien bestimmt.

Wie die Engine genau arbeitet, lässt sich auf unserer Website nachlesen. Was ich persönlich wichtig finde, ist, dass die DWS Engine Daten von mehreren ESG-Ratinganbietern bezieht, da Studien zeigen, dass sich Nachhaltigkeitsratings verschiedener Anbieter teilweise nicht unerheblich voneinander unterscheiden. Durch die Kombination von Daten mehrerer Anbieter ergibt sich eine differenziertere Beurteilung.

Zu welcher Variante des Fonds würden Sie denn Anlegern jetzt raten, der klassischen oder der nachhaltigen?

Ich denke, diese Entscheidung muss jeder Investor für sich selbst treffen. Durch das Anbieten beider Varianten unseres Fonds wollen wir den Anlegern ja gerade die Möglichkeit zur Wahl geben. Deshalb war es uns auch wichtig, dass beide Fonds die gleiche sehr günstige Kostenstruktur mit laufenden Kosten von lediglich 0,5% im Jahr aufweisen.

Erwarten Sie größere Performanceunterschiede zwischen den beiden Fondsvarianten?

Im Zeitablauf kann es natürlich Performanceunterschiede zwischen beiden Fonds geben. Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Studien zum Thema Performance und Nachhaltigkeit und insgesamt ist das Bild ausgewogen: Manche Studien finden einen positiven Zusammenhang, manche einen negativen und andere gar keinen. Langfristig glaube ich daher, dass es vermutlich keine bedeutende Performancedifferenz zwischen beiden Fondsvarianten geben wird.

Das Interview lesen Sie auch in AssCompact 10/2020 und in unserem ePaper.

Bild: © ipopba – stock.adobe.com


Prof. Martin Weber Prof. Martin Weber



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