Die ALH Gruppe hat 2025 als erfolgreiches Geschäftsjahr abgeschlossen, meldeten Vorstände der Gruppe um Vorsitzenden Christoph Bohn im Jahrespressegespräch am Mittwochvormittag. Der Gesamtumsatz lag Ende 2025 bei rund 5,9 Mrd. Euro, im Vorjahr waren es noch etwa 5,36 Mrd. Euro. Die Alte Leipziger Lebensversicherung trug mit 3,12 Mrd. Euro gebuchten Versicherungsbeiträgen über die Hälfte zum Gesamtumsatz bei, die Hallesche mit 1,8 Mrd. Euro knapp ein Drittel. Die Tochter-Gesellschaften Alte Leipziger Versicherung, Bauspar und Trust, Pensionskasse und Pensionsfonds erwirtschafteten zusammen eine weitere Milliarde.
Herausforderung Konsolidierung
Die ALH widmete einen ihrer Gesprächspunkte auch der Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern und äußerte sich in dem Zusammenhang auch zu aktuellen Marktgeschehnissen wie der Konsolidierung im Maklermarkt. Vertriebsvorstand Christian Pape merkte an, dass es hier immer mehr größere und professionell aufgestellte Einheiten gebe und man sich aber intensiv damit befasse, wie man mit diesen Playern im Markt ein guter Ansprechpartner sein könne. Die Anforderungen an Versicherer werden unter diesen Bedingungen schlichtweg höher, insbesondere im Bereich Prozesse.
Passend zu diesem Punkt betonte Pape, dass man als ALH dran glaube, auch digital begeistern zu müssen, gleichzeitig aber den persönlichen Vertrieb weiterhin sehr bedeutsam finde.
Beim Thema Digitalisierung erläuterte Jochen Kriegmeier, der seit 2024 bei der ALH auch den Bereich für künstliche Intelligenz im Vorstand verantwortet, dass KI mittlerweile ein zentraler strategischer Hebel und fest im operativen Geschäft verankert sei. Beispielsweise setze die Gruppe KI im Leben-/BU-Geschäft zur Risiko- und Leistungsprüfung ein sowie im bAV-Geschäft für die automatisierte Bearbeitung von Geschäftsvorgängen. In Kranken ist außerdem ein VoiceBot für die Kundentelefonie sowie ein Chatbot für Arbeitsrichtlinien im Einsatz.
KI und Automatisierung wird außerdem u. a. eingesetzt, um den Generationenwechsels aktiver zu steuern und abzufedern. Bis 2035 gehen ca. 26% der Mitarbeitenden der ALH Gruppe in Rente. KI sei allerdings ausdrücklich kein Stellenabbauprogramm. Vorstandsvorsitzender Christoph Bohn betonte, dass es im Moment keine Veranlassung gebe, Mitarbeiter aktiv abzubauen.
Altersvorsorgedepot?
Auf Nachfrage äußerte sich die ALH auch zum Thema private Altersvorsorgereform. Dr. Jürgen Bierbaum, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, erläuterte, dass man intern gerade erst über die Bezeichnung Fondsrente gesprochen habe und dass man das Altersvorsorgedepot „irreführend“ finde, da es um eine Rente gehe und man bei der ALH darunter lebenslanges Einkommen verstehe. Im Raum stehe derzeit die „geförderte Fondsrente“.
Was Produkte angeht, plane man in jedem Fall, auch weiterhin der seiner gesellschaftlichen Verantwortung zu folgen und eine Fondsrente anzubieten, allerdings nicht in der 100%-Variante, diese sei zu konservativ und nicht chancenträchtig genug.
Auf die Nachfrage, mit welcher Unterstützung Makler und Vermittler rechnen können, insbesondere vor dem Hintergrund des Zillmer-Verbots und dem Kostendeckel, erwiderte Vertriebsvorstand Pape, dass es wichtig sei, ein gutes Angebot im Bereich der Altersvorsorge in Deutschland zu machen und vor allem auch für Aufklärung zu sorgen. In Gesprächen mit Vertriebspartnern habe sich gezeigt, dass die Frage, wie man Angebote gut miteinander vergleichen kann und welche Bedingungen herrschen, sehr wichtig sei. (mki)
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