Welche Themen bewegen Aussteller derzeit besonders stark?
Ein großes Thema ist aktuell die Sichtbarkeit. Viele Versicherer und Dienstleister beschäftigen sich damit, wie sie künftig wahrgenommen werden und wie sie Makler überhaupt noch erreichen. Die Kommunikation verlagert sich zunehmend auf Social Media. Gleichzeitig reicht es nicht mehr aus, nur Produktdetails zu präsentieren. Entscheidend wird stärker die Frage, welchen Mehrwert eine Zusammenarbeit insgesamt bietet. Versicherer müssen heute stärker als Partner auftreten – nicht nur als Produktgeber.
Außerdem sehe ich einen klaren Trend zur Spezialisierung. Viele Anbieter richten ihre Kommunikation gezielter auf bestimmte Zielgruppen aus, statt möglichst alle anzusprechen. Zusammen mit den Neuausstellern zeigt das, dass der Markt breiter, digitaler und spezialisierter wird.
Welche Trends wirken aktuell im Versicherungsvertrieb besonders stark?
Abgesehen von den bereits genannten regulatorischen Veränderungen verändert sich der Vertrieb gerade stark, weil viele Abschlüsse künftig digital erfolgen werden. Manche Produkte werden sich einfach per Klick abschließen lassen. Gerade deshalb wird die persönliche Beratung aber nicht weniger wichtig. Im Gegenteil: Makler müssen künftig noch stärker Orientierung geben. Sie müssen einordnen, welche Lösung wirklich passt. Technologie kann das unterstützen, aber nicht ersetzen. Entscheidend bleibt das Gespräch zwischen Menschen.
Welche Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz?
KI kann Prozesse beschleunigen und Informationen leichter verfügbar machen. Sie kann aber keine echte Beziehung zum Kunden aufbauen. Beratung lebt von Vertrauen, Erfahrung und Empathie. In einer schnellen und komplexen Welt brauchen Kunden jemanden, der Zusammenhänge erklärt und Entscheidungen einordnet. Genau darin liegt künftig der Mehrwert des Maklers.
Muss sich damit auch die Ansprache der Kunden verändern?
Versicherungsvertrieb über Angst funktioniert immer weniger. In der Vergangenheit ging es oft darum, Risiken möglichst drastisch darzustellen. Das wird künftig nicht mehr funktionieren. Viele Menschen erleben ohnehin Unsicherheit, Krisen und wirtschaftlichen Druck. Beratung sollte deshalb nicht zusätzliche Angst erzeugen, sondern Sicherheit und Stabilität geben.
Welche Antworten gibt die DKM 2026 auf all diese Veränderungen?
Die DKM 2026 bringt genau die Menschen zusammen, die diese Veränderungen gestalten müssen: Versicherer, Makler, Pools, Dienstleister und neue Technologieanbieter. Gerade in einer Zeit, in der sich Beratung, Kommunikation und Kundenerwartungen verändern, wird dieser persönliche Austausch wichtiger.
Hinzu kommt, dass die DKM viele Zukunftsthemen bewusst früh aufgreift. Das sieht man etwa an Formaten wie der Young DKM, dem Jungmakler Award oder Initiativen wie der FemSurance. Die DKM versucht, Entwicklungen nicht erst abzubilden, wenn sie bereits etabliert sind, sondern Themen früh sichtbar zu machen und Diskussionen anzustoßen. Die DKM soll damit nicht nur Marktplatz der Branche sein, sondern auch Ort für Orientierung in einem Markt, der sich gerade grundlegend verändert.
Lesen Sie auch: Versicherungsmakler 2.0: Digital sichtbar, analog unersetzlich
Interessieren Sie sich für weitere Hintergrundartikel aus der Branche? Dann abonnieren Sie das monatliche Fachmagazin AssCompact – kostenfrei für Versicherungs- und Finanzmakler.
Seite 1 „Digitalisierung und Regulierung ziehen neue DKM-Aussteller an“
Seite 2 Welche Themen bewegen Aussteller derzeit besonders stark?
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können