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„Finanzkraft schafft die notwendigen Freiräume für die Kapitalanlage“
08. September 2017

„Finanzkraft schafft die notwendigen Freiräume für die Kapitalanlage“

Versicherungsmakler, die ein Allianz-Produkt vermitteln, vertrauen bei der Auswahl auch auf die Finanzstärke und Kapitalanlagestrategie des Marktführers. Letztere unterliegt mittlerweile strengen Nachhaltigkeitskriterien. Mit Blick auf das PKV- und LV-Geschäft im Maklervertrieb herrscht bei der Allianz zudem weiterhin Optimismus, erklärt Dr. Thomas Wiesemann, Vorstand Maklervertrieb der Allianz Lebensversicherung und Allianz Private Krankenversicherung.


Versicherungsmakler, die ein Allianz-Produkt vermitteln, vertrauen bei der Auswahl auch auf die Finanzstärke und Kapitalanlagestrategie des Marktführers. Letztere unterliegt mittlerweile strengen Nachhaltigkeitskriterien. Mit Blick auf das PKV- und LV-Geschäft im Maklervertrieb herrscht bei der Allianz zudem weiterhin Optimismus, erklärt Dr. Thomas Wiesemann, Vorstand Maklervertrieb der Allianz Lebensversicherung und Allianz Private Krankenversicherung.


„Finanzkraft schafft die notwendigen Freiräume für die Kapitalanlage“

Herr Dr. Wiesemann, die Versicherer stehen in Bezug auf Garantien irgendwo zwischen Festhalten und Loslassen. Die Strategie der Allianz ist bekannt. Bleibt es bei ihr?

Die Bedürfnisse der Kunden stehen im Mittelpunkt unserer Strategie. Sie erwarten attraktive Renditen und zugleich die Sicherheit ihrer Altersvorsorge. Deshalb bieten wir beides: Renditechancen und Garantien. Als finanzstarker Versicherer können wir auch im gegenwärtigen Umfeld sehr effizient Garantien darstellen. Dies ist ein großer Mehrwert auch gegenüber anderen Finanzprodukten. Kunden können mit uns breit am Kapitalmarkt partizipieren und gleichzeitig von wichtigen Sicherheiten wie dem Erhalt der eingezahlten Beiträge und lebenslanger Mindestrente profitieren.

Welche Rolle spielt es da, dass der Gesetzgeber in der betrieblichen Altersversorgung künftig auch Angebote ohne Garantien zulässt. Ist das nicht auch ein Signal?

Der Gesetzgeber will mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) weiter ausbauen. Dazu verbessert er durch eine ganze Reihe von zu begrüßenden Maßnahmen die Rahmenbedingungen, auch für bestehende Betriebsrenten. Zusätzlich soll durch das Sozialpartnermodell mit reiner Beitragszusage die bAV ergänzt werden, dies aber nur innerhalb von Tarifverträgen und unter bestimmten Voraussetzungen. Ob und wie die einzelnen Branchen diese Möglichkeit in ihren Tarifverträgen umsetzen, muss man abwarten. Hier wird letztlich gelten: Wer Menschen von Altersvorsorge überzeugen und für Altersvorsorge gewinnen will, der muss diese nach den Bedürfnissen der Kunden gestalten.

Bleibt die Frage: Wie erklärt der Versicherungsmakler diese Entwicklungen den Kunden?

Durch das neue Gesetz entsteht signifikanter Beratungsbedarf für Unternehmen und Arbeitnehmer. Gerade jetzt benötigen die Unternehmen kompetente Vermittler an ihrer Seite, die ihnen helfen, die Änderungen zu analysieren und auf die individuelle Situation im Unternehmen anzuwenden. Das Sozialpartnermodell betrifft nicht alle Arbeitgeber, die verbesserten Rahmenbedingungen für Betriebsrenten indes jedes Unternehmen. Zu nennen ist der Freibetrag in der Grundsicherung, die Erhöhung des steuerlichen Förderrahmens, der Förderbetrag für Einkommen bis 2.200 Euro, die Verbesserung bei Riester-Verträgen in der bAV sowie die verpflichtende Weitergabe von Sozialversicherungsersparnis. Wir unterstützen die Makler unter anderem mit einer digitalen Themenseite, Online-Schulungen unserer Makler-Akademie und umfangreichen Beratungsunterlagen.

In der bAV, aber auch sonst, werden Solvenzquote und Kapitalanlagen der Versicherer mehr beachtet. Wie erklären Sie die Anlagestrategie der Allianz?

Wir legen die Gelder im Interesse unserer Kunden sicher, renditeorientiert und nachhaltig an. Dabei nutzen wir renditestarke alternative Anlageklassen wie Infrastruktur und erneuerbare Energien sowie eine im Wettbewerbsvergleich deutlich höhere Aktienquote. Unsere Kunden profitieren dabei von unserem internationalen Anlage-Know-how und von den besonderen Kosten- und Strukturierungsvorteilen, die sich aus unserer Größe ergeben. Eine hohe Solvabilitätsquote ist ein Indikator für eine starke Kapitalausstattung. Generell kann die Finanzstärke eines Versicherers nicht alleine anhand dieser zum Teil stärker schwankenden Quote beurteilt werden. So spielen weitere Faktoren wie langfristige Nettoverzinsung, Reservenhöhe, Storno- und Kostenquote eine wichtige Rolle, auf die Vermittler unbedingt achten sollten. Finanzkraft schafft die notwendigen Freiräume für die Kapitalanlage, die gerade jetzt wichtig sind.

Die Allianz misst die Nachhaltigkeit ihrer Kapitalanlagen mit einem sogenannten ESG-Scoring. Was bedeutet das und hat das tatsächlich Auswirkungen auf den Vertrieb?

Unseren Kunden ist eine attraktive Rendite wichtig und zunehmend achten sie darauf, dass ihr Geld dabei auch nachhaltig angelegt wird. Bereits 45% unserer Kunden wünschen sich nachhaltige Kapitalanlagen. Bei langfristiger Anlage ist dies kein Widerspruch, im Gegenteil. Vielmehr verbinden wir mit unserem ESG-Ansatz Nachhaltigkeit und ökonomischen Nutzen. Dabei werden durch das Scoring in der Lebens- und Krankenversicherung systematisch die Kapitalanlagen von mehr als 8.000 Unternehmen und Staaten in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit gemessen. Das Verfahren wurde mit den NGOs Transparency International, World Wide Fund For Nature (WWF) und Germanwatch entwickelt. Neben dem Scoring schließen wir bestimmte Investitionen komplett aus, etwa geächtete Waffen, Nahrungsmittelspekulation oder Kohle.

Und machen das nicht auch andere Versicherer? Beispielsweise mit sogenannten „grünen Produkten“.

Grüne Produkte sind das eine. Aber wir gehen den Weg weiter und schauen auf die Nachhaltigkeit bei allen unseren Kapitalanlagen und nicht nur bei einem Produkt. Damit verankern wir Nachhaltigkeit im Nukleus des Unternehmens, der Kapitalanlage. Nachhaltigkeit und ökonomischer Nutzen: Beides gehört für uns als langfristiger Anleger zusammen.

Welche Rolle spielt die Kapitalanlage mittlerweile in der privaten Krankenversicherung (PKV)?

Das Kriterium Finanzkraft hat in den vergangenen Jahren für die private Krankenversicherung massiv an Bedeutung gewonnen. Eine Krankenversicherung mit Altersrückstellungen ist eine langfristige Entscheidung, der ein langfristiger Sparprozess zugrunde liegt. Damit hat die Finanzstärke und Kapitalanlagenkompetenz des Krankenversicherers unmittelbare Auswirkung auf die Beitragsentwicklung und dauerhafte Leistungsstärke der Produkte des Unternehmens.

Was heißt das dann konkret für Ihr Haus? Was dürfen Versicherungsmakler in der aktuellen Situation von der Allianz in der PKV erwarten?

Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) profitiert besonders beim Thema Kapitalanlage von der Einbindung in den Allianz Konzern. Dies zeigt sich in einer im Wettbewerbsvergleich überdurchschnittlichen Nettoverzinsung und hohen stabilisierenden Reserven. All dies kommt den Kunden bei der langfristigen Entwicklung der Beiträge zugute. Darüber hinaus spielt für die Kunden beim Abschluss einer Krankenversicherung eine immer wichtigere Rolle, welche Services der Krankenversicherer anbietet. Mit innovativen digitalen Lösungen sowie einer Vielzahl weiterer Gesundheitsservices für Voll- und Zusatzversicherte setzt auch hier die APKV Maßstäbe. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen.

Und mit Blick auf die Bereiche Leben und Kranken, was erwarten Sie sich von den letzten Monaten des Jahres?

Die bestehenden Trends werden sich fortsetzen: Wir sehen starkes Wachstum in den kapitalmarktorientierten Altersvorsorgelösungen KomfortDynamik, InvestFlex und Pensionsfonds. In der Einkommensvorsorge können wir mit den Maklern neue Zielgruppen erschließen, etwa im Bereich der körperlich tätigen Berufe. Die Nachfrage nach Krankenzusatzversicherungen hat spürbar angezogen, vor allem bei „Dental“ und „Pflege“ und bei spezialisierten Maklern auch in der bKV. Und natürlich bauen wir unsere digitalen Lösungen weiter aus, die vor allem in zwei Bereichen unterstützen: bei der digitalen Kundengewinnung und bei der Optimierung der Verwaltungsabläufe im Maklerhaus.

Letztlich befinden wir uns dann ja auch schon kurz vor der IDD-Umsetzung und dem Inkrafttreten des BRSG. Bleiben Sie – auch für den Maklerbereich – optimistisch?

Ja. Denn der Bedarf an lebenslangem Einkommen sowie an Absicherung der Gesundheit und des Einkommens gegen Lebensrisiken ist hoch und die Menschen wünschen sich verlässliche Lösungen für diese Themen. Wichtig ist bei allen regulatorischen Änderungen, dass wir die eigentlichen Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden nicht aus den Augen verlieren und unser Bestes geben – daran arbeiten wir jeden Tag hart.

Das Interview lesen Sie auch in AssCompact 09/2017, Seite 38/39.


Dr. Thomas Wiesemann Dr. Thomas Wiesemann



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