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„Mit praxisnahen Normen weiteren Regulierungen entgegenwirken“
07. Oktober 2019

„Mit praxisnahen Normen weiteren Regulierungen entgegenwirken“

Prof. Dr. Hans-Peter Schwintowski, einer der bekanntesten Köpfe in der Versicherungslandschaft, tritt in das DEFINO-Kuratorium ein. Es ist jenes Gremium, in dem nach der DIN-Norm 77230 weitere Normen für die Finanzanalyse erdacht und angeschoben werden. AssCompact fragte nach seinen Motiven.


Prof. Dr. Hans-Peter Schwintowski, einer der bekanntesten Köpfe in der Versicherungslandschaft, tritt in das DEFINO-Kuratorium ein. Es ist jenes Gremium, in dem nach der DIN-Norm 77230 weitere Normen für die Finanzanalyse erdacht und angeschoben werden. AssCompact fragte nach seinen Motiven.


„Mit praxisnahen Normen weiteren Regulierungen entgegenwirken“
Herr Professor Schwintowski, Sie waren und sind Mitglied in diversen Beiräten, Gremien und Ausschüssen. Nun folgt der Beiratssitz im Defino-Kuratorium. Warum?

Ich habe die Entwicklung der DIN-Norm 77230 von Anbeginn eng verfolgt, war schon mit den Machern in regem Kontakt in ihrer frühen Geburtsstunde. Es ist ein Projekt, dass das Zeug hat, Verbrauchervertrauen in die Finanzbranche zurückzubringen und gleichzeitig auch den Vertrieb effizienter und wirtschaftlicher zu betreiben. Ich habe mit Freude gesehen, dass der DIN-Standard jetzt vor gut einem halben Jahr zu einer ausgewachsenen Norm geworden ist und sie immer weiter Verbreitung findet. Das bestärkt mich in der Auffassung, jetzt nicht aufhören zu dürfen. Die Branche braucht mehr davon. Daher mein Engagement.

Worin sehen Sie die Notwendigkeit weiterer Normungsprojekte?

Es ist doch offenkundig, dass die Finanzbranche bisher zu wenig für mehr Verbraucherschutz getan hat. Die Folge: Ein mehr oder weniger in der Materie Unkundiger, nämlich der Staat, nimmt die Sache in die Hand und reguliert auf seine Weise – und die Branche stöhnt laut auf. Selbst schuld, kann ich da nur sagen. Zwar hat das Justiz- und Verbraucherschutzministerium die DIN-Norm 77230 sehr wohlwollend in die Diskussion um den Provisionsdeckel einfließen lassen. Nur: Wer jetzt glaubt, der Staat würde keine weiteren Regulierungen erlassen, wird sich schon sehr bald mit einer anderen Realität auseinandersetzen müssen. Dem gilt es, mit eigenen, allgemeingültigen und vor allem praxisorientierten Standards entgegenzuwirken. Was die Branche regelt, braucht der Staat nicht mehr zu erledigen.

Welche Themen könnten das sein?

Zwei weitere Normen sind ja schon auf dem Weg: Eine Norm zur Finanzanalyse von Selbstständigen, KMU und Freiberuflern und eine Norm zur Erstellung eines Risikoprofils von Privatanlegern. Zwei gute Beispiele dafür, dass Normen vor allem bei Beratungsprozessen sinnvoll sind, die eh jeder Berater und Vermittler erledigen muss. Und solche Prozesse gibt es viele in der alltäglichen Arbeit. Denken Sie da an das Berichtswesen, an den aufwendigen Umgang mit der betrieblichen Altersvorsorge ... Sie sehen: Normen sind nützliche Werkzeuge und keine oktroyierten Gesetze – und haftungsreduzierend obendrein.

Viele dieser Werkzeuge sind ja im Markt vorhanden. Reichen die denn nicht?

Was hilft es, wenn jedes Unternehmen seine eigenen Standards hat? Unabhängigkeit und Transparenz schreibt sich jeder auf die Fahne. Für Kunden ist aber nicht nachvollziehbar, ob die Prozesse in seinem Sinne gut organisiert sind oder ob die Prozesse nicht doch dem Verkauf ganz bestimmter Produkte dienen. Das ist doch die andauernde Kritik von Verbraucherschützern. Eine DIN-Norm aber ist über alle Zweifel erhaben. Und niemand hindert ein Unternehmen oder ein Vermittlerbüro, einen auf eine DIN-Norm zertifizierten Prozess weiter zu optimieren. Dieses Verständnis fehlt manchen Marktteilnehmern noch.

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