In Deutschland herrscht Wohnraumknappheit, vor allem in den Großstädten. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf befindet sich aber auf ihrem historischen Höchststand. Dies ist vor alle darauf zurückzuführen, dass jahrzehntelang immer größere Wohnungen gebaut wurden, zugleich aber die Haushaltsgrößen geschrumpft sind. Mit dem Zeitalter der immer größer werdenden Wohnungen scheint es nun aber vorüber, wie eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e. V. (DIW Berlin) zeigt.
Wohngröße nimmt seit 2005 wieder ab
Während sich die durchschnittliche Wohnfläche pro Person seit den 1950er Jahren mehr als verdoppelt hat, stellen die Experten eine Trendumkehr für das Jahr 2000 fest. Seit etwa 2005 verringert sich die durchschnittliche Größe neu gebauter Wohnungen wieder.
Wenn die Anzahl der jährlich fertiggestellten Wohnungen, der Wegfall bestehender Wohnungen und die Verringerung der durchschnittlichen Wohnfläche der Neubauwohnungen auf ihrem aktuellen Pfad bleiben, wird sich die durchschnittliche Wohnungsgröße von rund 94 m² im Jahr 2024 auf rund 88,5 m² im Jahr 2050 sinken, wie es in der DIW-Studie heißt. Dann dürfte die durchschnittliche Wohnung also etwa 6 m2 kleiner sein als heute.
Struktureller Wandel am Wohnungsmarkt
„Über Jahrzehnte haben steigende Einkommen und der Wunsch nach mehr Komfort dazu geführt, dass unsere Wohnungen immer größer wurden“, erklärt erklärt Dr. Konstantin A. Kholodilin vom DIW Berlin, einer der Autoren der Studie. „Doch die Wachstumsphase scheint vorbei. Der Rückgang der Neubaugrößen signalisiert einen strukturellen Wandel auf dem gesamten Wohnungsmarkt.“
Dieser langfristige Trend und seine jüngste Umkehrung seien kein ausschließlich deutsches Phänomen, wie die Studienautoren schreiben. Ähnliche Entwicklungen seien in verschiedenen europäischen Ländern sowie in Japan und den Vereinigten Staaten zu beobachten.
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